Samstag, 27. September 2014

Die IFA 2014: Foodpairing, Genuss, Promiköche und zittrige Hände

Ich hätte wirklich überall einen Ort des Genusses vermutet, aber doch niemals auf der IFA - der Internationalen Funkausstellung. Es hat mich sehr überrascht, dass auf einer Messe, die ich mit Mobiltelefonen, Radio- und Fernsehgeräte verbinde, so viele leckere Gerüche durch die Luft schweben. Aber auf dieser Messe tummeln sich nicht nur Handyhersteller, sondern auch alle Haushaltsgerätehersteller von A-Z. Wie auf einer Messe üblich müssen die Produkte perfekt präsentiert werden, also muss zwangsweise bei einem Küchengerätehersteller richtig lecker gekocht werden.


Bei Bosch backte beispielsweise Enie van de Meiklokjes köstlichen Kuchen und Ralf Zacherl kochte leckere Gerichte. Bei Samsung Home kochten wiederum verschiedene Sterneköche im "Club des Chefs". Samsung ist noch nicht lange in den Küchen dieser Welt tätig, aber nun startet Samsung voll durch und präsentierte zum Beispiel riesige und ausgetüftelte Kühlschränke. Generell waren meiner Meinung nach die großen Themen geräumige Kühlschränke, wie man sie aus Amerika kennt; Mixer und Entsafter für leckere Smoothies und Säfte; sowie innovative Themen wie beispielsweise sprachgesteuerte Küchengeräte oder das Foodpairing. 


Denn ums Foodpairing und um Sensory Architecture ging es unter anderem auf dem riesigem Messestand von AEG. Mit dem Thema Sensory Architecture hatte ich mich zuvor noch gar nicht beschäftigt und war gespannt wie ein Flitzebogen, was dies sein sollte. Es geht wie der Name schon sagt um unsere Sinne und wie wir unseren Geschmack durch andere Sinne beeinflussen können. Das schön angerichtetes Essen besser schmeckt als ein Klatsch aus der Kantinenkelle oder wie bei einem ordentlichem Schnupfen quasi nichts mehr schmecken, ist ja nichts Neues, aber beeinflusst unser Hör- und Tastsinn ebenfalls unseren Geschmack? Dieser Frage konnte man bei AEG auf den Grund gehen. Wie ist das also, wird der Geschmackssinn von Musik beeinflusst? Dazu musste man ein Getränk trinken und dazu unterschiedliche Musik hören. Wie steht es um die Kombination zwischen Fühlen und Schmecken? Ein Häppchen in den Mund geschoben und dazu mit verbundenen Augen verschiedene Dinge wie spitze Schrauben oder weiches Fell erfühlt. Erstaunlicherweise verändert sich der Geschmack tatsächlich: Bei "harter" Musik bzw. spitzen Schrauben schmeckt Essen schärfer oder weniger süß als bei "softer" Musik bzw. weichem Fell. Mensch, du verrückte Welt und du verrückter Körper!


Das Thema Foodpairing interessierte mich allerdings noch mehr als Sensory Architecture, schließlich überlege ich mir bei meinen Rezeptentwicklungen immer, welche Lebensmittel perfekt harmonieren. Denn genau dies wird beim Foodpairing untersucht - welche Lebensmittel besitzen die gleichen Geschmacks- und Aromakomponenten? Feststellen kann man dies durch verschiedene chemische Analyseverfahren wie durch Gaschromatographie. Durch diese Methode finden Lebensmittel zueinander, die man vielleicht normalerweise niemals kombinieren würde. AEG stellte die Ergebnisse als zahlreiche Foodpairing-Trees dar, welche man auch auf dem Pinterest-Board von AEG findet. 


Aber wenn Chemiker feststellen, dass Lebensmittel offenbar zusammen passen, schmecken diese Kombinationen dann auch wirklich?! Dies durfte bei einem Blogger-Workshop auf dem AEG-Messestand getestet werden. Organisiert wurde dieser Workshop von Sternekoch Christian Mittermeier und Bloggerin Zorra von Kochtopf. Wir teilten uns in Teams auf und jedes Team suchte sich einen fertigen Warenkorb - entweder mit oder ohne Rezept. Jedes Team entwickelte wirklich spannende und leckere Gerichte mit aufregenden Zutaten wie Schokolade, schwarzem Tee oder Rosenmarmelade.

