Freitag, 27. Oktober 2017

Feuchtfröhlich durch Salzburg

Womit verbindet ihr eigentlich Salzburg? Mit Mozart(kugeln), Festspielen, Sound of Music und historischer Altstadt samt berühmter Getreidegasse? Dann ergeht es euch wie mir! Naja, ich verbinde Salzburg auch noch mit Erinnerungen an einen wunderschönen Urlaub vor einigen Jahren: Bei bestem Wetter durch die Altstadt flanieren, Pinzgauer Kasnockn verputzen, auf dem Mönchsberg spazieren gehen, luftige Salzburger Nockerln probieren, die beeindruckende Architektur des Museums der Moderne bestaunen, handgemachte Mozartkugeln vernaschen, im kristallklaren Attersee baden, phänomenal gut im Hangar 7 dinieren,  prunkvolle Residenzen bewundern und im Park des Schlosses Hellbrunn die Wasserspiele bei einem Eis genießen – Hals über Kopf hatte ich mich so in diese Stadt verliebt. Berge, Wasser, Kultur und Genuss. Alles in einer einzigen Stadt!

Festung von Salzburg

Getreidegasse in Salzburg

Attersee bei Salzburg

Eine Sache ist damals aber komplett an mir vorbeigegangen: das Salzburger Bier. Damit habe ich die österreichische Festungsstadt bisher überhaupt nicht verbunden. Etwas verwundert war ich daher schon, als ich vor einigen Wochen zu einer Bierreise nach Salzburg eingeladen wurde. Das Team vom Salzburger Online-Magazin fraeuleinflora.at bzw. dem Stadtmagazin „QWANT“ wollte gemeinsam mit dem Tourismusbüro Salzburg zeigen, dass diese Stadt noch mehr als "nur" die Wiege der europäischen Kultur- und Musikgeschichte ist. Seit mehr als 600 Jahren wird hier nämlich in vielen Häusern und Gaststätten hervorragendes Bier gebraut. Auch heute noch sind mehr als 10 Brauereien in und um Salzburg aktiv – zum Beispiel Österreichs älteste und größte Privatbrauerei, die Stiegl-Brauerei. Salzburg ist also so etwas wie Österreichs Bierhauptstadt und somit der perfekte Ort, um zusammen mit meinen Blogger-Kolleginnen Jessica von Yummy Travel, Iris von Sprinzeminze, Nina von Reisehappen, Maria von Global Brunch, Laura-Lee von The Travelette sowie Tina von Lunch for One auf eine kleine, bierige Sauftour zu gehen! Getreu dem Motto: Liaba an Bauch vom Saufen, ois an Buckel vom Orbeiten!

Tag 1: Eine Stadtführung der anderen Art

Ich hatte mir ja schon gedacht, dass diese kleine Bloggerreise eine feuchtfröhliche Veranstaltung werden würde – dass es am Ende aber so richtig feucht wurde, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Bereits als unsere Propellermaschine am kleinen Salzburger Flughafen landete, regnete es aus Kübeln. Dicke, graue Regenwolken versperrten die Sicht auf weiße Berggipfel, grüne Wiesen und rote Dächer. In der Stadt angekommen, das gleiche Bild: Grau vor Grau, Grau in Grau und Grau über Grau. Von oben Regen, von unten Regen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis wir völlig durchnässt waren. Ich würde sagen, die ideale Voraussetzung für eine Stadtführung!

Stadtführung durch Salzburg mit Biersommelier Martina Gyuroka

Glücklicherweise war es allerdings keine normale Stadtführung. Mit viel Witz und Charme führte uns Biersommelier Martina Gyuroka nach einem zünftigen Begrüßungsdrink – ein Biercocktail mit reichlich Gin und etwas Blue Curacao im Pitterkeller – auf den Spuren des Bieres durch die Stadt. An jeder zweiten Ecke hatte Martina eine kleine Anekdote zu versoffenen Grafen, der festeliebenden Mozart-Familie oder den zahlreichen Brauereien parat: Wer weiß, was Stiegl abgekürzt bedeutet? Salzburger trinken immer einen ganzen Liter!
Nach diversen Stationen hieß es dann schließlich: "Gemma ins Bräustübl!" Das historische Augustiner Bräu Mülln ist mit 1.400 Sitzplätzen Österreichs größte Biergaststätte und ein beliebter Treffpunkt für alle Salzburger. Hier trifft sich Jung und Alt, Reich und Arm, Touris und Einheimische, um gepflegt einen zu heben. Dort, wo gerade Platz ist, setzt man sich einfach hin und findet so im Handumdrehen komplett neue Kontakte. An langen Tischen wird dann in den Räumen des 5.000 qm großen Kellergewölbes gemeinsam gequatscht, gesungen und gelacht.

