Donnerstag, 14. August 2014

Zwi, Zwa, Zwetschgencupcakes!

Jubeln könnte ich! Schreien könnte ich! Mach ich auch! Denn es ist Zwetschgenzeit! Endlich!
Haben wir nicht unendlich viel Glück, dass solche wunderbaren Früchte bei uns wachsen? Mittlerweile kommt bei mir nach Möglichkeit nur noch das auf den Tisch, was gerade in Deutschland wächst. Als treuer Zwetschgenverehrer bin ich sofort losgerannt und habe mich ins Obstregal geworfen. Da lagen sie, die kleinen Pflaumen, mit der Aufschrift "Zwetschgen aus der Region". Also garantiert frisch, regional und saisonal. Na perfekt!
Dank Google kenne ich jetzt auch die Unterschiede von Pflaumen und Zwetschgen. Denn Zwetschgen sind zwar eine Unterart von Pflaumen, aber sie sind nicht rundlich, sondern oval. Super ist auch, dass der Kern bei Zwetschgen wie von alleine aus der Frucht hüpft. Das Fruchtfleisch ist außerdem fester als bei Pflaumen, sie eignen sich daher besser zum Kochen und Backen - Pflaumen besser fürs musige Mus. Wieder etwas gelernt! Aber das nur am Rande...
Auf jeden Fall sind es verdammt saftige, saure und süße Leckerbissen, diese kleinen Dinger. Finden übrigens leider auch Wespen. Aber noch besser als sie pur zu essen, ist mit ihnen leckerste Kuchen und Küchlein zu backen. Mein Favorit ist der klassische Zwetschgenstreuselkuchen. Vom Blech, mit Hefeteig und Streuseln! Vielen Streuseln! Und ein ordentlicher Schlag geschlagene Sahne darf auch nicht fehlen. Eben ganz wie bei Oma. Also musste ich zwangsweise Omas Zwetschgenstreuselkuchen backen.
Wie? Das da unten soll Blechkuchen sein? Ja, richtig gelesen! Nagut, bevor ihr mich für bescheuert erklärt, erzähle ich euch kurz, wieso ein Cupcake ein Blechkuchen ist.
So ein Blechkuchen an sich, ist ja eigentlich super, super lecker. Hat aber einen Nachteil: Es ist verdammt viel Kuchen. Wie? Viel Kuchen ist ein Nachteil? Jetzt dreht er völlig durch. Nagut es ist eigentlich kein Nachteil, aber für zwei Leute ist es eine Lebensaufgabe so ein Blech voll Kuchen leer zu bekommen. Wir sind zwar ausgebildete und äußerst erfahrene Kuchenesser, aber Tage und Wochen nur Zwetschgenkuchen? So sehr lieben wir ihn dann doch nicht. Einfrieren wäre natürlich eine Lösung. Das kleine Gefrierfach protestierte allerdings sofort bei dem Gedanken an die Massen Kuchen. Zickiges Ding.
Also waren mir die Hände gebunden und ich sah schon meinen Traum von Omas Kuchen davonfliegen. Aber nach einer kleinen "Wickie" Geste kam die erleuchtende Idee: Wir wurschteln das Rezept einfach für kleine Zwetschgenstreuselmuffins um. Na und wenn wir schon dabei sind, machen wir doch gleich Cupcakes mit leckerer Zimtcreme daraus! 
Die beste Idee meines Lebens, so fantastisch lecker! Oh, die hätten der Oma auch geschmeckt! Himmlisch! Pures Kuchenglück! Hefeteig wird bei mir leider oft etwas trocken, aber als Lösung gibt es richtig viel Creme und Sauce. Davon kann man ja nie genug haben! Hefeteig, Zwetschgen, Butterstreusel, Zimtfrischkäsesahne und Zwetschgensauce - die perfekte Kombi um "Hallo, Zwetschgenzeit!" zu rufen. Und jetzt alle: "Hallo, Zwetschgenzeit!"