 
Ich wählte einen Warenkorb ohne Rezept aus: Gin, Popcorn, Wassermelone, Tomaten und Honig. Tja, aber da waren dann die Augen doch wieder größer - was zur Hölle, sollten wir nun daraus machen. Nun nach einigem Hin- und Her und mit etwas professioneller Hilfe entstand ein lauwarmer Tomaten-Melonensalat mit einem Gin-Honig-Dressing und Thymian Popcorn. Fragt mich bitte nicht nach dem Rezept, wir haben wild Zutaten zusammengemischt, bis es geschmeckt hat. 
Aber ganz grob bekomme ich es vielleicht noch auf die Reihe: Die Tomaten und die Melone klein schneiden, scharf mit etwas Honig, Salz und Pfeffer anbraten. Den Popcorn in einem Topf mit etwas Öl und Zucker zum Poppen bringen und anschließend das Popcorn in etwas Öl mit klein geschnittenem Thymian schwenken. Aus Gin, Essig, Öl, Salz, Zucker und Pfeffer ein Dressing anrühren und über den Salat träufeln.



Aber mein spannendster Tag auf der IFA stand mir noch bevor. Der Tag an dem ich mit zwei anderen Bloggern gegen Promikoch Stefan Marquard antreten musste. Die beiden anderen Blogger waren Petra von "Der Mut anderer" und Tina von "Lunch for one". Wir drei gewannen die Chance auf der IFA live in der Showküche von AEG gegen einen Promikoch anzutreten und eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert unter Zeitdruck zu zaubern. Nicht nur, dass dies schon schwierig genug wäre, war zudem der Warenkorb für jeden Gang komplett unbekannt. 

Fassen wir einmal die Bedingungen zusammen:
  • Kochen mit fremden Mitstreitern, dessen Stärken man erst einmal beim Kochen herausfinden musst,
  • gegen einen professioneller Koch
  • in einer uns komplett fremden Küche mit fremden Herd und Backofen - in der man zudem nicht wusste, wo Schneebesen und Co. liegen
  • in einer kleinen Küche mit stark begrenztem Platz mit nur einem Herd für 4 Leute
  • Kochen mit vorher unbekannten Waren und ohne Rezept 
  • unter sehr hohem Zeitdruck (Für die Vor- und Nachspeise hatten wir 20 Minuten Zeit, für den Hauptgang 30 Minuten)
  • live auf der IFA vor Publikum


Sagen wir einmal leicht ist anders. Da verwundert es auch nicht, dass ich so unendlich aufgeregt war. Ich habe mir so viele Gedanken gemacht, wie das nun ablaufen wird und ob das wirklich alles so klappt - schließlich ist das Backen eher meine Leidenschaft als das Kochen. Zu Hause geht schon öfters einmal etwas schief, wie ich euch ja auch ab und zu auf meinem Blog zeige, schließlich stehe ich dazu, dass ich alles andere als ein Meister in der Küche bin. Ich bin schließlich auch erst 24 Jahre alt und habe noch ein paar Jahre Übung vor mir. Aber vor Publikum wär es trotzdem nicht so wunderbar, wenn etwas komplett schief läuft. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich dann bei einem Gewinnspiel mitmache, bei dem man einen Platz in einer Showküche gewinnen kann. Ehrlich gesagt, das habe ich mich kurz vor dem Event auch sehr oft gefragt, ich glaube mich hat die Herausforderung gelockt. Denn wenn ich etwas liebe, dann ist es die Herausforderung. Ich fand es spannend in gewisser Weise an meine persönlichen Grenzen zu stoßen und mich selbst zu überwinden. 


So stand ich nun also mit etwas wackligen Beinen zusammen mit Tina und Petra in der AEG-Showküche neben Stefan Marquard und einem Moderator. Nach einer kurzen Vorstellung ging es dann auch direkt los. Der erste Warenkorb: Bio-Hähnchen, Seitan, Nektarinen, Pflaumen, Reis und Ziegenkäse. Daraus sollte also irgendwie eine Vorspeise werden. Mein Gott war ich froh, dass Petra sehr geübt darin ist ein Hähnchen fachmännisch zu zerlegen. Also waren die Aufgaben schnell aufgeteilt - Petra macht das Fleisch, Tina das Obst und ich Reis und Käse. Auf einem Reisbett wurden Hühnchen und das Obst gebettet und dazu gab es eine Ziegenkäsesauce. Den Seitan vernachlässigten wir einfach. Stefan dagegen verwendete aus gutem Grund jede Zutat, denn für jede verwendete Zutat gab es zusätzlich zum Urteil der Jury Extrapunkte. Er kredenzte einen Nektarinensalat mit zweierlei Hähnchen. 
Knapp verloren wir diese Runde. 