Bierbrunnen im Augustiner Bräu Mülln

Kühles Bier im Augustiner Bräu Mülln

Warme Speisen gibt es an kleinen Ständen und frisches Bier aus großen Fässern. Traditionell spült dazu jeder Gast seinen Steinkrug in kaltem Wasser am Bierbrunnen aus, gibt ihn dem Schankwirt und nimmt nach der Bezahlung den vollen Krug wieder entgegen. Der perfekte Ort also, um nach einem langen Stadtspaziergang ganz entspannt ein kühles Blondes zu genießen. Solltet ihr unbedingt ausprobieren!
Ein so richtig deftiges Abendessen bekamen wir dann aber im Anschluss in Österreichs ältester Weißbierbrauerei serviert: Die Weisse. Plopp für plopp fliegen hier die Korken von den Bierflaschen und in einer typisch uriger Braugaststätten-Atmosphäre gibt es Zwiebelrostbraten, Weisswurstgröstl, Schweinsbratl, Kasnockn und andere deftige Schmankerl der österreichischen Küche. Österreich, wie ich es liebe!

Tag 2: Salzburger Traditionen und moderne Craft Beer Kultur

Typisch österreichisch ging es auch am nächsten Tag weiter (immer noch mit Dauerregen im Schlepptau): Das Salzburger Heimatwerk öffnete seine Türen für uns. Dirndl, Lederhosen und Trachten so weit das Auge reicht. Ich muss ja gestehen, dass ich damit so gar nichts anfangen kann. Selbst zum Oktoberfest ziehe ich keine Lederhose an. Okay, ich gehe noch nicht einmal auf das Oktoberfest. Reizt mich irgendwie nicht. Trotzdem oder gerade deswegen freute ich mich riesig auf diesen Programmpunkt. Wer weiß, ob ich jemals wieder die Gelegenheit bekommen werde, eine Lederhose anzuprobieren!

Verkaufsraum im Heimatwerk in Salzburg

Impressionen vom Heimatwerk in Salzburg

Obwohl ich mit Trachten nichts anfangen kann, hat mir unheimlich imponiert mit wie viel Leidenschaft uns Geschäftsführer Hans Köhl durch sein Reich führte. Wahnsinn wie viel Arbeit hinter jedem Kleidungsstück steckt, von den handgestrickten Stutzen bis zum handgenähten Dirndl. Mit leuchtenden Augen zeigte er uns die verschiedenen Schnitte, Nähte und Knöpfe. Ja, dieser Mann liebt und lebt seinen Beruf über alles. Dies merkte man auch, als mich sein prüfender Blick traf. Sofort wusste Her Köhl welche Größe mir passen müsste und suchte alle Teile zusammen.

Anprobe einer Lederhose im Heimatwerk in Salzburg

Typisch Salzburg: Fesche Trachten im Heimatwerk

Was soll ich sagen? Die Tracht passte wie angegossen und das weiche Hirschleder der Lederhose fühlte sich wie eine zweite Haut an. Okay, die Stutzen aus Wolle haben etwas gekratzt, aber sonst habe ich mich richtig wohl gefühlt in diesem Outfit. Das hätte ich wirklich niemals gedacht!  Ich finde, es sieht auch gar nicht so schlecht aus. Vielleicht sollte ich meine Einstellung zum Oktoberfest also doch noch einmal überdenken oder einfach direkt nach Salzburg ziehen.
Da man solch eine Tracht aber nicht trinken kann, kommen wir fix zum nächsten Programmpunkt: Ein köstliches Menü mit passender Bierbegleitung zu jedem Gang wartete in der Trumerei auf uns.

Bierlokal in Salzburg: Die Trumerei

Kühles Bier in der Trumerei

Die Trumerei ist ein Bierlokal, wie man es auch in Berlin antreffen könnte. Craft Beer aus aller Welt, regionale Küche, junges Publikum und eine lockere, unkomplizierte Atmosphäre ohne Schnick Schnack. Egal, ob ihr eine der leckeren Kreationen der Trumer Privatbrauerei oder doch lieber ein Craft Bier aus Südamerika zu eurem Essen genießen wollt, hier werdet ihr nicht nur ideal beraten, sondern könnt die Bierkultur in all seinen Varianten zelebrieren und am Ende euer Lieblingsbier auch noch im Shop kaufen.

