Mittwoch, 9. Juli 2014

Ein Dinner: Omas Klassiker neu interpretiert!

Eine Hand am Rockzipfel, die Augen weit aufgerissen und die Nase in Richtung der vollen Töpfe auf dem Herd gestreckt. Nicht selten stand ich so als kleiner Tropf neben meiner Oma in der Küche. Ich erinnere mich noch gut... An den Duft von leckerem Braten, das Geräusch des Blubberns des Kartoffelwassers. Oma befreit noch fix die Erbsen aus den Schoten und schält die Möhren. Bei Oma schmeckte es immer anders als zu Hause. Bei Oma war immer alles erlaubt. Bei Oma durfte man auch mal selber im Topf herumrühren. Der Opa wird gerufen. Schluß mit der Gartenarbeit! Es gibt Essen. Sonntagsbraten mit Erbsen, Möhren und Kartoffeln. Meistens selbst geschlachtetes Kaninchen, aber das habe ich damals noch nicht so richtig begriffen. Gemüse aus dem Garten. Knackig und frisch. Warm und lecker. Bei Oma ist sowieso alles toll.
Anschließend gibt es eingemachtes Obst - natürlich auch aus dem Garten - für mich noch mit extra vielen Schokostreuseln. So herrlich süß und saftig! Nach dem Essen ist vor dem Essen. Oma holt Eier aus dem Keller - die Hühner waren wieder fleißig - Zucker, Milch und Mehl kommt zum Vorschein. Es wird gebacken! Eischnee schlagen war meine Aufgabe. Eiweiß spritzt durch den Raum. Oma schimpft etwas, aber am Ende wird das Eiweiß dann doch fest. Oma hält die Schüssel verkehrt herum über mich - kurzer Schreckensmoment - der mit aufgerissenen Augen und Mund ausgestanden wird. Puh! Alles gut gegangen! Erleichterung! Auf den Schock muss erst mal etwas Eischnee genascht werden. Und etwas Teig. Ach Oma, das gibt bestimmt keine Bauchweh! Und eine Kirsche noch. Und etwas Schokolade. Und etwas Sahne. Und dann ist die Torte auch schon fertig. Schwarzwälder Kirsch! Lecker! Der Duft von frisch gebackenem Kuchen und frisch gekochtem Kaffee lockt auch Opa wieder in die Küche. Danach freue ich mich schon zusammen mit ihm die Hühner und Kaninchen zu füttern und danach...
Na? Kennt ihr das auch? Diese wundervollen Erinnerungen an die Großeltern? Da es bei Oma immer so toll war, gibt es heute ein Dinner wie bei Oma und doch wird es kein Dinner wie bei Oma. Sondern modern, anders, irgendwie ich. Denn auch wenn man mich Omi Björn nennt, bin ich natürlich keine Oma. Es ist meine Version und Interpretation von Oma. 

Außerdem ist es zudem ein Beitrag für die Teilnahme an der "Die volle Punktzahl-Mission" bzw. dem "Punktedinner" von Rewe. Bei Rewe gibt es seit einigen Wochen Payback-Punkte für jeden Einkauf und ich muss mich hiermit als Payback-Junkie outen. Jetzt ist es raus. Denn ich finde, wenn man beim Lebensmittelkauf Punkte sammeln kann, lohnt sich das so richtig. Ja, ich weiß, gläserner Bürger, Datenschutz und sowieso Schande über mich, aber ich bin dann doch immer auf der Jagd nach Schnäppchen und Rabatten - sofern darunter nicht die Qualität der Produkte leidet. Ich will hier auch niemanden zu Payback bewegen, weil ich dem ganzen "Payback-Apparat" auch in gewisser Weise skeptisch gegenüber stehe aber wie gesagt trotzdem sammel ich Punkte. Das muss eben jeder für sich selber wissen. Jetzt wisst ihr auf jeden Fall, warum bei diesem Beitrag neben jedem Gang die Anzahl der möglichen Punkte stehen - wobei es immer nur Schätzungen sind, da ich zwar 1 kg Mehl gekauft habe, aber natürlich nicht alles verbaucht habe.