Beim Hauptgang nahmen wir uns daher vor wirklich jede Zutat zu verwenden: Pilze, Speck, Räuchertofu, Couscous, Büffelmozzarella und Mangold. So gut es auch war, dass wir zu dritt waren und so Aufgaben verteilen konnten, so hinderlich war dies auch. Denn so hatten wir drei verschiedene Geschmäcker und Ideen und zu dritt mussten wir uns das bisschen Arbeitsplatte teilen, wodurch es richtig schön kuschelig wurde. Aber leicht wäre ja langweilig.
Mit zittrigen Händen schnitt ich vom Speck dünne Scheiben ab, um diese auf dem Teppan Yaki zu grillen. Himmel, ich hatte zwar das Publikum fast komplett vergessen und konzentrierte mich nur auf das Kochen, aber dieser Zeitdruck ließ das Herz bis in den Hals pochen und die Hände zitterten ohne Unterlass. Aber irgendwie schafften wir auch diesen Gang und auf dem Teller lag ein Treffen zwischen Europa und Asien. Räuchertofu mit Pilzen und Mangold traf auf Couscous mit Curry, Büffelmozzarella und Speck. Stefan gewann allerdings auch diesen Gang wieder haushoch mit Zweierlei vom Mangold.

 
Der letzte Gang stand an und alle steckten ihre Hoffnung in mich. Schließlich sei ich doch der Dessertgott. Bitte was soll ich sein? Ich kann zwar gut backen, aber in 20 Minuten kann man doch keinen Kuchen backen! Als dann auch noch die Zutaten vor uns standen verlor ich jeglichen Mut: Kürbis, Urkarotten, Beeren und Pfirsich. Das sieht ja fast mehr nach einem Hauptgang als nach einem Dessert aus. Zum Glück war es uns erlaubt Grundzutaten wie zum Beispiel Mehl, Zucker, Milch oder Eiern zu verwenden. Daher mischte ich kurzerhand einen Crêpe-Teig mit etwas geraspelte Karotte an. Dünne Spalten des Kürbis bestrichen wir mit Honig und ab in den Ofen damit. 


Eigentlich habe ich immer ein Rezept für einen Crêpe-Teig im Kopf, aber dann kam mir der Teig doch zu flüssig vor, also schüttete ich immer mehr Mehl hinzu. Am Ende war es dann wohl doch zu viel Mehl. Der Teig wollte sich nicht so in der Pfanne verteilen, wie ich das gern wollte. Dann hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Herd, erst war er zu kalt, dann zu heiß. Naja und der erste Crêpe wird ja nie etwas. Aber mit Ach und Krach wurden dann kurz vorm Ende der Zeit alle drei Crêpes fertig, mit Pfirsichen gefüllt und dazu Beeren, Kürbisspalten und Sahne serviert. Ich hätte es nach den ganzen Schwierigkeiten niemals gedacht, aber diesen Gang gewannen wir tatsächlich. Stefan servierte der Jury ein süßes Omelett mit einer Füllung aus Kürbis, Karotte, dazu Beeren und eine Pfirsichsauce.


Insgesamt verloren wir zwar, aber trotzdem durften wir den Gewinn in Anspruch nehmen: Kochen zusammen mit Stefan, dieses Mal eben nicht gegen sondern mit dem Profi. So lernten wir allerhand Tipps und Kniffe. Hühnchen wurde ausgenommen und im Ofen gegart. 


Dazu wird das Hühnchenfilet mit sehr viel Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt und vom dicksten Filetstück ausgehend pro 100 g 30 Minuten bei 180°C im Backofen gegart. Anschließend noch kurz anbraten und ihr habt wunderbar saftiges Fleisch. Dies habe ich auch direkt zu Hause ausprobiert und es hat direkt wieder geklappt. Generell salzt, zuckert und pfeffert Stefan wirklich alles bevor er es weiterverarbeitet. So bekommt selbst die Zwiebel oder der Reis diese Behandlung. Auch bei frischem Gemüse klappt das wunderbar. So kann man beispielsweise Zucchini super im eigenen Saft andünsten. Durch das Salz wird die Zucchini feucht, der Eigengeschmack wird durch den Zucker optimal herausgeholt und für die perfekte Würze sorgt der Pfeffer. Dies sind natürlich nur einige der Kniffe, die ich an diesem Tag gelernt habe. Dafür noch einmal ein ganz großes Dankeschön an Stefan Marquard und AEG, die diesen Tag ermöglicht haben. 
Ich bin sehr froh, dass ich mich getraut habe an diesem Event teilzunehmen und dankbar für den großen Sack an Erfahrungen, die ich mitnehmen durfte. Schauen wir einmal, wann ich mich der nächsten Herausforderung widme... ihr werdet es auf jeden Fall hier lesen!