Biertasting in der Trumerei

Bier passend zum Essen in der Trumerei

Etwas klassischer geht es da in der Stiegl Brauerei zu. Die Stiegl Brauwelt ist im Vergleich zu den anderen Stationen dieser Bierreise einfach nur groß. Gigantisch groß. Aber auch gigantisch professionell. In einem großen Braushop können zahlreiche Merchandise-Artikel gekauft, in zahlreichen Räumen gespeist oder in einer 400 qm großen Ausstellung die Schritte des Bierbrauens erlebt werden. So wurden zum Beispiel Hopfenfelder nachgebaut oder ein 270° Braukino installiert, um jeden einzelnen Schritt detailliert zu zeigen und zu erklären.

Stiegl Brauerei in Salzburg

Stiegl Brauwelt in Salzburg

Das Beeindruckendste war aber der Verkostungskeller. Rund 8.000 Bierflaschen aus den verschiedensten Ländern lagern hier und durften von uns unter Anleitung eines Diplom-Biersommeliers verkostet werden. Oh, da fühlte ich mich sofort an mein Bier- und Glastasting bei Spiegelau erinnert. Die Nasenspitze tief in das Glas und dann alle Aromen aufsaugen.

Edle Tropfen im Verkostungskeller der Stiegl-Brauwelt

Craft Beer aus aller Welt bei Stiegl

Biertasting bei Stiegl

Angeheitert durch unser Bierdinner in der Trumerei, ging das aber schon nicht mehr ganz so gut und 8.000 Biere konnten wir nun wirklich nicht mehr probieren. Aber auch nach den paar probierten Bieren, die teilweise um die 14 % Alkohol hatten, war die Stimmung ziemlich ausgelassen. Bei einem deftigen Essen im cool gestalteten Maschinenhaus der Stiegl Brauwelt ließen wir den Abend dann feuchtfröhlich ausklingen.

Leckere Kasnockn bei Stiegl

Tag 3: Vom Moorbier bis zum Moor-Menü

Der nächste Morgen begann – wie sollte es anders sein – mit Regen und Bier. Im urigen Ort Anthering bei Salzburg begrüßten wir den Tag mit Dudelsackmusik und einem kühlen Moorbier in der Hand. Klingt im ersten Moment etwas seltsam, war für mich aber eines der Highlights der Reise. Aus Berliner Sicht würde ich sagen mitten im Nirgendwo steht das Raggei Bräu, eine kleine Hausbrauerei samt Lokal.

Raggei Bräu

Frisch gebrautes Bier im Raggei Bräu

Besitzer, Bauer und Brauer Johann Stadler ist so ein Typ, wie es ihn nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Er liebt Schottland und spielt daher Dudelsack aus Leidenschaft. Er liebt Bier und hat darum einfach angefangen in seinem Keller sein eigenes Bier zu brauen. Reinheitsgebot gibt es in Österreich ja eh nicht. Er liebt aber auch seine Heimat und darum kommt in eines seiner Bier auch nur Sonnenmoorwasser aus Anthering.

Johann Stadler, Brauer im Raggei Bräu

Kleine Jause im Raggei Bräu

Kühles Moorbier im Raggei Bräu

Dieses daraus entstehende, dunkle und unfiltrierte Moorbier wird übrigens auch nur bei Vollmond gebraut. Klar, oder? Solche außergewöhnlichen Kontraste, Menschen und Konzepte liebe ich ja einfach! Schaut darum unbedingt einmal auf Johanns Bauernhof vorbei, ihr werdet es nicht bereuen. 
Wer es dann doch nicht ganz so urig mag, der wird seine Freude am familiengeführten vier Sterne Hotel-Restaurant Ammerhauser haben. Kreative, moderne Küche im eleganten Ambiente. Küchenchef Gert Seebauer bereitete für uns ein unheimlich spannendes Moor-Menü zu – der perfekte Abschluss eines grandiosen Wochenendes. Dieses Mal verzichteten wir allerdings auf das Bier, schließlich wollten wir noch halbwegs nüchtern die Heimreise antreten...

Moor-Menü im Hotel Ammerhauser

Risotto mit Moor im Ammerhauser Hotel Restaurant

So, nun wisst ihr also, was ihr in Salzburg z.B. bei strömenden Regen machen könnt: Richtig gutes Bier in einer der vielen Brauereien und Gaststätten trinken, vom Biercocktail bis zum Moorbier. In diesem Sinne: Prost, zum Wohl und bis bald, geliebtes Salzburg!

