Sonntag, 20. Juli 2014

American Birthday-Oreo-Strawberry-Cheesecake

Cremig, sahnig, luftig, locker und süß - so sollte er sein. Der perfekte Käsekuchen. Jeder liebt ihn, jeder will ihn. Stück für Stück in den Kuchenhimmel schweben. Der Kuchen schmilzt einfach nur so im Mund. Man spürt ihn fast gar nicht und trotzdem ist es der perfekte Genuss. Ein Boden aus leckeren Oreos, eine Erdbeersauce, die sich über den Kuchen ergießt. Na? Läuft euch schon das Wasser im Mund zusammen? 
Ich muss ja gestehen, ich bin wirklich süchtig nach Käsekuchen. Süchtig. Wirklich süchtig. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Versionen. Eine besser als die andere. Käsekuchen erinnert mich immer ein bisschen an den Klassiker der Oma mit Rosinen, aber dann denke ich auch sofort an unverschämt perverse amerikanische Kreationen mit unverschämt vielen süßen kleinen Kalorienchen, die sich ganz eng in den Kuchen drängen um dann im Mund eine kleine Party zu feiern. 
Eine Freundin von mir wünschte sich zu ihrem Geburtstag einen richtig schön perversen und perfekten amerikanischen Cheesecake. Also habe ich mich in die Backstube geschwungen und mich mit Schneebesen und Schüssel bewaffnet. Let's bake! 
Da es sich um einen Geburtstagskuchen handelt, durften die Geburtstagskerzen und die Zuckerherzen natürlich nicht fehlen und ähm huch? Am Ende sah der Kuchen dann irgendwie auf einmal aus wie für einen Kindergeburtstag. Aber Kindergeburtstag ist ja nie verkehrt. Oder? Doch? Dann bitte ganz schnell auf das X da rechts oben klicken. Wie? Also doch bereit für ein bisschen bunte Kunderkuchentorte? Okay!
Aber ich gebe zu, da der Kuchen nicht unbedingt eine klassische Käsekuchenschönheit geworden ist und ich auch etwas unter Zeitdruck gebacken habe, wollte ich euch diesen Leckerbissen hier komplett vorenthalten. Tja, so ist das! Aber zum Glück haben sich einige von euch das Rezept bei Instagram und Facebook gewünscht! Denn geschmacklich ist der Kuchen... naja wie soll ich sagen? 
Oberhammersuperdupergöttlichzumhinschmelzengeil
Jetzt müsst ihr dafür aber mit Handybildern und einer Kindergeburtstagsdeko leben. Trotzdem lasst euch davon nicht aufhalten. Ihr müsst dieses luftige Wunder der Kuchenwelt einfach nachbacken, der ist wirklich so unglaublich gut! Hach! Glaubt mir doch bitte! Bitte? Los jetzt! Ihr müsst backen! Jetzt! Tut es für die Cheeeeesecaaakeliebe dieser Welt. :)
3, 2, 1... Los!


Zutaten
24 Oreos (ca. 270 g)
1 EL Butter
2 Eier
200 g Zucker
500 g Magerquark
1 Pck. Vanillepuddingpulver (40 g)
500 ml Sahne
300 g Erbeeren
restlichen Oreos zum Dekorieren

Zubereitung
Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Oreos sehr fein zerkleinern - die einfachste Methode ist nach wie vor die Kekse in einen Gefrierbeutel zu tun und mit einem Nudelholz die Kekse schön klein hauen. Mit der Buter vermischen und dann in eine mit Backpapier ausgelegte Form drücken. 
Die Eier mit dem Zucker einige Minuten schön schaumig und luft aufschlagen. Den Quark, die Sahne und das Puddingpulver unter die Masse rühren. Alles sehr gut miteinander vermengen und auf die Oreoschicht gießen. Auf der untersten Stufe im Backofen ungefähr 80-90 Minuten backen. Anschließend im leicht geöffneten Backofen auskühlen lassen. Zum Schluß die Erdbeeren pürieren und über den Kuchen gießen. Ich habe die Erbeeren direkt nach dem Backen über den Kuchen geschüttet, daher ist die Sauce dann fest geworden. Das war so eigentlich nicht geplant. 
Lasst es euch schmecken! :)



Mittwoch, 16. Juli 2014

Worte über Flüchtlinge und serbischen Reisauflauf mit Zimt und Rosinen

Ein Gericht direkt aus der Palastküche des Sultans, ein Gericht aus einer anderen Welt. Und doch eine Welt, die vielleicht direkt in der Nachbarswohnung zu Hause ist. Schließlich leben in Deutschland und gerade hier in Berlin Menschen aus der ganzen Welt. Es sind oft ehemalige Flüchtlinge und Asylsuchende. Einzigartige und bewegende Geschichten stecken hinter diesen Familien. Selten war es ein leichter Weg. Daher hat es sich eine Gruppe von Studenten der Universität Mannheim und Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe des Caritasverbandes Mannheim e.V. auf die Fahne geschrieben, es Asylbewerbern einfacher zu machen in Deutschland Fuß zu fassen und das Leben für Flüchtlinge zu verbessern. Das Projekt "Intecreative" entstand. Die erste Aktion war ein Fest für Flüchtlinge bei dem jeder eine selbstgekochte Köstlichkeit aus seinem Heimatland mitbrachte. Denn was verbindet mehr als Essen? Vermutlich nichts! Daher ist aus diesem Fest nun ein Kochbuch entstanden, welches die unglaublichen Geschmacksexplosionen und kulinarischen Highlights vieler verschiedener Kulturen einfängt und in unsere Küchen bringt. Es ist ein einfaches Beispiel dafür, wie die Menschen einer multikulturellen Gesellschaft sich gegenseitig bereichern können. Wir können jede Menge voneinander lernen. Es sind nicht nur Bittsuchende und Flüchtlinge, sondern Menschen und kleine unverzichtbare "Bausteine" einer bunten und vielfältigen Gesellschaft.
Das Kochbuch "Die Welt kocht im Quadrat - Ein Kulturkochbuch" lässt die Flüchtlinge zu Wort kommen, gibt uns direkten Einblick in das Leben dieser Menschen, es zeigt, was es bedeuten muss sein Land zu verlassen. Wirklich alles hinter sich zu lassen, Freunde, Familie und alles Vertraute und in einem fremden Land anzukommen und zu leben. 
Es ist ein gemeinnütziges Projekt - der Erlös dieses Kochbuches wird komplett aufgewendet um Flüchtlingen in Mannheim zu unterstützen, z.B. durch den Aufbau eines Sprachcafés. Bestellen könnt ihr das Buch direkt bei den Studenten des Projektes: Webauftritt und Facebookseite.