Alle Fotos ohne Wasserzeichen stammen vom Pinterest-Board von AEG.

Sonntag, 21. September 2014

Wie die Schwarzwälder Kirschtorte pink wurde

Sie ist vermutlich der Klassiker der deutschen Torten. In der ganzen Welt bekannt und laut Wikipedia sogar die beliebteste deutsche Torte. Die gute, alte Schwarzwälder Kirschtorte. Alle lieben diese Torte. Aber ich? Ich irgendwie nicht. Ich bin einfach so gar kein Fan von üppigen Sahnetorten. Deswegen mag ich übrigens die meisten Torten von klassischen Konditoreien nicht, denn entweder sind sie überladen mit Sahne oder mit Buttercreme. Sie sind mir einfach zu mächtig und zu süß. 
Aber trotzdem finde ich die Kombination von einer leckeren Creme mit schokoladigem Teig und dazu süß-säuerliche Kirschen ziemlich lecker. Wer auch immer diese Torte erfunden hat, wusste schon, was gut ist. Aber diese Sahne... ich kann mich einfach nicht damit anfreunden! 
Es ist gar nicht so lange her, da verwandelte ich den Klassiker aus dem Schwarzwald in ein modernes Dessert mit leckerem Crumble. Aber wie könnte man diesen Klassiker in eine moderne Torte umwandeln? Auf jeden Fall muss die Sahne weg! Vielleicht eine Creme aus Mascarpone, Sahne und Quark? Damit ist die Torte zwar immer noch mächtig, aber trotzdem etwas frischer. Na und eine Prise Speisefarbe schadet nie, also rein damit. Ach und die Schokoladenraspel? Ersetzen wir einfach durch einen Schokoladenguss. 
Tja und so schnell erinnert eigentlich gar nichts mehr an den beliebten Klassiker. 

Pinke Schwarzwälder Kirschtorte

Obwohl, wenn man nach den Leitsätzen für feine Backwaren geht, ginge die Torte vielleicht sogar noch mit Ach und Krach als Schwarzwälder Kirschtorte durch?
20. Schwarzwälder Kirschtorte
Schwarzwälder Kirschtorten sind Kirschwasser-Sahnetorten oder Kirschwasser-Butterkremtorten, auch deren Kombination. Als Füllung dienen Butterkrem und/oder Sahne, teilweise Canache sowie Kirschen, auch als Stücke in gebundener Zubereitung. Der zugesetzte Anteil an Kirschwasser ist geschmacklich deutlich wahrnehmbar.
Für die Krume werden dunkle und/oder helle Wiener- oder Biskuitböden verwendet. Die Masse für die dunklen Böden enthält mindestens 3 Prozent Kakaopulver oder stark entölten Kakao. Für den Unterboden wird auch Mürbeteig verwendet.
Die Torte wird mit Butterkrem oder Sahne eingestrichen, mit Schokoladenspänen garniert.
Naja oder auch nicht... Vermutlich schlägt jetzt sowieso der ein oder andere Leser die Hände über dem Kopf zusammen und fragt sich, warum man eine so beliebte, leckere Torte so verhunzen muss? Muss man etwas, was so gut schmeckt und seit Jahren quasi nicht verändert wurde, denn so grässlich abwandeln? Nein, muss man definitiv nicht, kann man aber! Denn schmecken tut diese Abwandlung, das kann ich euch versichern. Wem meine Variante zu weit vom Original entfernt ist, nimmt eben doch nur Sahne als Creme. Aber vielleicht trotzdem eine Prise Farbe? Kommt schon! Etwas Farbe im Leben hat doch noch nie geschadet?

Pinke Schwarzwälder Kirschtorte

Zutaten
4 Eier
180 g Zucker
1 Prise Salz
180 g Mehl
25 g Kakao
3 gestr. TL Backpulver
9 EL Kirschwasser
1 Glas (720 ml) Kirschen
250 g Mascarpone
250 g Sahne
500 g Magerquark
1 EL Zitronensaft
100 g Zucker
2 Pck. Vanillezucker
etwas rote Speisefarbe
40 g Butter
100 g Zartbitterschokolade

