Mittwoch, 30. Juli 2014

Ein Film für Herzfutter mit ganz viel Rhabarber-Crumble

Oh ja, ihr habt richtig gelesen. Ein Film für Herzfutter. Ein Film über Herzfutter. Ein Film mit Herzfutter. Aber okay, kein professioneller Film, sondern ein Film, welcher im Rahmen meines Studiums "Medien- und Kommunikationsmanagement" entstanden ist. Die Aufgabe? Eine Marke in eine Geschichte einzubinden und diese so erlebbar zu machen. Was die Geschichte ist? Das bekommt ihr hoffentlich selbst heraus.
Zusammen mit meinen Kommilitonen haben wir mit sehr viel Spaß und sehr vielen Pannen an wenigen Tagen und unter Zeitdruck gedreht und anschließend geschnitten. Dazu kam, dass wir das Pech hatten, dass das technische Equipment, welches wir dringend benötigten, nicht bekamen und so also noch unter erschwerten Bedingungen drehen mussten. Also standen wir da dann mit einer ausgebreiteten Rettungsdecke zum Reflektieren, einem Fotostativ und einer Hobbykamera. Das Wetter spielte zu allem Überfluss auch nicht immer mit. Ihr glaubt gar nicht, wie schwierig es war unter diesen Bedingungen einen Film hinzubekommen. Aber am Ende sind wir doch alle sehr stolz auf das Ergebnis. Besonders wenn man eben die Entstehungsbedingungen kennt. Der Bruder von Katrin lieferte dann noch die passende Musik und peppte das Werk noch mehr auf. Aber nun seht selbst:


Der Salat und die Gyroslasagne findet ihr übrigens auf dem Blog, aber das Dessert werdet ihr vermutlich lange suchen, denn wir haben uns überlegt, dass dieses nun erst heute auf den Blog kommen soll, als kleiner Clou.
Also Klappe, die Erste, hier kommt der eigentliche Star des Filmes:

Rhabarber-Crumble-Schichtdessert mit Erdbeersauce und Quarkcreme 

Zutaten für 4-6 Personen
2 Äpfel
4 Stangen Rhabarber
300 g Mehl
150 g brauner Zucker
150 g Butter
500 g Quark
1 Ei
500 g Erdbeeren
50 g Zucker

Zubereitung
Den Backofen zuerst auf 180°C vorheizen. Das Obst waschen, den Apfel vom Gehäuse entfernen, den Rhabarber schälen und beides klein schneiden. In eine feuerfeste Form füllen. Das Mehl mit dem braunen Zucker und der Butter vermengen und die Streusel über das Obst streuen. 




Für 35-45 Minuten in den Ofen schieben, bis die Streusel goldbraun sind. Den Quark mit einem Ei aufschlagen. Die Erdbeeren waschen, den Strunk entfernen und zusammen mit dem Zucker pürieren. Jetzt geht es ans Schichten! In Gläser Crumble, Quarkcreme und Erdbeersauce abwechselnd schichten. Zusammen wirklich unfassbar gut!


Ein wahres Trääumchen! Leider gibt es jetzt keinen Rhabarber mehr, aber das nächste Jahr kommt ja immer schneller, als man gucken kann.

Und jetzt bin gespannt, was ihr zum Film und dem Dessert zu sagen habt. :)

Samstag, 26. Juli 2014

Ich backs mir: Beeriger Nussstreuselkuchen

Jeden Monat ruft die liebe Clara: "Ich backs mir!" Jeden Monat gibt es ein neues Thema und dann wird zusammen gebacken. Einfach so und so einfach. Trotzdem habe ich es bisher nie geschafft mitzumachen, aber diesen Monat hat es endlich geklappt. Clara hat gefragt: "Wie schmeckt euer Sommer?"
Tja, wie schmeckt der eigentlich, dieser Sommer? Nach schwüler Hitze und salzigem Meerwasser. Nach grillen im Kreise der Liebsten schmeckt er, nach Erfrischungen wie selbstgemachter Limonade und leckerem Eis. Nach leckeren Salaten und leichten Antipasti. Aber das kommt natürlich alles nicht aus dem Backofen. Also schmeckt der gebackene Sommer eher nach Erbeercremetorte, Melonentorte, Aprikosenstreuselkuchen, Zwetschenkuchen und und und... hauptsache schön erfrischend und fruchtig. Denn das macht schließlich den Sommer aus, das tolle und frische Obst. Im Garten meiner Eltern wächst und sprießt das Obst nur so aus allen Ecken. Besonders die Johannesbeerbüsche sind immer üppig beladen. Ein wunderbares Obst, so schön sauer, saftig und süß, also perfekt für den Sommer. Früher musste es jeden Morgen zum Frühstück selbstgemachtes Johannisbeergelee von der Mama geben, sonst war der kleine Björn not amused. Schließlich ist es der beste Johannisbeergelee der Welt! 
Damit ich mich jetzt nicht auf den Boden schmeiße, schreie und heule, gibt es ganz schnell Streuselkuchen mit richtig vielen Johannisbeeren dazu noch ein paar Erbeeren, Vanillecreme und Macadamianussstreusel. Wirklich so gar kein Grund zum quengeln - eher ein Grund zum Tanzen und Freuen. Au ja, lasst uns einen Johannisbeerfreudentanz tanzen! Der Kuchen reicht auch garantiert für die gaaaanze Familie. Also auf den großartigen Sommer, dass er uns noch ein paar schöne warme Tage schenkt, an denen wir es uns mit Leckereien und den Liebsten im Grünen gemütlich machen. Einfach einmal richtig die Seele baumeln lassen. Hach, wundervoll! Denn so, liebe Clara, schmeckt der Sommer!