Ein großartiges Projekt und Kochbuch, für das ich gerne zwei Fotos beigesteuert habe: Iranische Kokoskekse (Shirini) und Reisauflauf mit Zimt und Rosinen (Pilaf).
Beides unglaublich lecker und da es mir der Reisauflauf besonders angetan hat und auf jeden Fall noch oft gekocht wird, kommt er nun auf den Blog. Viel Spaß beim Eintauchen in eine andere Kultur. :)



Zutaten (für 4 Personen)
2 Zwiebeln
500 g Möhren
1 kg Hühnchenfleisch
4 EL Öl
3 Knoblauchzehen
1 TL Kardamom
1 TL Zimt
50 g Rosinen
30 g Mandelblättchen
Salz
Pfeffer
300 g Reis
frischer Koriander

Zubereitung
Die Zwiebeln, Knoblauchzehen und Möhren, schälen und sehr, sehr fein schneiden, das Fleisch grob würfeln und den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln anbraten und das Fleisch hinzugeben. Scharf anbraten und den Knoblauch, Kardamom, Zimt, die Rosinen, Möhren und Mandelblättchen dem Fleisch untermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Alles kurz braten lassen und dann vom Herd nehmen.
In eine Auflaufform etwas Öl geben, die Mischung au der Pfanne hinzugeben und mit dem ungekochten Reis vermischen. Mit einem Liter Wasser aufgießen und in den Ofen schieben. Nach 25-30 Minuten sollte der Reis das Wasser aufgesogen haben und fertig sein. 
Zuletzt den frischen Koriander fein hacken und über das Pilaf streuen. Jetzt noch servieren und genießen!


Samstag, 12. Juli 2014

Der perfekte Biergenuss: Ein Überblick vom Glas über Craft Beer bis zum Foodpairing

Grillgeruch in der Nase. Biergeschmack auf der Zunge. Für mich ein unverzichtbarer Teil des Sommers. Grillen und Bier. Aber wie wichtig ist uns eigentlich dieses Bier? Das angebliche Nationalgetränk der Deutschen? Warum gibt es auf dem Massenmarkt - immer streng nach dem Reinheitsgebot - nicht einmal ansatzweise so viele verschiedene Sorten wie das auf dem Weinmarkt der Fall ist? Hat Wein nicht in Wirklichkeit einen höheren Stellenwert als Bier? Ist das Weinregal oder das Bierregal das Größere? Wie viele Weinläden und wie viele Bierläden kennt ihr? Auf einem der Großteil der Weine finden sich kleine Romane, wonach dieser Wein nun genau schmeckt und zu welchem Gericht er gut passt. Beim Bier? Fehlanzeige. Wer trinkt außerdem zu Schokolade oder einem Dessert ein Bier? So ist es auch nicht verwunderlich, dass es äußerst viele Weinsommelière gibt, aber Biersommelière? Die muss man schon suchen. Warum interessiert uns beim Wein die Rebsorte - beim Bier dagegen hat sich vermutlich niemand einmal ernsthafte Gedanken über Hopfen- oder Gerste- bzw. Weizensorten gemacht, oder? Dabei ist der Gedanke, oder? Achtung jetzt wird es noch verrückter, für einen Rotwein gibt es ein Rotweinglas, für einen Weißwein nimmt man ein Weißweinglas - warum? Weil der Wein sich im "richtigen" Glas besser entfalten kann und besser schmeckt. Da darf das Glas dann auch gerne mehr kosten. Das Glas ist also entscheidend für den Geschmack. Und beim Bier?


Damit ich diese Frage beantworten kann, musste ich erst einmal in den Süden fahren in die Welt des Bieres, in einen kleinen Ort, an dem die Zuggleise einfach aufhören, in dem jede Menge Zoigl getrunken wird und die Glasherstellung eine lange Tradition hat: Neustadt an der Waldnaab. Hier sitzt das Unternehmen Spiegelau. Seit über 500 Jahren wird unter diesem Namen Glas produziert. Zum Konzern gehören außerdem die Marken Nachtmann und Riedel. Man kennt sich also aus beim Thema Glas. Seit Jahrzenten spezialisiert auf die Produktion von Weingläser und seit 5 Jahren nun auch auf Biergläser.
Warum zur Hölle Biergläser? Ähnlich wie beim Wein ist das Glas entscheidend dafür, wie sich das Aroma des Getränkes ausbreiten kann, und wie welches Aroma am besten von der Nase aufgenommen werden kann. Bei einer großen Öffnung kann sich das Aroma natürlich viel schneller und besser ausbreiten, als bei einer kleinen Öffnung. Beim Bier ist außerdem die Schaumbildung entscheidend, das heißt, bei einer schlanke Form mit einem geringen Durchmesser hält sich der Schaum natürlich viel besser und länger. Für die Schaumbildung ist auch die Oberfläche des Glases entscheidend, sehr feines, glattes und hochwertiges Glas bringt die Blasen nicht so schnell zum Platzen wie unebenes Glas - es wird also schneller schal. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch das Ende des Glases, der sogenannte "Mundrand" - je dünner das Glas, desto besser wird das Getränk dorthin gelenkt, wo es hinsoll - z.B. nicht sofort auf den Bereich der Zunge, welcher für den bitteren Geschmack zuständig ist. Dünnes Glas hat außerdem den Vorteil, dass das Getränk länger kühl bleibt. Glaubt mir, ich war auch sehr skeptisch, als ich das alles gehört habe, aber probiert das einfach einmal selbst aus, probiert euer Bier aus verschiedenen Gläsern (Weinglas, Schnapsglas, dickem Glas etc.) und konzentriert euch voll auf den Geschmack und den Geruch. Ich glaube fest daran, ihr werdet Unterschiede feststellen.