Zubereitung
Der erste Schritt ist natürlich wieder den Backofen auf 180°C vorzuheizen. Die Eier mit einer Prise Salz eine Minute lang mit dem Handrührgerät aufschlagen. Den Zucker in einer weiteren Minute beim Aufschlagen reinrieseln lassen und dann nochmal zwei Minuten aufschlagen, damit richtig schön viel Luft untergeschlagen wird. Das Backpulver mit dem Mehl und dem Kakao mischen und ganz kurz unterrühren. Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform gießen und für 30 Minuten in den Ofen schieben.
Parallel die Sahne aufschlagen und anschließend mit dem Magerquark, der Mascarpone, dem Zitronensaft, einem guten Schuss Kirschwasser und dem Zucker verrühren. Zum Schluss die Creme noch mit etwas roter Speisefarbe pink färben. 
Den fertigen Biskuitboden auskühlen lassen und zwei Mal durchschneiden, damit ihr drei gleich dicke Böden habt. Nun könnt ihr die Torte am Besten in einem Tortenring schichten oder ihr nehmt einfach die Springform, in der ihr den Boden gebacken habt. 
Ganz unten kommt ein Biskuitboden, dieser wird mit etwas Kirschwasser getränkt, damit die Torte schön saftig wird. Darauf verteilt ihr die gut abgetropften Kirschen. Nun kommt wieder ein Kuchenboden darauf. Jetzt kommt etwas Creme zum Einsatz. Darauf wieder ein Boden und darauf wieder etwas Creme. Entfernt anschließend den Tortenring und streicht die restliche Creme um die Torte herum. 
Jetzt kommt noch der krönende Abschluss. Schmelzt die Butter und die Schokolade im Wasserbad, lasst die Mischung etwas abkühlen und gießt sie über die Torte. Für ein paar Stunden sollte die Torte noch in den Kühlschrank und dann dürft ihr euch ins Tortenglück schmeißen.

Pinke Schwarzwälder Kirschtorte

Pinke Schwarzwälder Kirschtorte

Samstag, 13. September 2014

Das perfekte Dinkelrisotto

Tada! Wieder hat sich die alte Redewendung "Übung macht den Meister!" bewahrheitet. Wie ich schon im letzten Beitrag berichtet habe, ist mein letztes Dinkelrisotto ja mal so gar nicht perfekt geworden. Damit konnte ich aber einfach nicht leben. Ich wusste, das kann ich besser. Das muss einfach klappen. Tschaka! Denn wenn ich etwas in der Küche gelernt habe, dann ist es, dass man sich nie entmutigen lassen sollte. Irgendwie kann man ein scheinbar missglücktes Gericht immer retten. Naja und beim zweiten oder dritten Versuch klappt das Gericht mit Sicherheit viel besser. Da kommt dann auch schon die nächste Redewendung um die Ecke und winkt uns fröhlich zu: "Aus Fehlern lernt man!". 
Ich dachte mir dieses Mal, ich nehme einfach kein Gemüse, welches noch ewig weich kochen muss - so musste ich mir vorher auch kein perfektes Timing überlegen. Pilze sind dazu optimal - ich habe übrigens getrocknete Pilze genommen, weil diese ein unglaublich intensives Aroma haben. Aber ihr könnt selbstverständlich auch frische Pilze nehmen. Dieses Mal hat also alles tatsächlich perfekt geklappt. Das Dinkelrisotto schmeckte genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Gerade der salzige Schinken hat den Volkorngeschmack des Dinkels perfekt unterstrichen. Der Lieblingsmensch und ich standen zusammen am Herd und hätten das Risotto am Liebsten an Ort und Stelle vernascht. Ständig ist einer von uns beiden in die Küche gerannt, um noch einmal seinen Löffel zuerst ins Risotto und dann in den Mund zu stecken. Ein Gericht mit großem Suchtpotenzial! Ich bin so begeistert, dass dieses Gericht äußerst gute Chancen hat ein oder sogar DAS neue Lieblingsgericht zu werden. Da sieht man wieder einmal, wie wichtig es ist, ab und zu die eigene Küche zu verlassen und sich neugierig und offen auf Inspirationssuche zu begeben - denn ZACK hat man ein neues Lieblingsgericht.

Dinkelrisotto mit Pilzen

Zutaten
etwas Butter
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 g Dinkel
100 ml Weißwein
1-1,5 l Gemüsebrühe
250 g Schinkenwürfel
30 g getrocknete Steinpilze
100 g geriebene Parmesan
1 Bündel gehackte Petersilie