Zutaten
150 g Macadamianüsse
150 g Butter
250 g Mehl
150 g Zucker
2 Eier

500 g Magerquark
1 Pck. Vanillepuddingpulver
2 EL Zitronensaft

500 g Johannisbeeren
400 g Erdbeeren

Zubereitung
Zuerst den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Nüsse grob hacken und mit den Händen die Nüsse, die Butter, das Mehl und den Zucker gut verkneten. Mit dem Rührgerät jedes Ei eine Minute lang unterkneten. 



Ungefähr die Hälfte des Teiges auf den Boden eines mit Backpapier ausgelegtem Bleches drücken und verteilen. Für 10 Minuten den Teig vorbacken.
Nun den Quark mit dem Puddingpulver und dem Zitronensaft zügig verrühren. Auf dem Teig verteilen. 
Jetzt geht es ans Obst, dieses erst einmal gut waschen. Die Johannisbeeren von den kleinen Ästen befreien und die Erdbeeren von ihrem grünen Strunk. Die Erdbeeren müssen außerdem noch klein geschnitten werden. Sowohl Johannisbeeren als auch Erdbeeren kommen jetzt auf das Quarkbett. Darüber noch die restlichen Streusel streuen und dann geht es wieder ab in den Ofen! 




Ganze 40-50 Minuten muss der Kuchen nun backen, bis der Quark relativ fest und die Streusel schön knusprig und goldbraun sind.
Auskühlen lassen und dann in der Sonne genießen. Guten Appetit und jetzt seid ihr dran zu sagen "Ich backs mir!" :)




Donnerstag, 24. Juli 2014

Auf den Spuren von Tomaten, Paprika und Mikrogemüse

Vielleicht erinnert ihr euch, bereits vor ungefähr einem Jahr habe ich über den Tomatenanbau in Deutschland berichtet. Natürlich habe ich mich bereits dort gefragt, werden Tomaten so auch in anderen Ländern angebaut? Jetzt hatte ich endlich Gelegenheit dieser Frage auf den Grund zu gehen und darüber hinaus in den Anbau von Paprika, Schädlingsbekämpfung und in die beeindruckende Welt von Mikrogemüse einzutauchen. Vier wirklich große und spannende Welten, mit denen ich jeweils einen Blogbeitrag füllen könnte. Da ich euch aber nicht mit zu vielen Informationen langweilen wollte, gibt es heute einfach nur einen Überblick und wenn dann noch Interesse besteht, beantworte ich gerne jede Frage oder schreibe doch noch einen weiteren Beitrag über ein gewünschtes Thema.


Lasst uns also starten. Und zwar sehr früh am Morgen in Berlin. 
Der Anlass? Durch die EHEC-Krise ist das Vertrauen in die Qualität von Gemüse und somit der Gemüsekonsum stark gesunken. Der Preis für Gemüse war so niedrig wie noch nie, natürlich auch bedingt durch den Preisdruck des Handels und der Discounter, und so mussten viele Anbauer ihre Betriebe in Europa schließen. Bis heute sinkt der Gemüsekonsum in Deutschland. Also hat die EU die Äufklärungskampagne "Sicher ist lecker" ins Leben gerufen und informiert seit 2012 über die Anbaumethode von Gemüse in Glasgewächshäusern. Da ich natürlich ein großer Fan von transparenten Informationen und Weiterbildung bin, kam ich der Einaldung gerne nach und so ging es also mit dem Flieger auf nach Amsterdam. Denn wo kennt man sich besser mit Tomaten aus, als in den Niederlanden? Auf eine über 400-jährige Tradition im Glasgewächsanbau können unsere lieben Nachbarn zurückblicken. Sie sind der führende Obst- und Gemüseexporteur der Welt.



Vom Flughafen Amsterdam ging es direkt in die "Tomatoworld" - das Informationszentrum für Tomatenanbau. Um es kurz zu machen: Ja, auch hier in den Niederlanden werden Tomaten so angebaut wie in dem besichtigten Betrieb in Deutschland. Sprich, es werden Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung und Hummeln zur Bestäubung eingesetzt. Nützlinge sind kleine Insekten, die eingesetzt werden, damit sie die Schädlinge töten - zum Beispiel setzt man Schlupfwespen gegen die "Weiße Fliege" ein, da sie ihre Eier in die Larven der weißen Fliege setzen und diese so sterben.


Bewässert wird ein Substrat - Kokosfasern oder Steinwolle - in dem die Pflanzen wachsen per Tröpfchenbewässerung. Das Wasser besteht zum großen Teil aus gereinigtem Regenwasser, welches in großen Becken aufgefangen wird. Sie wachsen in einem sicheren und geschlossenem System: dem Gewächshaus. Würden die Pflanzen in der Erde wachsen, wären die Tomaten Bio-Tomaten. Allerdings hat das Wachsen in der Erde unter anderem den Nachteil, dass der Anbau schwerer kontrollierbar ist. Wenn die Erde zum Beispiel einmal mit einer Krankheit befallen ist, werden sofort alle Pflanzen krank. Beim Substrat sind nur wenige Pflanzen betroffen und das Substrat enthält außerdem keine Schimmelpilze und kann recycelt werden. Auch hier wachsen die Tomaten bis zur vollen Reife an der Pflanze, werden per Hand geernet und kommen erst reif und aromatisch in die Supermärkte.
Ich hatte ehrlich gesagt das Vorurteil, dass die Tomaten aus den Niederlanden einfach nur schnittfestes Wasser ohne Geschmack sind, aber nein, auch diese Tomaten schmecken richtig gut! Denn was müssen Foodblogger sofort machen? Okay vom Fotografieren und Twittern einmal abgesehen - sie müssen alles probieren!