In unendlich vielen Workshops mit Experten der Bier- und Glasbranche werden aus unendlich vielen Gläsern per Ausschlussverfahren und Weiterentwicklung für jede Biersorte das perfekte Glas gefunden. Das alles nur, damit wir den perfekten Biergenuss erfahren können. Für mich ein faszinierendes und bisher unentdecktes Feld.


Auf diese Weise sind bisher für folgende Biere Gläser entstanden:
  • Belgisches Ale, Pilsner und eigentlich "fair" zu jedem Bier: Biertulpe
  • Deutsches und böhmisches Pilsner: Pilsstange
  • Helle Lagerbiere, Ales, Englisches Stark-Ale, Deutsches Helles: Helles
  • Deutsches Weizen, belgisches Weißbier, Weizen-Ale: Weizenbierglas
  • India Pale Ale: IPA-Glas
  • Stout: Stout-Glas
Wenn ihr nun den Selbsttest machen wollt, wie macht man das jetzt eigentlich als angehender Biersommelière? 
Zuerst schaut ihr euch die Optik an, ist das Bier klar, besitzt es eine schöne Farbe, also strohgelb und fein beim Pils oder schwarz und feurig-dunkel wie beim Schwarzbier. Wie ist die Schaumbildung? Stabil? Feinporig?
Dann ist der Geruch natürlich wichtig, ihr könnt wie beim Wein das Bier auch einmal im Glas etwas kreisen lassen für die volle Aromaentfaltung. Wonach riecht das Bier? Ein helles Weizenbier riecht zum Beispiel in der Regel nach Banane, Eisbonbon, Pfirsich oder Melone. Für Fortgeschrittene: Riecht das Bier nach Hopfen oder Malz? Welcher Geruch ist zuerst in der Nase?
Jetzt kommt der entscheidende Moment: Der Geschmack. Den 1 Schluck, den Antrunk, im Mund kreisen lassen, jede Zone der Zunge passieren lassen. Der 2 Schluck, der Nachtrunk, darf auf direktem Weg in den Magen - wie reagiert euer Gaumen darauf? Wonach schmeckt das Bier, wie erfrischend und prickelnd (die Spritzigkeit/ der Frischeeindruck wird auch Rezenz gennant) schmeckt das Bier, wie aromatisch? Wie ist der erste Eindruck, wie ist das Bier im Abgang? 
Ihr merkt, im Grunde ist es sehr ähnlich wie beim Weinverkosten - aber Bier wird niemals, wirklich niemals, ausgespuckt!


Wer jetzt wirklich ganz professionell Bier testen will, für den gibt es von Spiegelau das "Tasting Kit" mit dem wir auch vor Ort geschult wurden. Wie gesagt, ich war vor dieser Schulung sehr skeptisch, was das Thema angeht, aber nun wurden mir etwas die Augen geöffnet und zum Beispiel gerade die Biertulpe von Spiegelau hat es mir angetan - jedes Bier schmeckt mir persönlich unglaublich gut aus diesem Glas, leider übersteigt ein Set zur Zeit noch mein Budget. Das Verrückte an der ganzen Geschichte ist, dass ich nicht nur dem Thema "Glasschulung" skeptisch gegenüber stand, sondern auch allgemein dem Thema "Biergenuss", denn eigentlich würde ich immer ein Glas Wein einem Glas Bier vorziehen. Aber ich habe gemerkt, völlig zu Unrecht.
Warum macht man sich eigentlich zur Zeit so viele Gedanken zum Thema Bier? Schuld daran ist unter anderem die kreative Craft Beer Bewegung bzw. Szene. Denn ganz so schlimm, wie ich es anfänglich beschrieben habe, sieht es in der Bierwelt dann doch nicht aus. Trotzdem hinken wir zum Beispiel den USA hinterher. Hier ist die Craft Beer Szene deutlich größer. Also von wegen Deutschland ist das Land des Bieres.
Und was ist dieses Craft Beer nun? Handwerklich gebrautes Bier, würde man es eins zu eins übersetzen und doch ist es so viel mehr. Kreative und experimentelle Kreationen von Brauereien. Biere mit Charakter. Jedes Bier komplett anders als das andere Bier. Geschmacksexplosionen. Unerwartete Aromen. Die Wurzeln des Bierbrauens werden wieder entdeckt. Längst vergessene Herstellungsweisen und Biersorten werden wieder beliebt. Die verkaufte Menge ist nicht entscheidend, der Genuss ist entscheidend! Eine Szene perfekt für Querdenker: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Cocktail aus Fruchtbier? Kreativität, Mut zum Experimentieren und querdenken. Das macht diese Szene aus. Es gibt viele Facetten und eine klare Definition fällt schwer, aber ich kann nur jedem Bierliebhaber - und denen die es werden wollen - raten: Hier kommt ihr ganz auf euren Geschmack. Denn auf jeden Fall bleibt festzuhalten, neben dem perfekten Glas sind die Zutaten und die Braukunst entscheidend für das perfekte Bier.