Bierreise nach Salzburg mit Bloggern

Bilder: Björn Valentin von Herzfutter // Matthias Gruber von fraueleinflora.at

Pressereise: Um die Transparenz auf meinem Blog und damit auch meine persönliche Authentizität zu wahren, möchte ich euch mitteilen, dass dieses Wochenende in Salzburg vom "Tourismus Salzburg und fraeuleinflora.at" organisiert wurde. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Beitrag nicht meiner Meinung entspricht. Er ist genauso ehrlich gemeint, wie jeder andere Beitrag auf meinem Blog auch.  

Samstag, 23. September 2017

Apfel-Mohn-Schnitten mit Karamell

Es gibt Tage, da habe ich große Gelüste. Wahnsinnig große Gelüste. Gelüste auf ein ganz bestimmtes Gericht, ein ganz bestimmtes Dessert oder einen ganz bestimmten Kuchen. Ausgelöst durch Erinnerungen, Gerüche oder auch einfach nur den Beginn einer neuen Jahreszeit.
Als ich neulich beispielsweise durch den Park ging, sich die ersten Blätter goldgelb von den Bäumen lösten und mich eine kräftige Herbstbrise durchpustete, hatte ich auf einmal riesige Lust auf ein großes Stück gedeckten Apfelkuchens. Mit einer dicken Apfelschicht, knusprigem Mürbeteig und ganz viel Zuckerguss. Perfekt, um den Herbst zu begrüßen. Also ab zum Bäcker meines Vertrauens. Der Blick fiel auf die Kuchentheke. Schwarzwälder Kirsch an Frankfurter Kranz, Pflaumenkuchen an Mohnschnitten, Streuseltaler an Rosinenschnecken. Wie gut das alles aussah! Kein Wunder, dass da der gedeckte Apfelkuchen schon fast wieder vergessen war. Eigentlich wollte ich mich direkt in die Auslage legen und einfach alles probieren. Mit Sicherheit wäre davon die nette Verkäuferin aber nicht ganz so begeistert gewesen und naja, mein Magen wäre wohl auch etwas überfordert gewesen.
Also beschloss ich kurzerhand selbst zu backen und mehrere Gelüste in einem einzigen Kuchen zu vereinen. Ich rannte in den Supermarkt und warf alles in den Einkaufskorb, was mich anlachte. Es ist so furchtbar mit hungrigem Magen einkaufen zu gehen!

Apfel-Mohn-Schnitten mit Karamell

Am Ende entstand aus all den Zutaten eine bunte Mischung an diversen süßen Herbstversuchungen: Ein knuspriger Mürbeteig und eine fruchtige Apfelschicht wie beim gedeckten Apfelkuchen, eine saftige Mohnfüllung wie bei den Mohnschnitten und ein paar dicke Streusel wie beim Pflaumenkuchen. Achso, natürlich darf in keinem Herzfutter-Herbstkuchen ein bisschen Karamell fehlen. Der perfekte Herbstgenuss, der dank der ordentlichen Portion Zimt und Marzipan sogar ein bisschen an den bevorstehenden Winter erinnert.
Okay, ich muss natürlich zugeben, dass dieser Blechkuchen nicht innerhalb von 30 Minuten auf dem Tisch stand – aber ihr könnt mir glauben, der Aufwand hat sich gelohnt! Der erste Bissen und all meine Gelüste wurden sofort befriedigt. Ja, so gefällt mir der Herbst und euch hoffentlich auch! Guten Appetit!

Mohnkuchen mit Apfel und Karamell

Apfel-Mohn-Schnitten mit Karamell


Zutaten


Mürbeteig
250 g Mehl
65 g Marzipan
100 g Butter 
50 g Puderzucker
1 Ei

Mohnfüllung
200 ml Milch
100 g Zucker
200 g gemahlener Mohn
50 g gemahlene Mandeln

Karamell
200 g Zucker
200 ml Schlagsahne

Apfelfüllung
4 Äpfel (ca. 600 g)
125 g Marzipan
25 g brauner Zucker
Abrieb einer Orange
1 EL Zimt
2 EL Wasser