Zubereitung
Zuerst die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Knoblauch ebenfalls schälen und ganz klein hacken. Die Pilze in etwas Wasser einweichen. Dann die Zwiebelwürfel und den Knoblauch in etwas Butter glasig braten. Anschließend den Dinkel ein paar Minuten im Topf mitrösten. Mit Weißwein ablöschen. Sobald der Weißwein von den Dinkelkörnern aufgesaugt wurde, etwas Brühe hinzugeben und immer wieder rühren bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist. Diesen Vorgang so lange wiederholen bis der Dinkel weich genug ist - er sollte noch bissfest sein, aber eben nicht mehr zu hart. Also immer wieder zwischendurch probieren. 
Parallel zum Rühren könnt ihr schon einmal die Schinkenwürfel in einer Pfanne anbraten. Wenn der Dinkel realtiv weich ist, könnt ihr noch die Pilze zusammen mit dem Pilzwasser in den Topf geben - je nach Wassermenge müsst ihr eventuell noch etwas rühren bis auch dieses Wasser aufgesaugt ist. Jetzt rührt ihr nur noch den Parmesan, die Schinkenwürfel und die gehackte Petersilie unter. Jetzt seid ihr aber endlich fertig und ihr müsst nur noch genießen. :)


Dinkelrisotto mit Pilzen

Dinkelrisotto mit Pilzen

Dinkelrisotto mit Pilzen

Dienstag, 9. September 2014

Vegetarisches Dinkel-Risotto mit Kürbis und Möhren

Wie versprochen gibt es nun endlich ein Rezept für dieses sagenumwobene Dinkel-Risotto, welches mich immer an die Marken in Italien erinnern wird. Denn die Italienreise offenbarte mir unendlich viele kulinarische Highlights und Geschmacksexplosionen, aber die überraschendste Offenbarung war definitiv das Dinkel-Risotto. Erst waren die Augen und die Skepsis riesig, nach dem ersten Bissen war von der Skepsis nicht einmal mehr ein Hauch übrig. Pure Begeisterung! Dafür sorgte natürlich auch die Tatsache, dass das Risotto von einer unheimlich talentierten Köchin gekocht wurde. Ich weiß leider nicht, was für feine Zutaten sie für das Gericht verwendet hat, aber ich weiß noch ganz genau wie himmlisch gut es war. Dinkel-Risotto schmeckt einfach nussiger, volkorniger und vollmundiger als normales Risotto. Man muss es unbedingt probieren! Wer hätte gedacht, dass man so etwas Großartiges aus so unscheinbaren und langweiligen Getreidekörnern herstellen kann. 

Aber leider sind gute Zutaten noch keine Garantie für ein leckeres Gericht. Bei meinem Versuch ein leckeres Dinkel-Risotto mit Kürbis zu zaubern habe ich das Gemüse relativ spät in den Topf geworfen und bis das Gemüse eine genießbare Konsistenz hatte, war der Dinkel etwas verkocht. Sprich alles stand etwas zu lange auf dem Herd, wurde sehr weich und ähnelte eher einem weichem Brei als einem Risotto. Ich habe mich ohne Ende geärgert, aber was will man machen? Missgeschicke passieren. 
Da es aber an sich trotzdem sehr lecker war, habe ich mich dazu entschlossen das Rezept nun doch mit euch zu teilen und hoffe einfach, dass ihr es besser hinbekommt. Tagelang hat es mich gewurmt, dass das Risotto nicht perfekt gelungen ist. Das darf doch einfach nicht wahr sein, da schwärmt man der halben Menschheit vor, wie lecker so ein Risotto ist und dann bleiben die Geschmacksexplosionen aus. Argh! Also wurde kurzerhand erneut zum Dinkel gegriffen und direkt noch ein Risotto gekocht. Aber mit komplett anderen Zutaten. Das entsprechende Rezept gibt es dann am Samstag. Seid gespannt! So viel sei schon einmal gesagt: Es ist tatsächlich perfekt geworden und meine Ehre ist wieder hergestellt. Endlich kann ich wieder beruhigt schlafen. Puh!

Kürbisrisotto

Zutaten für 4-5 Personen
500 g Dinkel
800 g Kürbis
2 Möhren
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
etwas Butter
1 Schuss Weißwein
1,5-2 l Gemüsebrühe
150 g geriebener Parmesan
etwas gehackter Basilikum
ca. 100 g Kürbiskerne

Zubereitung
Zuerst etwas Vorbereitung: Die Zwiebel schälen und würfeln sowie die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Den Kürbis und die Möhren schälen und ebenfalls klein schneiden. 

Kürbis und Möhren

In etwas Butter die Zwiebelwürfel und den Knoblauch glasig andünsten. Anschließend den Dinkel dazugeben und etwas anrösten. Das Ganze mit einem ordentlichen Schuss Weißwein und einem Schuss Brühe ablöschen. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen und sobald die Flüssigkeit aufgesaugt ist, wieder etwas Brühe hinzugeben. 