Kommen wir nun für den absoluten Genuss zum Food-Pairing. Natürlich ein sehr breites Feld, was ich auch nur kurz anschneiden möchte. Das perfekte Bier zum jeweiligen Essen? Darin bin ich definitiv kein Experte. Aber generell möchte ich euch einfach zum Experimentieren ermuntern. Schokolade und Bier funktioniert genauso wunderbar wie Käse und Bier. Dunkle Biere eignen sich sehr gut zu Desserts und Schokolade: Ein Schwarzbier ist der perfekte Begleiter für ein Tiramisu, ein dunkler Doppelbock ein perfekter Begleiter zum Mousse au Chocolat. Ein Pils harmoniert wunderbar mit "leichten" Käsesorten wie einem Brie oder Frischkäse, während ein Dunkles mit einem Blauschimmelkäse perfekt harmoniert. Generell gilt "Gleich und Gleich gesellt sich gern" - sprich ähnliche Geschmacksrichtungen harmonieren natürlich erst einmal, allerdings um den jeweiligen Geschmack zu betonen gilt auch "Gegensätze ziehen sich an". Wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren.
Sowohl beim Glas, als auch beim Inhalt und auch beim Foodpairing: Am Ende ist das Wichtigste, dass es euch schmeckt und natürlich ist jeder Geschmack anders. Wichtig ist nur der Mut zum Experimentieren und den habe ich nach dieser Schulung auf jeden Fall und ihr nach diesem Artikel vielleicht auch. Das Bier verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit - wer hat schließlich schon etwas gegen Genuss und den guten Geschmack?! 


Die Rechte der Fotos liegen alle bei Spiegelau und ein Großteil der Informationen stammen nicht nur vor der besagten Schulung, sondern auch aus dem Buch "Bier & Genuss - Rezepte, Traditionen und Lebensart" von Sandra Ganzenmüller und Sebastian Priller-Riegele, welches ich allen Bierinteressierten sehr ans Herz legen möchte. Vielen Dank auch an Spiegelau und Sandra Ganzenmüller für die Einladung zu diesem Event und dem Buch.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Ein Dinner: Omas Klassiker neu interpretiert!

Eine Hand am Rockzipfel, die Augen weit aufgerissen und die Nase Richtung der vollen Töpfe auf dem Herd gestreckt. Nicht selten stand ich so als kleiner Tropf neben meiner Oma in der Küche. Der Duft von leckerem Braten, das Geräusch des Blubberns des Kartoffelwassers. Oma befreit noch fix die Erbsen aus den Schoten und schält die Möhren. Bei Oma schmeckte es immer anders als zu Hause. Bei Oma war immer mehr erlaubt. Bei Oma durfte man auch mal selber im Topf herumrühren. Der Opa wird gerufen. Schluß mit der Gartenarbeit! Es gibt Essen. Sonntagsbraten mit Erbsen, Möhren und Kartoffeln. Meistens selbst geschlachtetes Kaninchen, aber das habe ich damals noch nicht so richtig begriffen. Gemüse aus dem Garten. Knackig und frisch. Warm und lecker. Bei Oma ist sowieso alles toll. Anschließend gibt es eingemachtes Obst - natürlich auch aus dem Garten - für mich noch mit extra vielen Schokostreuseln. So herrlich süß und saftig! Nach dem Essen ist vor dem Essen. Oma holt Eier aus dem Keller - die Hühner waren wieder fleißig - Zucker, Milch und Mehl kommt zum Vorschein. Es wird gebacken! Eischnee schlagen war meine Aufgabe. Eiweiß spritzt durch den Raum. Oma schimpft etwas, aber am Ende wird das Eiweiß dann doch fest. Oma hält die Schüssel verkehrt herum über mich - kurzer Schreckensmoment - der mit aufgerissenen Augen und Mund ausgestanden wird. Puh! Alles gut gegangen! Erleichterung! Auf den Schock muss erst mal etwas Eischnee genascht werden. Und etwas Teig. Ach Oma, das gibt doch keine Bauchweh! Und eine Kirsche noch. Und etwas Schokolade. Und etwas Sahne. Und dann ist die Torte auch schon fertig. Schwarzwälder Kirsch! Lecker! Der Duft von frisch gebackenem Kuchen und frisch gekochtem Kaffee lockt auch Opa wieder in die Küche. Danach freue ich mich schon zusammen mit ihm die Hühner und Kaninchen zu füttern und danach...
Na? Kennt ihr das auch? Diese wundervollen Erinnerungen an die Großeltern? Da es bei Oma immer so toll war, gibt es heute ein Dinner wie bei Oma und doch wird es kein Dinner wie bei Oma. Sondern modern, anders, irgendwie ich. Denn auch wenn man mich Omi Björn nennt, bin ich natürlich keine Oma. Es ist meine Version und Interpretation von Oma. 

Außerdem ist es zudem ein Beitrag für die Teilnahme an der "Die volle Punktzahl-Mission" bzw. dem "Punktedinner" von Rewe. Bei Rewe gibt es seit einigen Wochen Payback-Punkte für jeden Einkauf und ich muss mich hiermit als Payback-Junkie outen. Jetzt ist es raus. Denn ich finde, wenn man beim Lebensmittelkauf Punkte sammeln kann, lohnt sich das so richtig. Ja, ich weiß, gläserner Bürger, Datenschutz und sowieso Schande über mich, aber ich bin dann doch immer auf der Jagd nach Schnäppchen und Rabatten - sofern darunter nicht die Qualität der Produkte leidet. Ich will hier auch niemanden zu Payback bewegen, weil ich dem ganzen "Payback-Apparat" auch in gewisser Weise skeptisch gegenüber stehe aber wie gesagt trotzdem sammel ich Punkte. Das muss eben jeder für sich selber wissen. Jetzt wisst ihr auf jeden Fall, warum bei diesem Beitrag neben jedem Gang die Anzahl der möglichen Punkte stehen - wobei es immer nur Schätzungen sind, da ich zwar 1 kg Mehl gekauft habe, aber natürlich nicht alles verbaucht habe.