Butterstreusel
160 g Mehl
100 g Butter
100 g brauner Zucker

Zubereitung

Im ersten Schritt den Mürbeteig zubereiten. Dazu Mehl, Marzipan, Butter, Puderzucker und Ei miteinander verkneten und in Frischhaltefolie eingewickelt für mindestens 1 Stunde oder noch besser über Nacht im Kühlschrank kühlen. Für die Mohnfüllung die Milch zusammen mit dem Zucker aufkochen und sobald sich der Zucker aufgelöst hat, den gemahlenen Mohn und die gemahlenen Mandeln unterrühren. Mehrere Minuten köcheln lassen und anschließend ebenfalls für mindestens 1 Stunde oder über Nacht abkühlen lassen. 
Den gekühlten Mürbeteig dünn auf Backpapier ausrollen, auf ein Backblech ziehen und den überstehenden Teig umklappen und andrücken. Nun das Karamell zubereiten. Dazu den Zucker in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur langsam goldgelb schmelzen lassen, die Schlagsahne hinzugießen und so lange rühren, bis sich alles miteinander verbunden hat. Das Karamell auf den Mürbeteig gießen, grob verteilen und abkühlen lassen. 
Währenddessen die Apfelfüllung vorbereiten. Die Äpfel schälen, entkernen und die Äpfel jeweils in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit dem Marzipan, Zucker, Orangenabrieb, Zimt und Wasser vermischen und in einem Topf in wenigen Minuten weich dünsten. 
Nun den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und auf der Karamellschicht die Mohnfüllung verteilen und darauf die Apfelfüllung verstreichen. Zum Schluss für die Butterstreusel Mehl, Butter und braunen Zucker miteinander verkneten, daraus grobe Streusel formen und auf dem Kuchen verteilen. Für 40-45 Minuten im Ofen goldbraun backen.
Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und warm genießen.

Apfel-Mohn-Schnitten mit Karamell

Sonntag, 20. August 2017

Spielerisch einfach: Uncharted Curry aus Indien

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Uncharted Curry - mit vielen Grüßen aus Indien

Ich erinnere mich noch an den ersten PC im Hause meiner Eltern. Ein riesiges Teil mit einem noch größeren Bildschirm. Ich kann mich zwar überhaupt nicht mehr an die technischen Details erinnern, aber noch ganz genau an mein erstes Spiel: Prehistoric! 1991 kam das Spiel auf den Markt – in welchem Jahr ich es dann gespielt habe, weiß ich leider nicht mehr so ganz genau. Was ich aber definitiv weiß: Ich war richtig süchtig danach. Als kleines verpixeltes Steinzeitmännchen musste man in einem Jump'n'Run Adventure durch die Gegend hüpfen, Früchte einsammeln und Dinosauriern eins mit der Keule überziehen. Würde heute vermutlich kaum noch einen Gamer hinterm Sofa hervorlocken, war damals aber ziemlich cool.
Egal, ob zuhause oder bei meinen Freunden: Zahlreiche Games und Konsolengenerationen folgten! Von Final Fantasy bis hin zu Diablo war alles dabei! Damit die Eltern beruhigt waren, gab es in meiner Sammlung natürlich auch noch das ein oder andere Lernspiel wie das "Matheland". Hey, so machte Mathe sogar mir endlich einmal Spaß!
Mittlerweile gibt es ja auch genügend Studien, die die positiven Effekte von Computer- bzw. Konsolenspielen belegen. Sie erhöhen die Konzentrationsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Sehfähigkeit, Multitaskingfähigkeit und bauen Stress ab. Naja, trotzdem sind Games nach wie vor für viele ein rotes Tuch, aber ich glaube, so lange man nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm hockt, sind Spiele alles andere als schädlich.
Nachdem ich meine mittlerweile beste Freundin Katrin während meines Studiums in Bielefeld kennenlernte, erreichte meine Leidenschaft für Konsolenspiele einen neuen Höhepunkt. In ihrer Familie sind Games alles andere als verpönt. Von der Oma bis zum kleinen Bruder spielt hier einfach jeder – und wenn es nur ein Spiel bei Facebook oder am Smartphone ist. Das typische Nerd-Klischee trifft hier aber trotzdem auf niemanden zu – ich glaube, dieses Klischee ist sowieso völlig überholt. Schließlich sehe ich morgens in der U-Bahn einfach jeden spielen –  vom Anzugträger bis zur älteren Lady. Naja, zurück nach Bielefeld: Am Anfang schaute ich während meiner zahlreichen Besuche oft nur beim Zocken zu, dann wechselten Katrin und ich uns irgendwann beim Spielen ab und auf einmal waren unsere Spieleabende an ihrer PlayStation 3 ein festes Ritual. Skyrim, Assassin's Creed, GTA oder Heavy Rain – gemeinsam kämpften wir uns durch jedes Abenteuer. Mittlerweile wohnen wir in zwei verschiedenen Ländern und unsere gemeinsamen Spieleabende gibt es leider nicht mehr. Meine PlayStation 4 ist für mich aber nach wie vor der beste Weg, um einmal komplett abzuschalten, mich in eine andere Welt zu begeben, meine Phantasie anzuregen und so auf ganz neue Ideen und Gedanken zu kommen.