Nur ein satter Foodblogger ist ein glücklicher Foodblogger. Ganz alte Weisheit. Wie passend, dass ganz zufällig ein paar Kisten voll gestopft mit Tomaten vor uns standen. Aber nicht nur eine Sorte Tomaten, nein das waren dann doch ein paar Sorten mehr. Wusstet ihr, dass es über 2500 Sorten Tomaten in den unterschiedlichstens Formen und Farben gibt? Jede Sorte schmeckt anders, es gibt also gar nicht "DEN" Tomatengeschmack. Auch gerade grüne und gelbe Sorten haben ihre Reize. Nicht nur eine rote Tomate ist eine gute Tomate. Es ist wirklich unglaublich schade, dass wir nur so wenige Sorte kennen. Wir sollten wirklich öfters in unserem Supermarkt andere Sorten verlangen. Schließlich haben wir die Macht, das Angebot zu beeinflussen.



Noch zwei Tipps zum Kauf von Tomaten - Tomaten, Gurken und Paprika niemals im Kühlschrank lagern, sondern bei 12-18°C, so behalten sie ihr Aroma besser. Die Rispe auch nicht sofort entfernen, denn dadurch reift die Tomate noch nach und zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung, bleibt also länger frisch.
Durch die lange Tradition im Gemüsenabau ist es übrigens keine Seltenheit, dass ein Betrieb schon seit Jahren in Familienhand ist und immer an die nächste Generation übergeben wird. Die Niederländer sind wirklich mit viel Passion dabei. In genau so einen Familiebetrieb ging es nun um den Paprika beim Wachsen zuzuschauen. Ein Meer aus Paprika vor unseren Augen. Unfassbar! Wusstet ihr, dass Paprika mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte hat? Generell ein wirklich sehr gesundes und unterschätzes Gemüse! Im besagten Betrieb werden nur rote Paprika angebaut, aber da grüne Paprika einfach nur unreife Paprika sind, gibt es also zwei Sorten Paprika. Gelbe oder orangene Paprika bauen dann wiederum andere Betriebe an. Aber abgesehen vom Gemüse, unterscheidet sich die Anbaumethode nicht besonders von Tomaten.



Kommen wir nun aber zum Spannendsten Teil des Berichtest, denn am meisten beeindruckt hat mich die Welt des Unternehmens "Koppert Kress". Hier wird Mikrogemüse, also Kressepflanzen, Kräuter, Blüten und Sprösslinge angepflanzt und vor allem an die Gastronomie verkauft. Ein Blick in die Gewächshäuser und wir waren sprachlos. Unendliche Weiten von kleinen Pflänzchen in allen Farben. Auch diese Pflanzen werden nicht gespritzt, sondern mit Nützlingen bekämpft und auch diese Pflanzen sind nicht komplett Bio, da sie nicht in Erde wachsen, sondern in Cellulose. Allein deswegen, weil in der professionellen Gastronomie Erde und Dreck nicht zu den Lieblingsdingen der Köche zählt.
Ich war überrascht was für riesige Geschmacksexplosionen in diesem Mikrogemüse steckt. Mit Explosionen meine ich auch wirklich Explosionen. Manche dieser kleinen Pflänzchen breiteten ihren Geschmack wie ein Feuer im Mund aus. Unfassbar. Wir probierten uns durch das halbe Sortiment. Salzig, saftig, fruchtig, kräuterig, knackig, sauer, süß, scharf, bitter... einfach alle Geschmacksrichtungen.


Affilla Cress schmeckt nach frischen Erbsen, Blue Ocean nach salziger Auster, Chilli Cress erinnert an scharfen Senf, Honny Cress schmeckt honigsüß, Yka Leaves säuerlich, Apple Blossom nach grünem Apfel und From Age Leaves erinnert sehr stark nach richtig altem Käse - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber natürlich nascht man diese Pflanzen nicht nur so, sondern man kann damit kalte Getränke aufpeppen, oder mit heißem Wasser übergießen und natürlich werden mit diesen Schätzen vor allem Gerichte verfeinert. Von der Vorspeise bis zum Dessert! Köche können die Produkte direkt vor Ort in einer hauseigenen Küche testen und in genau dieser Küche bekamen wir ein exklusives Dinner serviert.



  1. Gang: Vegetarisches Vitello Tonnato mit Selleriescheiben, vegetarischer Thunfischmayonnaise und diverser Kressesorten
  2. Gang: Spargelsuppe mit Knoblauch und Vanille und dem besten Macaron meines Lebens, denn dieser war mit köstlicher Ziegenkäsecreme gefüllt
  3. Gang: Kleiner Burger mit Spargel, Kartoffeln, Hollandaise, Ei, Erbsensprossen und Trüffelpapier
  4. und abschließender Gang: Weiße Schokoladenkerze mit Mandelkerze, gefüllt mit Erdbeer- & weißem Mousse




Einfach nur wow. Unterstütz durch die Pflänzlein waren es wieder einmal kleine Geschmacksexplosionen. Wahre Meisterwerke und unglaublich lecker!
Ich möchte unbedingt mehr mit diesen kleinen Pfänzchen arbeiten und experimentieren. Rezepte dazu gibt es auch direkt auf der Unternehmensseite. Kräuter und Gewürze verwenden wir ja vermutlich alle routiniert, aber Sprossen, Kresse und Blüten? Bei mir auf jeden Fall bis auf die Standardkresse Fehlanzeige. Leider sind die Pflanzen wirklich nur schwer zu bekommen und dann auch noch recht teuer. Aber die Mühe ist es wirklich wert. Definitiv.

Am nächsten Tag wurde dann noch das wunderschöne Amsterdam etwas erkundet und zack waren zwei spannende Tage vorbei und es ging ab nach Hause.



Zusammenfassend kann ich sagen, ich bevorzuge nach wie vor regionales Obst und Gemüse und im besten Fall natürlich vom Bauern meines Vertrauens. Aber mein ursprüngliches Vorurteil, dass Gemüse und Obst aus den Niederlanden nicht schmeckt und unreif geerntet wird, kann ich definitv über Bord werfen. Gleichzeitig muss man auch nochmal sagen konventioneller Anbau ist natürlich nicht gleich schlecht. Es kommt immer auf den jeweiligen Betrieb an.