Ein Dinner für 4 Personen:

Vorspeise: Kartoffelsalatpralinen


Zutaten
400 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
5 Gewürzgurken
5 EL Öl
5 EL Essig oder das "Gurkenwasser"
1 TL Zucker
1 TL Senf
Salz Pfeffer

50 g Bacon
100 g geriebener Käse (z.B. Mozzarella)

50 g Bacon

Kosten & Payback-Punkte
ca. 5 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen heizt ihr auf 200°C vor. Die Kartoffeln inklusive Schale in einen Topf mit Wasser geben und aufkochen lassen. Ungefähr 25 Minuten lang. Parallel die Zwiebel und die Gurke in kleine Würfel schneiden. Aus Öl, Essig, Zucker und Senf wird ein Dressing. Nun müsst ihr 50 g Bacon klein schneiden und zusammen mit dem gerieben Käse auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech zu kleinen Kreisen legen. Damit ihr wisst, was ich meine gibt es auch ein kleines Bild:


Das Blech muss nun für ungefähr 8 Minuten in den Ofen, bis der Käse geschmolzen ist. Eventuell müsst ihr den weichen Käse anschließend wieder etwas zu Kreisen zusammenschieben. 
Die Kartoffeln müssen nach dem Kochen natürlich dann noch geschält und zu kleinen Würfeln geschnitten werden. Kartoffel-, Zwiebel- und Gurkenwürfel sowie das Dressign zu einem Salat vermengen. Jetzt nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beim Anrichten könnt ihr den Salat nun auf die Käsekreise setzen und mit etwas kross gebratenem Bacon dekorieren.


Hauptgang: Braten auf dreierlei Püree



Zutaten
600 g Kartoffeln
ca. 200 ml Milch
etwas Butter
Salz
Pfeffer
Muskatnuss
600 g Möhren
600 g Erbsen
1 kg Braten (Ich habe leider nur Ochsenbraten bekommen, aber es ginge auch Schweinebraten oder Kasseler etc.)
1 kleine Zwiebel
etwas Petersilie
4 EL ÖL
100 g Honig
1 EL Paprikapulver

Kosten & Payback-Punkte
ca. 15 Euro also 7 Punkte

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und sehr weich kochen. Anschließend abgießen, zerstampfen, etwas Milch und Butter hinzufügen und wieder zerstampfen. Immer so weiter bis ein perfektes, cremiges Kartoffelpüree entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Möhren und Erbsen in zwei verschiedenen Töpfen weich kochen und anschließend ebenfalls mit etwas Butter pürieren. Parallel dazu den Ofen auf ca. 120°C vorheizen. Der Braten wird mit etwas Öl angebraten. Die Zwiebel in sehr kleine Würfel schneiden, zusammen mit etwas Petersilie, dem Öl, dem Honig, dem Paprikapulver und 1 EL Pfeffer vermischen. Den Braten mit der Mischung einreiben und noch gut salzen. Jetzt in eine Fettpfanne geben und für ca. 1,5 Stunden in den Ofen. Bei mir war der Braten schon fast zu durch, also vielleicht reicht auch 1 Stunde, je nach Fleisch, ich bin da leider kein Experte und da hilft dann nur noch zwischendurch den Braten etwas anschneiden und nachschauen. Ist der Braten schön rosa und so wie ihr es wollt: Servieren.



Nachspeise: Schwarzwälder Crumble


Zutaten
100 g weiche Butter
100 g Zartbitterschokolade
150 g Mehl
20 g Kakao
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 kg Sauerkirschen

250 g Quark
150 g Joghurt
50 g Zucker
1 Schuß Amaretto oder Kirschwasser

Kosten & Payback-Punkte
ca. 4 Euro also 2 Punkte

Zubereitung
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Zartbitterschokolade sehr fein hacken und zusammen mit der Butter, dem Mehl, dem Kakao, dem Zucker und der Prise Salz verkneten. In eine feuerfesten Form die entkernten Kirschen (Kirschen aus dem Glas gehen auch) geben und darüber die Streusel streuen. 


In den Ofen für ca. 35 Minuten. Aus Quark, Joghurt, Zucker und Schnaps (Amaretto mag ich einfach lieber als Kirschwasser) eine Creme anrühren. Anschließend zusammen servieren. Warm oder kalt ein Genuss. :)



Sowohl die Vorspeise, als auch die Nachspeise lassen sich sehr gut am Vortag oder Morgen vorbereiten, da sie kalt serviert werden. Selbst die Pürees könnt ihr schon am Morgen oder Mittag vorbereiten und sie dann nur noch aufwärmen. Der Braten benötigt auch nicht mehr viel Aufmerksamkeit, wenn er erst einmal im Ofen ist. Also alles ganz leicht, schnell gemacht und auch verhältnismäßig günstig - klarer Fall für meine Studentenrezepte-Kategorie

Zum Schluß nur noch ein Satz: Danke für alles, liebe Omas, ihr wart die besten Omas der Welt!

Um die Transparenz auf meinem Blog und damit auch meine persönliche Authentizität zu wahren, möchte ich euch sagen, dass dieser Beitrag in Kooperation mit der "REWE Markt GmbH" entstanden ist. Das heißt allerdings nicht, dass dieser Beitrag nicht meiner Meinung entspricht. Er ist genauso ehrlich gemeint, wie jeder andere Beitrag auf meinem Blog auch.