In eine komplett neue Welt lädt auch "Uncharted: The Lost Legacy" ein. Es ist der neuste Teil der erfolgreichen Spielereihe Uncharted, in dem sich alles um die zwei Heldinnen Chloe Frazer und Nadine Ross dreht. Das allein ist schon einmal sehr cool, denn Frauen als Hauptcharaktere sind leider immer noch eine Seltenheit in Games. Die beiden begeben sich in Indien auf die Jagd nach dem verschollenen Stoßzahn. Dabei entdecken sie verschollene Städte, wertvolle Artefakte und begegnen natürlich immer wieder ein paar Bösewichten, die es zu besiegen gilt. Klettern, springen, schwingen, rutschen und dabei immer die Kanone im Anschlag – der Trailer lässt auf ein spannendes Abenteuer hoffen. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, weiß ich allerdings noch nicht, denn das Spiel kommt erst am 23.08.2017 heraus.


Damit die Wartezeit nicht so lang wird, habe ich für euch ein leckeres Uncharted Curry aka Chicken Korma kreiert und falls ihr zufällig auf der diesjährigen Gamescom, der größten Spielemesse Europa, seid, könnt ihr das Curry sogar vor Ort probieren.
Naja, aber auch wenn ihr nicht auf der Gamescom seid, Games allgemein so gar nichts abgewinnen könnt, solltet ihr trotzdem das Curry einmal probieren: Es ist einfach nur unfassbar lecker und schmeckt jedem, egal, ob Gamer oder nicht!

Traditionelles Chicken Korma aus Indien

Uncharted Curry aka Chicken Korma


Zutaten für 4 Personen


1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
ca. 1 EL Butterschmalz
800 g gehackte Tomaten (Dose)
400 ml Sahne
750 g Hähnchen-Brustfilet
4 TL indisches Currypulver
1 TL Chiliflocken
4 TL Tomatenmark
1/2 TL Paprikapulver
3 TL brauner Zucker
4 TL Salz
3 EL Kokosraspeln
5 EL Mandelblättchen

Zubereitung

Zuerst die Zwiebel und dann die Knoblauchzehen schälen. Anschließend in möglichst kleine Würfel schneiden. Zwiebel- und Knoblauchwürfel in etwas Butterschmalz in einem großen Topf bei hoher Hitze glasig anbraten. Gehackte Dosentomaten und Schlagsahne hinzugeben.
Das Hähnchen-Brustfilet ebenfalls klein schneiden und zu den Tomaten in den Topf geben. Mit Curry, Chili, Tomatenmark, Paprikapulver, Zucker und Salz würzen.
Alles bei niedriger Temperatur 20 Minuten lang köcheln lassen. Anschließend noch einmal mit Zucker und Salz abschmecken. Zum Schluss Mandelblättchen und Kokosraspeln über das fertige Gericht streuen und zusammen mit Reis oder Brot servieren.

Uncharted Curry aus Indien aka traditionelles Chicken Korma

*Um die Transparenz auf meinem Blog und damit auch meine persönliche Authentizität zu wahren, möchte ich euch mitteilen, dass dieser Beitrag in Kooperation mit "Sony PlayStation" entstanden ist. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Beitrag nicht meiner Meinung entspricht. Er ist genauso ehrlich gemeint, wie jeder andere Beitrag auf meinem Blog auch.  

Sonntag, 13. August 2017

Drei norwegische Restaurantquickies rund um Bergen

Egal, ob Karibik, Mittelmeer oder Nordsee: Wo es Meer gibt, gibt es auch Fisch. Und wo es Fisch gibt, gibt es natürlich auch Fischrestaurants. Was wäre ein Aufenthalt am Meer aber auch ohne ein leckeres Fischessen? Zumindest muss ich immer – sobald ich das Meer rieche – zur nächsten Fischbude rennen. Selbst in Hamburg ist dies ein festes Ritual. Regelmäßig werde ich beim Anblick der grandiosen Fisch- und Krabbenbrötchen-Auslage schwach. 
Hinzu kommt dann ja noch, dass Fisch nicht nur lecker, sondern auch gesund ist. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Jod sorgt für eine perfekt funktionierende Schilddrüse und das Vitamin D stärkt das Immunsystem. Schlemmen ohne schlechtes Gewissen also! Naja, das schlechte Gewissen habe ich in Bezug auf Essen zwar eh nie, aber bei Fisch muss man es eben wirklich nicht haben! Yay!