Ich weiß natürlich nicht, ob wir nur Vorzeigebetriebe besichtigt haben, oder doch wirklich alle genau so wie ich es beschrieben habe produzieren. Aber da die großen Handelsunternehmen wie REWE auf den Druck der Verbraucher reagieren und sehr strenge Qualitätskontrollen besonders in Bezug auf Pflanzenschutz an ihre Lieferanten stellen, bin ich guter Dinge und kaufe auch einmal gutgläubig Gemüse und Obst im Supermarkt. Zu "Koppert Cress" muss ich vermutlich gar nicht mehr viel sagen: Einfach großartig und inspirierend! Diese Sprossen sind eindeutig großartig und wirklich frei von EHEC und Co.! Wie war das? Sicher ist lecker!

Sonntag, 20. Juli 2014

American Birthday-Oreo-Strawberry-Cheesecake

Cremig, sahnig, luftig, locker und süß - so sollte er sein. Der perfekte Käsekuchen. Jeder liebt ihn, jeder will ihn. Stück für Stück in den Kuchenhimmel schweben. Der Kuchen schmilzt einfach nur so im Mund. Man spürt ihn fast gar nicht und trotzdem ist es der perfekte Genuss. Ein Boden aus leckeren Oreos, eine Erdbeersauce, die sich über den Kuchen ergießt. Na? Läuft euch schon das Wasser im Mund zusammen? 
Ich muss ja gestehen, ich bin wirklich süchtig nach Käsekuchen. Süchtig. Wirklich süchtig. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Versionen. Eine besser als die andere. Käsekuchen erinnert mich immer ein bisschen an den Klassiker der Oma mit Rosinen, aber dann denke ich auch sofort an unverschämt perverse amerikanische Kreationen mit unverschämt vielen süßen kleinen Kalorienchen, die sich ganz eng in den Kuchen drängen um dann im Mund eine kleine Party zu feiern. 
Eine Freundin von mir wünschte sich zu ihrem Geburtstag einen richtig schön perversen und perfekten amerikanischen Cheesecake. Also habe ich mich in die Backstube geschwungen und mich mit Schneebesen und Schüssel bewaffnet. Let's bake! 
Da es sich um einen Geburtstagskuchen handelt, durften die Geburtstagskerzen und die Zuckerherzen natürlich nicht fehlen und ähm huch? Am Ende sah der Kuchen dann irgendwie auf einmal aus wie für einen Kindergeburtstag. Aber Kindergeburtstag ist ja nie verkehrt. Oder? Doch? Dann bitte ganz schnell auf das X da rechts oben klicken. Wie? Also doch bereit für ein bisschen bunte Kunderkuchentorte? Okay!
Aber ich gebe zu, da der Kuchen nicht unbedingt eine klassische Käsekuchenschönheit geworden ist und ich auch etwas unter Zeitdruck gebacken habe, wollte ich euch diesen Leckerbissen hier komplett vorenthalten. Tja, so ist das! Aber zum Glück haben sich einige von euch das Rezept bei Instagram und Facebook gewünscht! Denn geschmacklich ist der Kuchen... naja wie soll ich sagen? 
Oberhammersuperdupergöttlichzumhinschmelzengeil
Jetzt müsst ihr dafür aber mit Handybildern und einer Kindergeburtstagsdeko leben. Trotzdem lasst euch davon nicht aufhalten. Ihr müsst dieses luftige Wunder der Kuchenwelt einfach nachbacken, der ist wirklich so unglaublich gut! Hach! Glaubt mir doch bitte! Bitte? Los jetzt! Ihr müsst backen! Jetzt! Tut es für die Cheeeeesecaaakeliebe dieser Welt. :)
3, 2, 1... Los!


Zutaten
24 Oreos (ca. 270 g)
1 EL Butter
2 Eier
200 g Zucker
500 g Magerquark
1 Pck. Vanillepuddingpulver (40 g)
500 ml Sahne
300 g Erbeeren
restlichen Oreos zum Dekorieren

Zubereitung
Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Oreos sehr fein zerkleinern - die einfachste Methode ist nach wie vor die Kekse in einen Gefrierbeutel zu tun und mit einem Nudelholz die Kekse schön klein hauen. Mit der Buter vermischen und dann in eine mit Backpapier ausgelegte Form drücken. 
Die Eier mit dem Zucker einige Minuten schön schaumig und luft aufschlagen. Den Quark, die Sahne und das Puddingpulver unter die Masse rühren. Alles sehr gut miteinander vermengen und auf die Oreoschicht gießen. Auf der untersten Stufe im Backofen ungefähr 80-90 Minuten backen. Anschließend im leicht geöffneten Backofen auskühlen lassen. Zum Schluß die Erdbeeren pürieren und über den Kuchen gießen. Ich habe die Erbeeren direkt nach dem Backen über den Kuchen geschüttet, daher ist die Sauce dann fest geworden. Das war so eigentlich nicht geplant. 
Lasst es euch schmecken! :)