Montag, 23. Juni 2014

Vegetarischer Reisstrudel

Ich liebe kreative und ungewöhnliche Rezepte, aber manchmal sind es doch die Klassiker, die mein Herz erfreuen. Also wollte ich euch einmal ein ganz klassisches Reisrezept vorstellen: Gefüllte Paprika mit Tomatensauce. Aber dann hat sich mein kreativer Kopf durchgesetzt und hat den Klassiker noch etwas abgewandelt. Da musste noch etwas Pfiff ran. Die Rädchen im Kopf ratterten los: Wie wäre es mit Paprikaschoten in Blätterteig? Oder die Paprika klein schneiden und zusammen mit Feta, Reis und ein paar anderen Zutaten eine Art herzhaften Strudel zaubern? Hervorragende Idee? Hervorragende Idee! Geht wunderbar einfach, schnell, macht aber auch überraschend viel her und ist dazu noch unheimlich lecker! Na? Überzeugt?


Zutaten für ca. 4 Personen
275 g Blätterteig (aus dem Kühlregal)
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
2 Paprikaschoten
200 g Feta
200 g Frischkäse
125 g Reis (Basmati&Wildreis)
1 Ei

1 Dose Tomatenstücke (400 g)
Mediterrane Kräuter
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Den Backofen auf 180°C vorheizen. Den Reis nach Packungsanleitung kochen. Die Knoblauchzehe klein hacken. Die Frühlingszwiebeln von den Wurzeln befreien, waschen und klein schneiden. Mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Die Paprikaschoten waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. 


Die Paprikawürfel in die Pfanne werfen. Den Fetakäse zum Gemüse geben und schmelzen lassen. Nun noch den Frischkäse unterrühren. Den Reis nach dem Kochen abgießen und diesen auch noch unter das Pfannengemüse rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Blätterteig auf einem Blech ausrollen und in die Mitte die Gemüse-Reis-Masse streichen. 


Zu einer Rolle rollen und mit einem verquirltem Ei bestreichen. 


Jetzt ab in den Ofen damit. Nach 20 Minuten bzw. wenn der Blätterteig goldbraun ist, muss die Blätterteigrolle wieder den Ofen verlassen. 


Währenddessen kann man die Dose Tomatenstücke in einem Topf erwärmen, mit Salz, Pfeffer und Kräutern wie Basilikum abschmecken.
Die Blätterteig-Reisrolle zusammen mit der Tomatensauce servieren. Guten Appetit! :)


Sonntag, 15. Juni 2014

Yogurette-Torte oder eine Hommage an die Gelatine

Ich bin ehrlich gesagt nicht der größte Obstfan, ich weiß selbst nicht genau warum das so ist, aber so Obst pur vernaschen, ist einfach nicht meins. Aber es gibt ein paar Früchte von denen ich einfach nicht genug bekomme und dazu zählt die Erdbeere auf jeden Fall. Sie ist sogar ein heißer Anwerter auf den Titel: "Absolute Lieblingsfrucht". Erdbeeren kann ich in jeder erdenklichen Art und Weise vernaschen. Auch pur, so wie sie Gott schuf, ein Genuss. Darum liebe ich auch den Sommer so sehr, denn auch wenn ich dank meines Heuschnupfens ununterbrochen niesen muss, hält mich das nicht ab, loszumarschieren und den Erdbeerverkäufer anzuniesen, äh ihm Erdbeeren abzukaufen. Aber Erdbeeren so pur zu essen, wird ja auch irgendwann etwas langweilig, also wird jedes Jahr die ein oder andere Torte oder das ein oder andere Dessert kreiiert. 
Neulich zeigte mir mein Herzensmensch mit leuchtenden Augen ein Bild von einer Joghurettetorte und rief "Oooh, sieht die aber lecker aus!" So einen Wink mit dem Zaunpfahl ignoriere ich natürlich nicht und habe mich an meinen Laptop gesetzt und ein Rezept zusammengestellt. Hauptzutaten mussten meiner Meinung nach Yogurette, Joghurt und Erdbeeren sein - na so eine Überraschung! Da war ich wirklich verdammt kreativ, oder? Dann noch etwas Frischkäse, sonst könnte man noch auf den Gedanken kommen, die Torte ist gesund! Nicht auszudenken! Eine prise Zucker, etwas Schokolade und ein luuuuftiger Hauch von Biskuittboden - zack war das Rezept fertig.
Also den Biskuittboden gebacken, mit Schokolade bestrichen - ach toll wie wunderbar das alles funktioniert. Aus den restlichen Zutaten eine Creme zusammengerührt und dann auf die Tooor... MOMENT! Da fehlt doch noch etwas, wie soll aus dieser Matsche jemals eine Torte werden?! Gelatine heißt das Zauberwort. Gelatine macht aus so einer Matsche eine Torte. Damit es auch ganz sicher hält direkt einmal 12 Blätter Gelatine genommen! Viel hilft ja auch bekanntlich viel. Also rein damit. 
Tja und wäre ich nicht so ein ungeduldiger Mensch und könnte man nachts hervorragende Bilder machen, dann könntet ihr jetzt auch gleich wunderschöne Fotos sehen. Hätte, hätte, Fahradkette! Der Björn musste natürlich schon nach einer Stunde den Kuchen aus der Form nehmen und dann leicht schockiert das Wandern der Creme zu beobachten. Ganz langsam, aber doch sehr zielsicher wirft sich die Creme von der Torte herunter. Plitsch, platsch.
Tja zurück in die Form drücken geht nun auch nicht mehr, also einfach nicht darüber bloggen? Nein, das ist nicht meine Art, nicht ohne Grund steht dort rechts "Missgeschicke und Glücksmomente". Dieser Blog ist ein ehrlicher Blick in meine Küche und welchem Menschen gelingt schon immer alles? Warum das letzte größere Missgeschick erst vor einigen Tagen passiert ist, weiß ich auch nicht - aber hey shit happens! Außerdem denke ich, lernt man aus Fehlern immer am besten und seid sicher, ich (und ihr vermutlich auch) werde in Zukunft der Gelatine immer genügend Zeit geben ihre Wirkung zu entfalten. Verzeih mir bitte Gelatine, ich liebe dich doch! :)
Ach und bevor ich es vergess: Schmecken tut die Torte wirklich himmlisch! Schön erfrischend, sommerlich, erdbeerig. Yogurettefans, Joghurtfans, Erdbeerfans, Tortenfans und und und kommen hier komplett auf ihren Geschmack. 