Zwetschgencupcakes

Zutaten für 12 Cupcakes

Teig
150 g Zwetschgen
160 g Mehl
6 g frische Hefe
2 g Salz
20 g Zucker
20 g Butter
50 ml lauwarme Milch
1 Ei

Streusel
75 g Mehl
50 g Butter
50 g Zucker

Creme
1-2 TL Zimt
200 g Frischkäse
150 g Sahne
50 g Zucker

Sauce
350 g Zwetschgen
5 EL Wasser
3 EL Zucker
2 TL Zitronensaft

Zwetschgencupackes

Zubereitung
Für den Teig die 160 g Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken, die Hefe hineinbröckeln, die Hälfte der lauwarmen Milch und 1 TL des Zuckers in diese Vertiefung geben. Nun mit etwas Mehl vom Rand einen dicklichen Brei anrühren - also einen klassischen Vorteig zubereiten. 15 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Nach dem Gehen die restlichen Zutaten - also das Salz, den restlichen Zucker, die Butter, die restliche Milch und das Ei - zum Teig geben und alles gut miteinander zu einem glatten Teig verkneten. Dieser Teig muss nun wieder mit einem sauberen Tuch abgedeckt werden - nicht komplett verschließen, denn der Hefeteig braucht Sauerstoff zum Gehen. 30 Minuten bis zu 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
Jetzt den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kleine Muffinförmchen einfetten und etwas Hefeteig an den Boden der Förmchen drücken. Lieber eine zu dünne Schicht Hefeteig, als eine zu dicke, denn er geht noch ordentlich auf. Jetzt die Zwetschgen waschen und in kleine Spalten schneiden. Mit den Spalten den Hefeteig belegen.

Zwetschgenmuffin Schritt für Schritt

Für die Streusel 100 g Mehl, 50 g Butter und 50 g Zucker verkneten und damit die Zwetschgen bedecken. Jetzt dürfen die kleinen Küchlein in den Ofen für ca. 35 Minuten, bis die Streusel goldbraun und knusprig sind.
Nach dem Backen sollten die Küchlein ordentlich auskühlen, wenn ihr es aber gar nicht mehr aushaltet - ein Muffin mehr oder weniger, fällt doch auch nicht auf! Parallel könnt ihr die restlichen 350 g Zwetschgen waschen und klein schneiden. Mit dem Wasser, Zucker und Zitronensaft in einer Pfanne schmoren, bis eine Art Sirupsauce oder Konfitüre entsteht. Dieser Sirup muss ebenfalls auskühlen.
Sind die Zwetschgenmuffins ausgekühlt machen wir sie nun zu Zwetschgencupcakes. Dazu die Sahne aufschlagen und zusammen mit dem Frischkäse, dem Zimt und dem Zucker verquirlen. Ganz einfach also. In einen Spritzbeutel füllen und die Streuselküchlein damit dekorieren. Zum Schluß wird die ausgekühlte Zwetschgensauce über die Muffins geträufelt und die kleinen Meisterwerke sind fertig.
Bereit für eure Kaffeetafel. Mit jedem Bissen wisst ihr, wie das pure Kuchenglück schmecken sollte. :)


Zwetschgencupcakes

Zwetschgencupcake

Kommentare:

  1. Ich liebe Zwetschgen. Schade, dass ich keinen Ofen zum Backen habe. Aber das sieht sehr sehr lecker aus!

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  2. Hallo Björn,
    Ich finde deine Cupcake super. Hier gibt es zwar 4 Mitesser, aber einer ißt kein Obstkuchen, der andere keinen Zucker... und ich alleine, nee, da müsste ich ja 2x um den Schwielowsee radeln und noch mehr um das alles wieder runter zu bekommen.
    Also, lieber deine Variante.
    Sieht aber wirklich köstlich aus!

    Liebe Grüße,
    Andrea

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