Restaurantkritiken für das malerisch gelegene Bergen

Kein Wunder also, dass Menschen, die am Meer wohnen, mehr als nur einmal in der Woche Fisch essen. Die Norweger zum Beispiel lieben ihren Lachs – ich berichtete euch neulich ja bereits davon. Am Abend kommt das Smørrebrød mit geräuchertem Lachs auf den Tisch, im Sommer der Lachs vom Grill und zum Weihnachtsfest der gebeizte Lachs. Ja, Norweger bekommen von ihrem Lachs einfach nicht genug und darum gibt es auch in Norwegen das ein oder andere Fischrestaurant.

Immer auf der Suche nach Restaurantempfehlungen: Foodblogger on Tour

Während der kleinen Bloggerreise zum norwegischen Lachs nach Bergen durfte ich drei unglaublich fantastische und exklusive Restaurants kennenlernen, die ich euch unbedingt vorstellen möchte. Wer weiß, vielleicht steht bei euch ja sogar demnächst eine Reise nach Norwegen an? Wenn ja, dann nehmt mich bitte mit!  


1. Bekkjarvik Gjestgiveri

Wenn ich eines in Norwegen gelernt habe, dann, dass man ohne Boot nicht weit kommt. Auch der Weg zum Restaurant und Hotel Bekkjarvik Gjestgiveri führt über das Wasser. Idyllisch in einer kleinen Bucht und nur wenige Minuten vom Strand entfernt liegt das historische Restaurant der Zwillinge Arnt & Ørjan Johannessen.

Restaurant und Hotel Bekkjarvik Gjestgiveri

Vielleicht sagen euch die Namen ja sogar etwas? Die beiden Brüder wurden bereits für ihre Küchenkunst ausgezeichnet: Während Arnt 2014 als “Kitchen Manager of the Year” in Norwegen geehrt wurde, bekam sein Bruder Ørjan die international anerkannte Goldmedaille des Bocuse d`Or 2015.
Hier könnt ihr euch also auf Essen der Spitzenklasse freuen – natürlich im entsprechenden Ambiente. Egal, ob direkt am Wasser mit frischer Seeluft in der Nase oder an den klassisch eingedeckten weißen Tischen im Innenbereich. Geschmacksache ist hier allerdings die Wandgestaltung, denn ganz offenbar sind die beiden Köche so stolz auf ihre Auszeichnungen, dass sie diese an jeder Wand präsentieren müssen. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Grandioses Essen im Bekkjarvik Gjestgiveri

Was man allerdings mögen muss, ist das hervorragende Essen. Einen Großteil der Zutaten bezieht die Küchencrew direkt aus der Region. Dazu gehört ebenso der frische Fische aus dem Meer vor der Haustür wie auch die Pilze aus den Mooren sowie Wäldern der Umgebung.
Daraus konnte ja einfach nur ein fantastisches Menü entstehen: Kaisergranat mit Champignon, Lachs auf Gerstenrisotto und ein kühles Erdbeer-Rhabarber-Süppchen. Begeisterung pur!

Bekkjarvik Gjestgiveri
Rv546 110
5397 Bekkjarvik, Norwegen

Ambiente: Gehoben, elegant, klassisch
Essen: Regionale Spezialitäten 
Preis: €€€€€


2. Seafood Restaurant Cornelius

Etwas ganz besonderes ist das Restaurant Cornelius. Eingebettet am Ufer der winzigen Insel Holmen in Bjorøy, liegt es inmitten eines kleinen Paradieses.

Seafood Restaurant Cornelius

Damit die Gäste überhaupt zum Restaurant kommen können, gibt es einen eigenen Transferservice. Man gönnt sich ja sonst nichts! Zweimal am Tag legt ein Boot in Bergen an, um die Gäste abzuholen – mittags um 11:30 Uhr und abends um 18 Uhr. Mit Highspeed fliegt der Hochgeschwindigkeitskatamaran über das Wasser und ca. 20 Minuten und diverse Drinks später taucht das Cornelius Restaurant am Horizont auf. Natürlich bringt einen das Boot auch wieder zurück. Ebenfalls zu festen Zeiten. Es ist daher ratsam sich etwas Zeit zu nehmen und sich einem mehrgängigen Menü zu widmen.