Dinkel anbraten
 
Das einfach immer wieder wiederholen, bis der Dinkel weich gekocht ist aber trotzdem noch bissfest. Zwischendurch immer wieder umrühren. Wenn der Dinkel fast fertig ist, den Kürbis und die Möhren hinzugeben. Das Gemüse sollte noch ungefähr 10-20 Minuten mit dem Dinkel köcheln. Parallel die Kürbiskerne ohne Öl in einer Pfanne rösten. Zum Schluß noch den geriebenen Parmesan unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Basilikum abschmecken. Mit den Kürbiskernen garnieren und genießen.

Kürbisrisotto

Samstag, 30. August 2014

Eine Reise in die Kornkammer Italiens

Die treuen Leser meines Blogs bzw. meiner Social-Media-Kanäle werden sich jetzt vielleicht wundern: Reise in die Kornkammer Italiens? Ist das nicht schon Wochen her? Ja, ihr habt leider Recht, und das Schlimme daran ist, dass diese Reise für mich das Unglaublichste und Schönste war, das ich durch meinen Blog bisher erlebt habe. Ich hätte also bereits am nächsten Tag darüber berichten sollen. Aber das große Problem war, dass ich einfach nicht wusste, wie ich dieses wahnsinnig schöne Erlebnis in die richtigen Worte fassen sollte. Ich wollte, dass dieser Bericht der Reise auch gerecht wird und das war, ist und wird einfach unglaublich schwer. Aber heute muss ich es endlich versuchen, hilft ja alles nichts.

Getreidefeld in den Marken

Die Kornkammer Italiens, tja, wo liegt die überhaupt? Nein, definitiv nicht in der Toskana. Denn viele mögen es kaum glauben, aber es gibt noch jede Menge andere Regionen außer der Toskana in diesem wunderschönen Land namens Italien. Eine davon sind die Marken. Zu Unrecht haben viele Deutsche die Marken nicht als Urlaubsregion auf dem Schirm. Dabei bieten sie so viel. Man kann sich entweder in die Fluten des Mittelmeeres stürzen oder in seine Wanderschuhe schlüpfen, die Hügel und Berge besteigen und die atemberaubende Landschaft genießen. Denn mein Herz haben die Marken durch ihre wilde Art erobert. Man kann sich wirklich nicht satt sehen an dieser wilden Vegetation und der abwechslungsreichen Landschaft. Auf abenteuerlichen Hängen erstrecken sich zwischen großen Felsen, Zypressen und Olivenbäumchen weite Getreidefelder. Zwischen diesen ganzen Getreidefeldern hüfen dann noch Ziegen und Schafe umher, ab und zu sichtet man urige Bauernhöfe und über allem ein strahlend blauer Himmel. 

Die Marken Italiens

Die Marken Italiens

Eines der Highlights sind aber die auf kleinen Bergen thronenden mittelalterlichen Städte mit ihren engen Gässchen und kleinen Innenhöfen, in denen man die Seele baumeln lassen kann und jeden Stress und jede Hektik dieser modernen Welt vergisst. Es ist alles so fantastisch ursprünglich und natürlich. Einfach nur schön. Hach, jetzt wo ich so intensiv an die Zeit zurückdenke, bekomm ich direkt wieder Fernweh. Aber nein, ich muss frierend im kalten Deutschland sitzen. Naja dann schwelge ich jetzt weiter in Erinnerungen...

Urbino

Die Schönheit der Marken und die Liebe brachten vor mehr als 20 Jahren auch Frauke Weissang aus dem Norden Deutschlands nach Mittelitalien. Dort kaufte sie sich ein kleines Paradies mit 20 ha inklusive einem kleinen Landgut. Die Powerfrau sanierte das Gebäude, taufte es auf "Le Cesane", richtete mehrere Ferienwohnungen ein und bereitete das Land für den Bio-Anbau vor. Tschaka! Mittlerweile baut Frauke Getreide, Hülsenfrüchte und Saaten an und lebt in der italienischen Idylle mit ihren geliebten Eseln, Pferden und Katzen. Ich beneide sie ein bisschen und wäre am Liebsten für immer an diesem wunderschönen Ort geblieben. Ein Traum von Haus, eine gigantische Aussicht und eine absolute Stille. Wie gesagt, es ist das reinste Paradies - ihr solltet ernsthaft überlegen, ob ihr euren nächsten Urlaub vielleicht bei Frauke verbringen könnt.