Mittwoch, 16. Juli 2014

Worte über Flüchtlinge und serbischen Reisauflauf mit Zimt und Rosinen

Ein Gericht direkt aus der Palastküche des Sultans, ein Gericht aus einer anderen Welt. Und doch eine Welt, die vielleicht direkt in der Nachbarswohnung zu Hause ist. Schließlich leben in Deutschland und gerade hier in Berlin Menschen aus der ganzen Welt. Es sind oft ehemalige Flüchtlinge und Asylsuchende. Einzigartige und bewegende Geschichten stecken hinter diesen Familien. Selten war es ein leichter Weg. Daher hat es sich eine Gruppe von Studenten der Universität Mannheim und Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe des Caritasverbandes Mannheim e.V. auf die Fahne geschrieben, es Asylbewerbern einfacher zu machen in Deutschland Fuß zu fassen und das Leben für Flüchtlinge zu verbessern. Das Projekt "Intecreative" entstand. Die erste Aktion war ein Fest für Flüchtlinge bei dem jeder eine selbstgekochte Köstlichkeit aus seinem Heimatland mitbrachte. Denn was verbindet mehr als Essen? Vermutlich nichts! Daher ist aus diesem Fest nun ein Kochbuch entstanden, welches die unglaublichen Geschmacksexplosionen und kulinarischen Highlights vieler verschiedener Kulturen einfängt und in unsere Küchen bringt. Es ist ein einfaches Beispiel dafür, wie die Menschen einer multikulturellen Gesellschaft sich gegenseitig bereichern können. Wir können jede Menge voneinander lernen. Es sind nicht nur Bittsuchende und Flüchtlinge, sondern Menschen und kleine unverzichtbare "Bausteine" einer bunten und vielfältigen Gesellschaft.
Das Kochbuch "Die Welt kocht im Quadrat - Ein Kulturkochbuch" lässt die Flüchtlinge zu Wort kommen, gibt uns direkten Einblick in das Leben dieser Menschen, es zeigt, was es bedeuten muss sein Land zu verlassen. Wirklich alles hinter sich zu lassen, Freunde, Familie und alles Vertraute und in einem fremden Land anzukommen und zu leben. 
Es ist ein gemeinnütziges Projekt - der Erlös dieses Kochbuches wird komplett aufgewendet um Flüchtlingen in Mannheim zu unterstützen, z.B. durch den Aufbau eines Sprachcafés. Bestellen könnt ihr das Buch direkt bei den Studenten des Projektes: Webauftritt und Facebookseite.




Ein großartiges Projekt und Kochbuch, für das ich gerne zwei Fotos beigesteuert habe: Iranische Kokoskekse (Shirini) und Reisauflauf mit Zimt und Rosinen (Pilaf).
Beides unglaublich lecker und da es mir der Reisauflauf besonders angetan hat und auf jeden Fall noch oft gekocht wird, kommt er nun auf den Blog. Viel Spaß beim Eintauchen in eine andere Kultur. :)



Zutaten (für 4 Personen)
2 Zwiebeln
500 g Möhren
1 kg Hühnchenfleisch
4 EL Öl
3 Knoblauchzehen
1 TL Kardamom
1 TL Zimt
50 g Rosinen
30 g Mandelblättchen
Salz
Pfeffer
300 g Reis
frischer Koriander

Zubereitung
Die Zwiebeln, Knoblauchzehen und Möhren, schälen und sehr, sehr fein schneiden, das Fleisch grob würfeln und den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln anbraten und das Fleisch hinzugeben. Scharf anbraten und den Knoblauch, Kardamom, Zimt, die Rosinen, Möhren und Mandelblättchen dem Fleisch untermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Alles kurz braten lassen und dann vom Herd nehmen.
In eine Auflaufform etwas Öl geben, die Mischung au der Pfanne hinzugeben und mit dem ungekochten Reis vermischen. Mit einem Liter Wasser aufgießen und in den Ofen schieben. Nach 25-30 Minuten sollte der Reis das Wasser aufgesogen haben und fertig sein. 
Zuletzt den frischen Koriander fein hacken und über das Pilaf streuen. Jetzt noch servieren und genießen!


Samstag, 12. Juli 2014

Der perfekte Biergenuss: Ein Überblick vom Glas über Craft Beer bis zum Foodpairing

Grillgeruch in der Nase. Biergeschmack auf der Zunge. Für mich ein unverzichtbarer Teil des Sommers. Grillen und Bier. Aber wie wichtig ist uns eigentlich dieses Bier? Das angebliche Nationalgetränk der Deutschen? Warum gibt es auf dem Massenmarkt - immer streng nach dem Reinheitsgebot - nicht einmal ansatzweise so viele verschiedene Sorten wie das auf dem Weinmarkt der Fall ist? Hat Wein nicht in Wirklichkeit einen höheren Stellenwert als Bier? Ist das Weinregal oder das Bierregal das Größere? Wie viele Weinläden und wie viele Bierläden kennt ihr? Auf einem der Großteil der Weine finden sich kleine Romane, wonach dieser Wein nun genau schmeckt und zu welchem Gericht er gut passt. Beim Bier? Fehlanzeige. Wer trinkt außerdem zu Schokolade oder einem Dessert ein Bier? So ist es auch nicht verwunderlich, dass es äußerst viele Weinsommelière gibt, aber Biersommelière? Die muss man schon suchen. Warum interessiert uns beim Wein die Rebsorte - beim Bier dagegen hat sich vermutlich niemand einmal ernsthafte Gedanken über Hopfen- oder Gerste- bzw. Weizensorten gemacht, oder? Dabei ist der Gedanke, oder? Achtung jetzt wird es noch verrückter, für einen Rotwein gibt es ein Rotweinglas, für einen Weißwein nimmt man ein Weißweinglas - warum? Weil der Wein sich im "richtigen" Glas besser entfalten kann und besser schmeckt. Da darf das Glas dann auch gerne mehr kosten. Das Glas ist also entscheidend für den Geschmack. Und beim Bier?