Zutaten
3 Eier
90 g Zucker
90 g Mehl
1 Msp. Backpulver

100 g Zartbitter

30 Schokoladenriegel (Yogurette oder ähnliche Sorten)
500 g Erdbeeren
500 g Joghurt
350 g Frischkäse
12 Blätter Gelatine
50 g Zucker
100 g weiße Schokolade

Zubereitung
Für den Biskuittteig müsst ihr jetzt wieder etwas genauer arbeiten. Es lohnt sich! Den Backofen auf 180°C vorheizen. Die 3 Eier 1 Min mit dem Handmixer aufschlagen, danach den Zucker nach und nach einrieseln lassen und dann nochmal 3 Minuten lang schlagen. Nun das Mehl mit dem Backpulver vermischen und auf kleinster Stufe so kurz wie möglich unter den luftigen Teig schlagen, so dass alles vermischt ist.
Nun für ungefähr 15 Minuten in den Backofen, bis an einem Stäbchen kein Teig mehr hängen bleibt.
Jetzt den Boden in der Backform etwas abkühlen lassen. Die Zartbitterschokolade schmelzen und auf dem Boden verstreichen. 


Von den Erdbeeren ein paar zur Seite legen - für die Deko - und die restlichen Erdbeeren klein schneiden. Die Yoguretteriegel ebenfalls klein schneiden, außer ein paar Riegeln - ebenfalls für die Deko reservieren! Aus dem Joghurt, dem Frischkäse und dem Zucker eine Creme schlagen. Die weiße Schokolade schmelzen und unterrühren. Nun die Schokoriegelstückchen und Erdbeerstücken unterrühren. Die Gelatine nach Packungsanleitung verwenden. Nachdem sie untergerührt ist, die Creme in die Backform gießen, alternativ könnt ihr natürlich auch einen Tortenring nehmen. Und siehe oben: Ganz wichtig 4-6 Stunden oder besser noch über Nacht die Torte kalt stellen. Anschleißend noch mit den Schokoriegeln und Erdbeeren dekorieren. Alternativ eignen sich grobe weiße Schokoraspeln auch ganz hervorragend. 


Nach einer Stunde gelieren: Matsche!
Am nächsten Morgen: Schnittfeste Masse!
Nun noch in die Sonne legen und ein erfrischendes Stückchen Joghurtkuchen vernaschen. Genau das mache ich jetzt nämlich! Schöne sonnige Tage euch und bis bald. :)

Sonntag, 8. Juni 2014

Von Tattoos, Berlin und dem Kochen

Nicht weit vom Konsumtempel Alexa und nicht weit vom Drehort für "Berlin Tag & Nacht" findet eine kleine Rebellion statt. Eine kulinarische Rebellion. Kein Schickimicki und kein Chichi. Sondern purer Rock'n'Roll in den Töpfen und Pfannen. Tättowierte Köche und tättowiertes Fleisch. Flüssiger Stickstoff. Öl und Essig aus Totenköpfen, pinke Arbeitsplatten, goldene Spiegel, antiker Esstisch und prunkvolle Stofftapete - Kontraste ohne Ende. Das alles findet man in der Kochschule "Kochbox" in Berlin. 



Weil die kreativen Meisterwerke, welche hier entstehen so grandios sind, gibt es nun über diese Leckereien ein ganzes Kochbuch. Geschrieben von den Köchen Heiko Schulz,  Dirk Müller & friends (z.B. Stefan Marquard), welche eben in besagter Kochschule herumtüfteln. In schickem Schwarz und coolem Design regt das Kochbuch dazu an wirklich einmal neue Wege in der Küche zu gehen und alles mit einem kleinen Augenzwinkern zu kochen. Wenn man mal eine Zutat nicht hat, darf auch eine andere Zutat genommen werden. Das wird hier alles nicht so genau genommen. Es gibt hier keinen Schokobrunnen, sondern einen Currybrunnen, aus Spargel und Bulette wird ein kleiner Fernsehturm, zum Seeteufel gibt es Schwarzwälder-Kirsch-Risotto und der klassische Gurkensalat wandert in die Friteuse. Verrückt, kreativ aber vor allem verdammt lecker. 



Das diese Gerichte lecker sind, kann ich behaupten, obwohl ich nicht ein einziges Gericht zu Hause nachgekocht habe - aber zur Präsentation dieses neuen Kochbuches wurde eine kleine Küchenparty geschmissen mit vielen, vielen Leckereien. Es sind Gerichte, die teilweise an Sterneküche erinnern, aber da die eingeladenen Blogger selbst Hand anlegen mussten, kann ich euch sagen, so schwer ist das überraschenderweise alles gar nicht. Es sind vielleicht nicht alle Gerichte für den Alltag geeignet, aber um seine Gäste einmal so richtig zu beeindrucken und trotzdem nicht zu viele Arbeit zu haben, dafür ist es das richtige Kochbuch. Also nicht nur verrückt, kreativ und lecker, sondern auch Sterneküche zum Nachkochen, die immer am Boden der Tatsachen bleibt. Daher heißen die Gerichte auch nicht Filetchen an Schäumchen mit Tralala sondern "Leck Arsch" - Mit Zunge gefüllter Schweinekrustenbraten. Die Berliner Schnauze kommt hier eindeutig zum Einsatz. Und so muss man sich auch den gesamten Abend in der Kochschule mit den tättowierten, coolen Jungs vorstellen - locker, frei raus und einfach komplett entspannt.