Ein Dinner für 4 Personen:

Vorspeise: Kartoffelsalatpralinen


Zutaten
400 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
5 Gewürzgurken
5 EL Öl
5 EL Essig oder das "Gurkenwasser"
1 TL Zucker
1 TL Senf
Salz Pfeffer

50 g Bacon
100 g geriebener Käse (z.B. Mozzarella)

50 g Bacon

Kosten & Payback-Punkte
ca. 5 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen heizt ihr auf 200°C vor. Die Kartoffeln inklusive Schale in einen Topf mit Wasser geben und aufkochen lassen. Ungefähr 25 Minuten lang. Parallel die Zwiebel und die Gurke in kleine Würfel schneiden. Aus Öl, Essig, Zucker und Senf wird ein Dressing. Nun müsst ihr 50 g Bacon klein schneiden und zusammen mit dem gerieben Käse auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech zu kleinen Kreisen legen. Damit ihr wisst, was ich meine gibt es auch ein kleines Bild:


Das Blech muss nun für ungefähr 8 Minuten in den Ofen, bis der Käse geschmolzen ist. Eventuell müsst ihr den weichen Käse anschließend wieder etwas zu Kreisen zusammenschieben. 
Die Kartoffeln müssen nach dem Kochen natürlich dann noch geschält und zu kleinen Würfeln geschnitten werden. Kartoffel-, Zwiebel- und Gurkenwürfel sowie das Dressign zu einem Salat vermengen. Jetzt nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beim Anrichten könnt ihr den Salat nun auf die Käsekreise setzen und mit etwas kross gebratenem Bacon dekorieren.


Hauptgang: Braten auf dreierlei Püree



Zutaten
600 g Kartoffeln
ca. 200 ml Milch
etwas Butter
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
600 g Möhren
600 g Erbsen
1 kg Braten (Ich habe leider nur Ochsenbraten bekommen, aber es ginge auch Schweinebraten oder Kasseler etc.)
1 kleine Zwiebel
etwas Petersilie
4 EL ÖL
100 g Honig
1 EL Paprikapulver

Kosten & Payback-Punkte
ca. 15 Euro also 7 Punkte

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und sehr weich kochen. Anschließend abgießen, zerstampfen, etwas Milch und Butter hinzufügen und wieder zerstampfen. Immer so weiter bis ein perfektes, cremiges Kartoffelpüree entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Möhren und Erbsen in zwei verschiedenen Töpfen weich kochen und anschließend ebenfalls mit etwas Butter pürieren. Parallel dazu den Ofen auf ca. 120°C vorheizen. Der Braten wird mit etwas Öl angebraten. Die Zwiebel in sehr kleine Würfel schneiden, zusammen mit etwas Petersilie, dem Öl, dem Honig, dem Paprikapulver und 1 EL Pfeffer vermischen. Den Braten mit der Mischung einreiben und noch gut salzen. Jetzt in eine Fettpfanne geben und für ca. 1,5 Stunden in den Ofen. Bei mir war der Braten schon fast zu durch, also vielleicht reicht auch 1 Stunde, je nach Fleisch, ich bin da leider kein Experte und da hilft dann nur noch zwischendurch den Braten etwas anschneiden und nachschauen. Ist der Braten schön rosa und so wie ihr es wollt: Servieren.



Nachspeise: Schwarzwälder Crumble


Zutaten
100 g weiche Butter
100 g Zartbitterschokolade
150 g Mehl
20 g Kakao
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 kg Sauerkirschen

250 g Quark
150 g Joghurt
50 g Zucker
1 Schuß Amaretto oder Kirschwasser

Kosten & Payback-Punkte
ca. 4 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Zartbitterschokolade sehr fein hacken und zusammen mit der Butter, dem Mehl, dem Kakao, dem Zucker und der Prise Salz verkneten. In eine feuerfesten Form die entkernten Kirschen (Kirschen aus dem Glas gehen auch) geben und darüber die Streusel streuen. 