Damit ich diese Frage beantworten kann, musste ich erst einmal in den Süden fahren in die Welt des Bieres, in einen kleinen Ort, an dem die Zuggleise einfach aufhören, in dem jede Menge Zoigl getrunken wird und die Glasherstellung eine lange Tradition hat: Neustadt an der Waldnaab. Hier sitzt das Unternehmen Spiegelau. Seit über 500 Jahren wird unter diesem Namen Glas produziert. Zum Konzern gehören außerdem die Marken Nachtmann und Riedel. Man kennt sich also aus beim Thema Glas. Seit Jahrzenten spezialisiert auf die Produktion von Weingläser und seit 5 Jahren nun auch auf Biergläser.
Warum zur Hölle Biergläser? Ähnlich wie beim Wein ist das Glas entscheidend dafür, wie sich das Aroma des Getränkes ausbreiten kann, und wie welches Aroma am besten von der Nase aufgenommen werden kann. Bei einer großen Öffnung kann sich das Aroma natürlich viel schneller und besser ausbreiten, als bei einer kleinen Öffnung. Beim Bier ist außerdem die Schaumbildung entscheidend, das heißt, bei einer schlanke Form mit einem geringen Durchmesser hält sich der Schaum natürlich viel besser und länger. Für die Schaumbildung ist auch die Oberfläche des Glases entscheidend, sehr feines, glattes und hochwertiges Glas bringt die Blasen nicht so schnell zum Platzen wie unebenes Glas - es wird also schneller schal. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch das Ende des Glases, der sogenannte "Mundrand" - je dünner das Glas, desto besser wird das Getränk dorthin gelenkt, wo es hinsoll - z.B. nicht sofort auf den Bereich der Zunge, welcher für den bitteren Geschmack zuständig ist. Dünnes Glas hat außerdem den Vorteil, dass das Getränk länger kühl bleibt. Glaubt mir, ich war auch sehr skeptisch, als ich das alles gehört habe, aber probiert das einfach einmal selbst aus, probiert euer Bier aus verschiedenen Gläsern (Weinglas, Schnapsglas, dickem Glas etc.) und konzentriert euch voll auf den Geschmack und den Geruch. Ich glaube fest daran, ihr werdet Unterschiede feststellen.


In unendlich vielen Workshops mit Experten der Bier- und Glasbranche werden aus unendlich vielen Gläsern per Ausschlussverfahren und Weiterentwicklung für jede Biersorte das perfekte Glas gefunden. Das alles nur, damit wir den perfekten Biergenuss erfahren können. Für mich ein faszinierendes und bisher unentdecktes Feld.


Auf diese Weise sind bisher für folgende Biere Gläser entstanden:
  • Belgisches Ale, Pilsner und eigentlich "fair" zu jedem Bier: Biertulpe
  • Deutsches und böhmisches Pilsner: Pilsstange
  • Helle Lagerbiere, Ales, Englisches Stark-Ale, Deutsches Helles: Helles
  • Deutsches Weizen, belgisches Weißbier, Weizen-Ale: Weizenbierglas
  • India Pale Ale: IPA-Glas
  • Stout: Stout-Glas
Wenn ihr nun den Selbsttest machen wollt, wie macht man das jetzt eigentlich als angehender Biersommelière? 
Zuerst schaut ihr euch die Optik an, ist das Bier klar, besitzt es eine schöne Farbe, also strohgelb und fein beim Pils oder schwarz und feurig-dunkel wie beim Schwarzbier. Wie ist die Schaumbildung? Stabil? Feinporig?
Dann ist der Geruch natürlich wichtig, ihr könnt wie beim Wein das Bier auch einmal im Glas etwas kreisen lassen für die volle Aromaentfaltung. Wonach riecht das Bier? Ein helles Weizenbier riecht zum Beispiel in der Regel nach Banane, Eisbonbon, Pfirsich oder Melone. Für Fortgeschrittene: Riecht das Bier nach Hopfen oder Malz? Welcher Geruch ist zuerst in der Nase?
Jetzt kommt der entscheidende Moment: Der Geschmack. Den 1 Schluck, den Antrunk, im Mund kreisen lassen, jede Zone der Zunge passieren lassen. Der 2 Schluck, der Nachtrunk, darf auf direktem Weg in den Magen - wie reagiert euer Gaumen darauf? Wonach schmeckt das Bier, wie erfrischend und prickelnd (die Spritzigkeit/ der Frischeeindruck wird auch Rezenz gennant) schmeckt das Bier, wie aromatisch? Wie ist der erste Eindruck, wie ist das Bier im Abgang? 
Ihr merkt, im Grunde ist es sehr ähnlich wie beim Weinverkosten - aber Bier wird niemals, wirklich niemals, ausgespuckt!


Wer jetzt wirklich ganz professionell Bier testen will, für den gibt es von Spiegelau das "Tasting Kit" mit dem wir auch vor Ort geschult wurden. Wie gesagt, ich war vor dieser Schulung sehr skeptisch, was das Thema angeht, aber nun wurden mir etwas die Augen geöffnet und zum Beispiel gerade die Biertulpe von Spiegelau hat es mir angetan - jedes Bier schmeckt mir persönlich unglaublich gut aus diesem Glas, leider übersteigt ein Set zur Zeit noch mein Budget. Das Verrückte an der ganzen Geschichte ist, dass ich nicht nur dem Thema "Glasschulung" skeptisch gegenüber stand, sondern auch allgemein dem Thema "Biergenuss", denn eigentlich würde ich immer ein Glas Wein einem Glas Bier vorziehen. Aber ich habe gemerkt, völlig zu Unrecht.
Warum macht man sich eigentlich zur Zeit so viele Gedanken zum Thema Bier? Schuld daran ist unter anderem die kreative Craft Beer Bewegung bzw. Szene. Denn ganz so schlimm, wie ich es anfänglich beschrieben habe, sieht es in der Bierwelt dann doch nicht aus. Trotzdem hinken wir zum Beispiel den USA hinterher. Hier ist die Craft Beer Szene deutlich größer. Also von wegen Deutschland ist das Land des Bieres.
Und was ist dieses Craft Beer nun? Handwerklich gebrautes Bier, würde man es eins zu eins übersetzen und doch ist es so viel mehr. Kreative und experimentelle Kreationen von Brauereien. Biere mit Charakter. Jedes Bier komplett anders als das andere Bier. Geschmacksexplosionen. Unerwartete Aromen. Die Wurzeln des Bierbrauens werden wieder entdeckt. Längst vergessene Herstellungsweisen und Biersorten werden wieder beliebt. Die verkaufte Menge ist nicht entscheidend, der Genuss ist entscheidend! Eine Szene perfekt für Querdenker: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Cocktail aus Fruchtbier? Kreativität, Mut zum Experimentieren und querdenken. Das macht diese Szene aus. Es gibt viele Facetten und eine klare Definition fällt schwer, aber ich kann nur jedem Bierliebhaber - und denen die es werden wollen - raten: Hier kommt ihr ganz auf euren Geschmack. Denn auf jeden Fall bleibt festzuhalten, neben dem perfekten Glas sind die Zutaten und die Braukunst entscheidend für das perfekte Bier.