Frisch zubereitetes Seafood

Wahlweise kann auch eine kleine Geschichtsstunde mit Besitzer Alf Roald Sætre hinzu gebucht werden – darin erfahrt ihr alles rund um die Gründung des Restaurants inklusive einiger Frauengeschichten und zahlreicher Anekdoten. Zusammen mit Odd-Einar Tufteland kam der sympathische Cowboy der Meere auf die Idee auf dieser winzigen Insel ein Meeresfrüchte-Restaurant zu gründen. Mittlerweile gilt das Restaurant als eines der besten Fischrestaurants Norwegens. Beim Anblick der zahlreichen Wasserbecken, in denen bunte Fische und Meerestiere schwimmen oder krabbeln, wundert mich das nicht. Frischer geht eben nicht. Alf Roald Sætre wird übrigens auch Muschelmann genannt, denn viele der Meeresfrüchte fängt er nach wie vor selbst. Das ist Qualität, die überzeugt.

Malerisch: Essen direkt am Meer in Norwegen

Aber egal, woher die Zutaten kommen, das Essen schmeckt einfach nur fantastisch! Die Jungs in der Küche verstehen etwas von ihrem Fach. Ohne viel Schnickschnack kommt hier der pure Fischgeschmack auf den Teller. Grandios!
Ah, natürlich bekommt ihr hier auch den passenden Tropfen zu eurem Fisch: In der Mitte des Restaurants befindet sich ein gigantischer Weinkeller, der direkt in den Stein der Insel gehauen wurde. Ein Paradies für alle Weinliebhaber!
Bootstour, Geschichtsstunde, 5-Gang-Menü und atemberaubender Sonnenuntergang am Wasser für ca. 140 € – klingt fair, oder?

Cornelius Seafood Restaurant
Katlavika 14
5177 Bjørøyhamn, Norwegen

Ambiente: Gemütlich, locker, modern
Essen: Frischester Fisch 
Preis: €€€€€


3. Restaurant Lysverket

Das Lysverket war für mich persönlich das größte kulinarische Highlight der kleinen Norwegen-Reise. Seit 2013 werden im Herzen des wunderschönen Städtchens Bergen sogenannte "Neo-Fjordic-Gerichte" unter Leitung von Chefkoch Christopher Haatuft serviert – also sozusagen kreativ und modern zubereitetes Seafood.

Restaurant Lysverket im Herzen von Bergen

Beheimatet im Kunstmuseum KODE 4, würden viele sowohl die Küche als auch das Ambiente eher in Kopenhagen als in Bergen vermuten. Rot beleuchtetes Industrial-Chic trifft hier auf gemütliche Holzvertäfelung sowie zurückhaltendes, skandinavisches Design und kreative, junge Küche trifft auf traditionelle, regionale Norwegian-Cuisine. Ja, das Lysverket ist wirklich ein Juwel der nordischen Küche!

Geschmacksfeuerwerk im Restaurant Lysverket

Egal, ob Mittagessen, Abendessen oder ein Snack an der Bar – ich glaube, aus diesem Restaurant geht jeder glücklich und zufrieden. Wir zumindest waren es. Sogar mehr als das!
Naja, kein Wunder, denn Chefkoch Haatuft kredenzte uns mit viel Humor ein wahres Geschmacksfeuerwerk: Gefüllte Miniwraps, knusprige Kräcker mit einer Heilbutt-Creme, Pumpernickel mit Makrelenbutter, Kabeljau-Süppchen mit Lauchöl, frittierte Austern mit eingelegten Gurken, zarte Jakobsmuscheln mit Shitake-Pilzen, Hering mit Artischocken-Chips, perfekt angebratenes Lengfischfilet mit Rahm-Kohl und als krönenden Abschluss ein erfrischendes sowie göttliches Safran-Buttermilch-Eis mit einem Hauch Karamell.

Chefkoch Christopher Haatuft und seine Crew in seinem Restaurant in Bergen

Hach, sowohl optisch als auch geschmacklich einfach nur genial – und das für ca. 110 €. Eine ganz klare Empfehlung!

Lysverket
Rasmus Meyers allé 9
5015 Bergen, Norwegen

Ambiente: Gehoben, urban, stilvoll
Essen: Moderne, kreative Küche mit Sterne-Niveau
Preis: €€€€€


Bilder: Björn Valentin von Herzfutter // Marius Fiskum von Fisch aus Norwegen

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