Frauke Weissang

Speisen unter dem Maulbeerbaum

Speisen unter dem Maulbeerbaum

Speisen unter dem Maulbeerbaum

Speisen unter dem Maulbeerbaum

Das Großartige an dieser Frau ist, dass sie uns alle sofort in den Bann zog durch ihre erfrischende und lebendige Art. Sie ist Mitglied der Kooperative "Terra Bio" - das eigentliche Anliegen unserer Reise. Wir wollten diese Kooperative und dessen Bio-Produkte näher kennen lernen und Frauke nahm sich dieser Aufgabe an. "Terra Bio" gehört zur Genossenschaft "Con Marche Bio", welche versucht den biologischen Landbau in den Marken zu fördern. Zur Kooperative "Terra Bio" gehören mehrere Landwirtschaftsbetriebe, die sich zusammengeschlossen haben, um die Erzeugung, Produktion, Lagerung, Vertrieb und Vermarktung der Erzeugnisse an einem Ort zu bündeln und zu koordinieren. Zu den Produkten zählen Bio-Hülsenfrüchte wie Berglinsen, grüne Linsen, Bohnen, Kichererbsen, außerdem Bio-Getreide wie Goldhirse, Dinkel, Couscous und Sonnenblumenkerne. Außerdem werden einige der Rohstoffe mit traditionellen Bronzegussformen zu Pasta weiterverarbeitet. Somit muss nicht wie bei anderen Pasta-Herstellern Hartweizen aus Osteuropa oder den USA importiert werden, sondern es kommt alles aus einer Hand. Die Pasta wird anders als in der industriellen Herstellung langsam und schonenden 24-36 Stunden bei ca. 45°C getrocknet. So entstehen Bio-Hartweizennudeln, Bio-Eiernudeln und Bio-Halbvolkornnudeln mit rauer Oberfläche, an der Sauce besonders gut haftet. 
Das Beeindruckendste war für mich die vollkommene Transparenz vom Saatgut bis zum Endprodukt. Wir schauten uns die Pflanzen auf dem Feld an; erhielten einen Einblick in die Anlieferung, bei welcher direkt die Qualität geprüft wird und eine Probe archiviert wird, damit jeder Zeit jedes Produkt bis zum Bauer zurückverfolgt werden kann; staunten über die riesigen Lagerhallen und die Reinigungs-, Sortierungs- und Trocknungssanlagen und begutachteten zum Schluß noch die Verpackungs- und Etikettierungsanlagen. Alles an einem einzigen Ort. Einfach absoluter Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass hinter all dem "nur" kleine Bauern stehen. Jeder Verarbeitungsschritt wird laufend kontrolliert und registriert. Vorbildlich vom Anfang bis zum Ende. Die Produkte sind nach den strengen Naturland Fair Richtlinien zertifiziert, sprich es sind Bio-Produkte mit fairen Preisen, hergestellt mit fairen Arbeitsbedingungen.

Kichererbsen
Kichererbsen
Anlieferung

Verpackung

In Deutschland gibt es die Bio-Produkte von "Terra Bio" leider noch nicht in jedem Supermarkt, aber theoretisch haben zum Beispiel Rewe, Edeka, Karstadt, Kaufhof und verschiedene Bio-Läden die Produkte im Sortiment. Zur Not müsst ihr einfach einmal nachfragen und die Produkte anfordern. Denn ihr werdet sehen, geschmacklich lohnt es sich auf jeden Fall! Ich spreche da aus Erfahrung. In zwei Spitzenrestaurants - Agriturismo Ca’ Andreana und Agriturismo Il Mulino della Ricavata - konnten wir uns von der Qualität der Produkte überzeugen. So unglaublich viel Essen wurde uns aufgetischt, denn damit wären wir beim einzigen Nachteil dieser Reise - wir konnten nicht so viel essen, wie wir gerne wollten. Denn die Marken sind nicht nur landschaftlich ein Paradies, nein auch kulinarisch ein Paradies!

Zucchiniblüten

Pasta

Kanninchen

Linsensalat
 
Danke für dieses unglaubliche Erlebnis, die großartige Organisation und die tollen Mitreisenden.

Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich mit diesem Bericht dieser Reise nicht gerecht werde. Ihr kennt das sicher, wenn ihr euren Freunden vom letzten Urlaub berichtet, man schafft es nie, dass die Freunde die gleichen Bilder vor Augen haben, wie man selbst. Ich glaube, es hilft alles nichts, ihr müsst selbst in die Marken aufbrechen oder wenigstens leckere Antipasti und Pasta zubereiten und euch so nach Italien träumen. Ein passendes Rezept für Bulgursalat hat Franziska übrigens direkt nach der Reise auf ihrem Blog veröffentlicht und in den nächsten Tagen werde ich mich an einem anderem kulinarischem Highlight, dem Dinkelrisotto, versuchen. Seid gespannt!

PS.: Alle Bilder ohne Wasserzeichen stammen von Thomas Neumann, Terra Bio.