Kommen wir nun für den absoluten Genuss zum Food-Pairing. Natürlich ein sehr breites Feld, was ich auch nur kurz anschneiden möchte. Das perfekte Bier zum jeweiligen Essen? Darin bin ich definitiv kein Experte. Aber generell möchte ich euch einfach zum Experimentieren ermuntern. Schokolade und Bier funktioniert genauso wunderbar wie Käse und Bier. Dunkle Biere eignen sich sehr gut zu Desserts und Schokolade: Ein Schwarzbier ist der perfekte Begleiter für ein Tiramisu, ein dunkler Doppelbock ein perfekter Begleiter zum Mousse au Chocolat. Ein Pils harmoniert wunderbar mit "leichten" Käsesorten wie einem Brie oder Frischkäse, während ein Dunkles mit einem Blauschimmelkäse perfekt harmoniert. Generell gilt "Gleich und Gleich gesellt sich gern" - sprich ähnliche Geschmacksrichtungen harmonieren natürlich erst einmal, allerdings um den jeweiligen Geschmack zu betonen gilt auch "Gegensätze ziehen sich an". Wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren.
Sowohl beim Glas, als auch beim Inhalt und auch beim Foodpairing: Am Ende ist das Wichtigste, dass es euch schmeckt und natürlich ist jeder Geschmack anders. Wichtig ist nur der Mut zum Experimentieren und den habe ich nach dieser Schulung auf jeden Fall und ihr nach diesem Artikel vielleicht auch. Das Bier verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit - wer hat schließlich schon etwas gegen Genuss und den guten Geschmack?! 


Die Rechte der Fotos liegen alle bei Spiegelau und ein Großteil der Informationen stammen nicht nur vor der besagten Schulung, sondern auch aus dem Buch "Bier & Genuss - Rezepte, Traditionen und Lebensart" von Sandra Ganzenmüller und Sebastian Priller-Riegele, welches ich allen Bierinteressierten sehr ans Herz legen möchte. Vielen Dank auch an Spiegelau und Sandra Ganzenmüller für die Einladung zu diesem Event und dem Buch.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Ein Dinner: Omas Klassiker neu interpretiert!

Eine Hand am Rockzipfel, die Augen weit aufgerissen und die Nase Richtung der vollen Töpfe auf dem Herd gestreckt. Nicht selten stand ich so als kleiner Tropf neben meiner Oma in der Küche. Der Duft von leckerem Braten, das Geräusch des Blubberns des Kartoffelwassers. Oma befreit noch fix die Erbsen aus den Schoten und schält die Möhren. Bei Oma schmeckte es immer anders als zu Hause. Bei Oma war immer mehr erlaubt. Bei Oma durfte man auch mal selber im Topf herumrühren. Der Opa wird gerufen. Schluß mit der Gartenarbeit! Es gibt Essen. Sonntagsbraten mit Erbsen, Möhren und Kartoffeln. Meistens selbst geschlachtetes Kaninchen, aber das habe ich damals noch nicht so richtig begriffen. Gemüse aus dem Garten. Knackig und frisch. Warm und lecker. Bei Oma ist sowieso alles toll. Anschließend gibt es eingemachtes Obst - natürlich auch aus dem Garten - für mich noch mit extra vielen Schokostreuseln. So herrlich süß und saftig! Nach dem Essen ist vor dem Essen. Oma holt Eier aus dem Keller - die Hühner waren wieder fleißig - Zucker, Milch und Mehl kommt zum Vorschein. Es wird gebacken! Eischnee schlagen war meine Aufgabe. Eiweiß spritzt durch den Raum. Oma schimpft etwas, aber am Ende wird das Eiweiß dann doch fest. Oma hält die Schüssel verkehrt herum über mich - kurzer Schreckensmoment - der mit aufgerissenen Augen und Mund ausgestanden wird. Puh! Alles gut gegangen! Erleichterung! Auf den Schock muss erst mal etwas Eischnee genascht werden. Und etwas Teig. Ach Oma, das gibt doch keine Bauchweh! Und eine Kirsche noch. Und etwas Schokolade. Und etwas Sahne. Und dann ist die Torte auch schon fertig. Schwarzwälder Kirsch! Lecker! Der Duft von frisch gebackenem Kuchen und frisch gekochtem Kaffee lockt auch Opa wieder in die Küche. Danach freue ich mich schon zusammen mit ihm die Hühner und Kaninchen zu füttern und danach...
Na? Kennt ihr das auch? Diese wundervollen Erinnerungen an die Großeltern? Da es bei Oma immer so toll war, gibt es heute ein Dinner wie bei Oma und doch wird es kein Dinner wie bei Oma. Sondern modern, anders, irgendwie ich. Denn auch wenn man mich Omi Björn nennt, bin ich natürlich keine Oma. Es ist meine Version und Interpretation von Oma. 