Begrüßt wurden wir bei einem Prosecco-Drink mit flüssigem Stickstoff-Stick, ich weiß schon gar nicht mehr, was das für ein Drink war, aber cool sah der auf jeden Fall aus, oder? Dazu gab es dann leckere Wurst, die man mit dem Currybrunnen fix in eine Currywurst verwandeln konnte. So will man doch in Berlin begrüßt werden, was wäre die Stadt schließlich ohne die gute Currywurst? Allerdings war es eine Sauce aus 125 g Butter, 125 g Mehl, 500 ml Milch, 500 ml Sahne, 50 g Brühe und natürlich Curry - aber ihr merkt vielleicht, es hat mit der klassischen roten Currysauce nicht so viel gemein. Daher war ich erst einmal etwas irritiert, bin mir auch immer noch nicht sicher, ob ich das so gut fand. Manchmal ist der Klassiker dann doch besser als die abgeänderte und moderne Version. 


Danach gab es eine Suppe im Bierglas: Aus Hühnersuppe, Teriyakisauce und Milchschaum wird so ein Chicken-Teriyaki-Schwarzbier. Kräftig, lecker und die Optik ist natürlich auch der Hammer. Ein Highlight für jede Party und wird von mir auf jeden Fall noch nachgekocht - das Rezept gibt es schon bereits heute am Ende des Beitrages. 


Anschließend noch ein Highlight: Wir durften Thunfisch mit Sepiatinte tättowieren. Dafür sind die Köche nämlich besonders bekannt und gerade bei Firmenevents ist es natürlich richtig cool, wenn jedes Stück Fleisch oder Fisch das Firmenlogo trägt oder bei einer Hochzeit die Namen des Brautpaares. Beim Braten wird dann die Farbe so richtig deutlich. Wer kommt schon auf so eine Idee? Einfach nur geil! Ich liebe kreative Küche und wünschte, ich würde auf mehr solcher Ideen kommen. 



Zum tättowiertem Thunfisch gab es dann noch Wakamé-Algensalat. Himmlischer Geschmack sag ich euch!
Nach dem Fischgang ging es um die Wurst: Aus Entenbrust, Zwiebel und Gewürzen werden dank Fleischwolf und Naturdärmen leckere Würste. Dazu gab es Orangen-Kartoffel-Straciatella mit lila Kartoffeln und Zabaione. Die Wurst und die Zabaione waren richtig gut, gerade in Kombination. Das Kartoffelmus fand ich, schmeckte wie jedes andere Mus auch, der Orangengeschmack kam auf jeden Fall nicht so richtig heraus. Etwas schade, aber naja mit mehr Orangen und weniger Kartoffeln, kann man dem ja zu Hause abhilfe schaffen.





Nun noch der krönende süße Abschluss des Menüs: Erdbeer-Mortadella mit Schoko-Minz-Espuma, halbflüssiger Schokoladenkuchen mit Himbeerschaum, Nougat-Meersalz-Nitro aus dem flüssigen Stickstoff und Knisterbrause. Ein Träuuumchen! Naschkater Björn kam voll auf seine Kosten!




Aber schon einmal auf flüssigen Stickstoff eingestimmt, wurde damit noch etwas weiterexperimentiert - Himbeerschaum reingeworfen und schwups wurde daraus Himbeereis. Schon ein richtig cooles Zeug, zwar irgendwie mehr von der Optik her, aber Optik ist schon einmal die halbe Miete oder? 
Zusammenfassend war es ein unheimlich tolles Event mit unheimlich coolen Leuten und unheimlich leckerem Essen.


Alle Rezepte des Abends findet ihr im besagten Kochbuch (gibt es bei Amazon oder direkt in der Kochbox am Alexanderplatz, wo es übrigens für 5 Euro auch leckeren Lunch gibt), aber das Rezept des Chicken-Teriyaki-Schwarzbieres stelle ich euch jetzt schon einmal direkt vor:

Zutaten für 4 Personen
1 Bund Suppengrün
1,5 kg Hühnerfleisch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer, Zucker

300 ml Austernsauce
200 ml Sojasauce
200 ml Sesamöl
50 ml Weissweinessig
1 Thai-Chili
1 Ingwerknolle
1 Knoblauchzehe
1 Bund Zitronengras
1 Bund Koriander
100 g gerösteter Sesam

300 ml Milch


Zubereitung
Für die Hühnersupper das Suppengrün klein schneiden und mit Zucker und Salz marinieren (1 Teil Salz, 2 Teile Zucker). Das Fleisch klein schneiden und scharf anbraten und mit dem Gemüse, Knoblauch und Zwiebel zu einem kräftigen Hühnerfond aufkochen. (Ich merke gerade, hier fehlt im Kochbuch die Angabe mit wie viel Wasser man das nun aufkochen sollte - ich würde sagen so ca. 2 l - auf jeden Fall sollte alles mit Wasser bedeckt sein.)
Für die Teriyakisauce die Austersauce, die Sojasauce, das Öl und den Essig miteinander verrühren. Den Ingwer, die Knoblauchzehe, das Zitronengras und den Koriander klein schneiden und zusammen mit dem Chili unterrühren. Zum Schluß den heißen Sesam hinzugeben und 20 Minuten lang alles ziehen lassen.
Die Teriyakisauce zur Hühnersuppe geben, abschmecken und die Suppe passieren. Die Suppe in Biergläser gießen und mit Milchschaum krönen - so entsteht die Bieroptik.

Also bleibt kreativ und kauft euch dieses Buch! Ich bin äußerst begeistert und freue mich schon darauf Gerichte daraus nachzukochen. Cheerio! :)