Samstag, 23. Juli 2011

Restauranterfahrung: Das Verve

Das Verve (http://verve-bielefeld.de/), ein Restaurant, welches nun seit einem Jahr Bielefelds Restaurantkultur berreichert. Etwas abseits vom Allstadtgetummel ist es auf dem Klosterplatz zu finden. Einige Tische auf dem Platz und zahlreiche Tische innerhalb des Gebäudes. Es ist wirklich ziemlich groß und was auch ein großer Pluspunkt ist: regelmäßig werden kleine Konzerte veranstaltet und Livemusik gespielt. Bevor ich aber zum Essen komme, komme ich zum Namen des Restaurants, denn witzigerweise hat er seinen Ursprung in meinem Lieblingsgedicht, welches seit 2 Jahren an meinem Kühlschrank hängt, da es meine Art zu leben sehr gut beschreibt: Das zu schätzen, was man hat und das Leben möglichst jeden Tag zu genießen.

Es ist das Gedicht "Das Ideal" von Kurt Tucholsky

Ja, das möchste:

Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponys, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad - alles lenkste
natürlich selber - das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche - erstes Essen -
alte Weine aus schönem Pokal -
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat:
das ist selten.

"Verve steht für künstlerische, kreative Leichtigkeit und symbolisiert ein allgemein positives, beschwingtes Lebensgefühl." Diese Informationen habe ich aber erst alle bekommen, nachdem ich deren Karte durchblättert habe. Also ein wirklich schöner Zufall. Wo wir gerade dabei sind: Die Speisekarte (und die allgemeine Gestaltung) - wirklich richtig richtig schön - Ich mag diese klare schlichte aber doch verspielte Gestaltung in Anlehung an den wilden Westen unheimlich gerne und es hat einfach Spaß gemacht durch die Karte zu blättern - auf der Webseite gibt es einen Teil der Karte zum Downloaden.


Die Gerichte klingen alle wirklich sehr lecker, es gibt kleinere Speisen und besonders Steaks und Burger. Ich habe mir den Burger des Monats bestellt, die besonderen Bestandteile waren Entenbrust, Orangenmajo, Radicchio, Frühlingszwiebeln, Salatgurken und Aprikosen, also wirklich ein ungewöhnlicher Burger. Burger deluxe. :)


Die Preise sind angemessen und für die Qualität und ausgefallenen Gerichte vollkommen in Ordnung. Mir und meinen Freunden hat alles ausgezeichnet gemundet und für mich zählt das Verve auf jeden Fall zu einer der Topadressen, was Bielefeld an Restaurants zu bieten hat. Auf Platz 1 steht nach wie vor das Glück und Seeligkeit, ein Restaurant in einer früheren Kirche, ich werde demnächst darüber berichten..

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