Außerdem ist es zudem ein Beitrag für die Teilnahme an der "Die volle Punktzahl-Mission" bzw. dem "Punktedinner" von Rewe. Bei Rewe gibt es seit einigen Wochen Payback-Punkte für jeden Einkauf und ich muss mich hiermit als Payback-Junkie outen. Jetzt ist es raus. Denn ich finde, wenn man beim Lebensmittelkauf Punkte sammeln kann, lohnt sich das so richtig. Ja, ich weiß, gläserner Bürger, Datenschutz und sowieso Schande über mich, aber ich bin dann doch immer auf der Jagd nach Schnäppchen und Rabatten - sofern darunter nicht die Qualität der Produkte leidet. Ich will hier auch niemanden zu Payback bewegen, weil ich dem ganzen "Payback-Apparat" auch in gewisser Weise skeptisch gegenüber stehe aber wie gesagt trotzdem sammel ich Punkte. Das muss eben jeder für sich selber wissen. Jetzt wisst ihr auf jeden Fall, warum bei diesem Beitrag neben jedem Gang die Anzahl der möglichen Punkte stehen - wobei es immer nur Schätzungen sind, da ich zwar 1 kg Mehl gekauft habe, aber natürlich nicht alles verbaucht habe.


Ein Dinner für 4 Personen:

Vorspeise: Kartoffelsalatpralinen


Zutaten
400 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
5 Gewürzgurken
5 EL Öl
5 EL Essig oder das "Gurkenwasser"
1 TL Zucker
1 TL Senf
Salz Pfeffer

50 g Bacon
100 g geriebener Käse (z.B. Mozzarella)

50 g Bacon

Kosten & Payback-Punkte
ca. 5 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen heizt ihr auf 200°C vor. Die Kartoffeln inklusive Schale in einen Topf mit Wasser geben und aufkochen lassen. Ungefähr 25 Minuten lang. Parallel die Zwiebel und die Gurke in kleine Würfel schneiden. Aus Öl, Essig, Zucker und Senf wird ein Dressing. Nun müsst ihr 50 g Bacon klein schneiden und zusammen mit dem gerieben Käse auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech zu kleinen Kreisen legen. Damit ihr wisst, was ich meine gibt es auch ein kleines Bild:


Das Blech muss nun für ungefähr 8 Minuten in den Ofen, bis der Käse geschmolzen ist. Eventuell müsst ihr den weichen Käse anschließend wieder etwas zu Kreisen zusammenschieben. 
Die Kartoffeln müssen nach dem Kochen natürlich dann noch geschält und zu kleinen Würfeln geschnitten werden. Kartoffel-, Zwiebel- und Gurkenwürfel sowie das Dressign zu einem Salat vermengen. Jetzt nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beim Anrichten könnt ihr den Salat nun auf die Käsekreise setzen und mit etwas kross gebratenem Bacon dekorieren.


Hauptgang: Braten auf dreierlei Püree



Zutaten
600 g Kartoffeln
ca. 200 ml Milch
etwas Butter
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
600 g Möhren
600 g Erbsen
1 kg Braten (Ich habe leider nur Ochsenbraten bekommen, aber es ginge auch Schweinebraten oder Kasseler etc.)
1 kleine Zwiebel
etwas Petersilie
4 EL ÖL
100 g Honig
1 EL Paprikapulver

Kosten & Payback-Punkte
ca. 15 Euro also 7 Punkte

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und sehr weich kochen. Anschließend abgießen, zerstampfen, etwas Milch und Butter hinzufügen und wieder zerstampfen. Immer so weiter bis ein perfektes, cremiges Kartoffelpüree entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Möhren und Erbsen in zwei verschiedenen Töpfen weich kochen und anschließend ebenfalls mit etwas Butter pürieren. Parallel dazu den Ofen auf ca. 120°C vorheizen. Der Braten wird mit etwas Öl angebraten. Die Zwiebel in sehr kleine Würfel schneiden, zusammen mit etwas Petersilie, dem Öl, dem Honig, dem Paprikapulver und 1 EL Pfeffer vermischen. Den Braten mit der Mischung einreiben und noch gut salzen. Jetzt in eine Fettpfanne geben und für ca. 1,5 Stunden in den Ofen. Bei mir war der Braten schon fast zu durch, also vielleicht reicht auch 1 Stunde, je nach Fleisch, ich bin da leider kein Experte und da hilft dann nur noch zwischendurch den Braten etwas anschneiden und nachschauen. Ist der Braten schön rosa und so wie ihr es wollt: Servieren.



Nachspeise: Schwarzwälder Crumble


Zutaten
100 g weiche Butter
100 g Zartbitterschokolade
150 g Mehl
20 g Kakao
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 kg Sauerkirschen

250 g Quark
150 g Joghurt
50 g Zucker
1 Schuß Amaretto oder Kirschwasser

Kosten & Payback-Punkte
ca. 4 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Zartbitterschokolade sehr fein hacken und zusammen mit der Butter, dem Mehl, dem Kakao, dem Zucker und der Prise Salz verkneten. In eine feuerfesten Form die entkernten Kirschen (Kirschen aus dem Glas gehen auch) geben und darüber die Streusel streuen. 


In den Ofen für ca. 35 Minuten. Aus Quark, Joghurt, Zucker und Schnaps (Amaretto mag ich einfach lieber als Kirschwasser) eine Creme anrühren. Anschließend zusammen servieren. Warm oder kalt ein Genuss. :)



Sowohl die Vorspeise, als auch die Nachspeise lassen sich sehr gut am Vortag oder Morgen vorbereiten, da sie kalt serviert werden. Selbst die Pürees könnt ihr schon am Morgen oder Mittag vorbereiten und sie dann nur noch aufwärmen. Der Braten benötigt auch nicht mehr viel Aufmerksamkeit, wenn er erst einmal im Ofen ist. Also alles ganz leicht, schnell gemacht und auch verhältnismäßig günstig - klarer Fall für meine Studentenrezepte-Kategorie

Zum Schluß nur noch ein Satz: Danke für alles, liebe Omas, ihr wart die besten Omas der Welt!

Um die Transparenz auf meinem Blog und damit auch meine persönliche Authentizität zu wahren, möchte ich euch sagen, dass dieser Beitrag in Kooperation mit der "REWE Markt GmbH" entstanden ist. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Beitrag nicht meiner Meinung entspricht. Er ist genauso ehrlich gemeint, wie jeder andere Beitrag auf meinem Blog auch.