In den Ofen für ca. 35 Minuten. Aus Quark, Joghurt, Zucker und Schnaps (Amaretto mag ich einfach lieber als Kirschwasser) eine Creme anrühren. Anschließend zusammen servieren. Warm oder kalt ein Genuss. :)



Sowohl die Vorspeise, als auch die Nachspeise lassen sich sehr gut am Vortag oder Morgen vorbereiten, da sie kalt serviert werden. Selbst die Pürees könnt ihr schon am Morgen oder Mittag vorbereiten und sie dann nur noch aufwärmen. Der Braten benötigt auch nicht mehr viel Aufmerksamkeit, wenn er erst einmal im Ofen ist. Also alles ganz leicht, schnell gemacht und auch verhältnismäßig günstig - klarer Fall für meine Studentenrezepte-Kategorie

Zum Schluß nur noch ein Satz: Danke für alles, liebe Omas, ihr wart die besten Omas der Welt!

Um die Transparenz auf meinem Blog und damit auch meine persönliche Authentizität zu wahren, möchte ich euch sagen, dass dieser Beitrag in Kooperation mit der "REWE Markt GmbH" entstanden ist. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Beitrag nicht meiner Meinung entspricht. Er ist genauso ehrlich gemeint, wie jeder andere Beitrag auf meinem Blog auch.

Kommentare:

  1. Aahh, wie lecker! Vor allem die Vorspeise finde ich total originell, die mach ich auf jeden Fall mal nach! Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Oh freut mich, dass es dir gefällt! Dabei dachte ich, dass gerade die Vorspeise zu sehr am Orginal ist und damit langweilig. :) Sehr schön, danke!

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  2. WOW! Eine tolle neue Interpretation!!! Alle Gänge haben auf Ihre Art was... Ich würde wohl alle probieren :o)
    Und es stimmt!!! OMA´s sind UNBEZAHLBAR und durch nichts auf der Welt zu ersetzen :*

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    1. Vielen lieben Dank! Man sollte wirklich jede Minute mit der Oma genießen :)

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  3. Tolles Motto. Sowas muss ich auch mal machen. DieVorspeise gefällt mir ebenfalls am besten. Sieht alles aber sehr sehr lecker aus

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    1. Mir fällt es immer leichter ein Dinner zu planen, wenn ich ein Motto habe, schön, dass es dir gefällt! :)

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  4. das sieht alles herrlich lecker aus und obwohl ich gar nicht so die "süße" esserin bin, lacht mich der nachtisch am meisten an :>
    an einen braten trau ich mich nicht ran -hab auch keinen bräter - fleisch gelingt allgemein bei mir höchst selten zart, rosig...oder lecker :(

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    1. Der Nachtisch war auch das beste meiner Meinung nach!
      Braten kann ich auch nicht so gut :( Mache ich einfach viel zu selten!

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  5. Mensch das Menü sieht richtig toll und aufgepeppt aus. Und vor allem hauen einen die Bilder schon vom Hocker, sieht echt lecker und ansprechend aus. Das regt mich an auch mal alte Klassiker neu zu interpretieren, auf sowas muss man erst mal kommen^^

    Achja ich schnöker gerade durch alle Teilnehmerblogs...Ich freue mich schon so auf das FoodBloggerCamp Berlin und darauf euch anderen Foodblogger kennen zulernen und sich aus zu tauschen *aufgeregt ist* Wir sehen uns...
    Liebe Grüße
    Melonpan

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    1. Oh vielen Dank :)

      Gute Idee! Muss ich auch noch machen! Freue mich auch schon sher auf das Camp :)

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  6. Das nenne ich kreatives Kochen :)

    Weiter so!

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