Samstag, 18. Oktober 2014

Von Foodblogger zu Foodblogger auf dem #FBCB14

Bereits zwei Wochen sind vergangen und doch fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen: Mein Besuch des Foodbloggercamps 2014 in Berlin. Zwei Tage lang trafen sich knapp 100 Foodblogger auf einem Barcamp, um zusammen zu kochen, sich von Foodblogger zu Foodblogger auszutauschen und jede Menge voneinander zu lernen. Ein gemeinsames Hobby verbindet sofort, obwohl die Personen hinter dem Blog so unterschiedlich sind. So wurde schnell ohne Ende gequatscht, gelacht, gegessen und zusammen der ein oder andere selbstgemachte Schnaps gehoben. Man muss sich das ein bisschen wie eine kleine Klassenfahrt vorstellen - allerdings mit dem Unterschied, dass das Pflichtprogramm genauso Spaß macht wie das Freizeitprogramm!

Foodblogger unter sich

Es war also eine große Sause und völlig unberechtigt war ich zuvor aufgeregt. Denn tada, ich war eine Barcampjungfer! So richtig wusste ich vorher nicht, was mich dort erwarten würde. Auf einem Barcamp gibt es kein vorgefertigtes Programm, denn die Teilnehmer sind auch gleichzeitig die Vortragenden. Jeder, der möchte kann so sein Wissen mit anderen Teilnehmer teilen. Parallel finden jede Menge Workshops statt und jeder sucht sich den Kurs aus, den er am Spannendsten findet. Hach, wenn Schule doch früher so gewesen wäre! Auf einem Stundenplan wurden dann jeden Tag die einzelnen Workshops übersichtlich geordnet. Dieses Konzept hat mir unheimlich gefallen, da auf diese Weise nicht nur die Teilnehmergebühren ziemlich niedrig gehalten werden können, sondern auch inhaltlich unheimlich viel Wissen übermittelt wird und eine unglaublich spannende Interaktivität und Dynamik entsteht.

Sessionplanung

Gemeinsames Kochen

Auch wenn ich bei manchen Workshops dachte, dass ich nicht viel mitnehmen werde, gab es immer wieder überraschende Erkenntnisse und hinterher war man immer schlauer. Jede Menge neue Rezepte und Weine habe ich auf diese Weise kennengelernt, erfahren, wie man seine Messer richtig scharf bekommt, in welchen Comics leckeres oder weniger leckeres Essen vorkommt, wie man einen Tisch richtig eindeckt und noch so viel mehr. Viele der neuen Erkenntnisse werden nach und nach in meinen Blog einfließen und für alle, die nicht beim Foodbloggercamp dabei sein konnten, versuche ich meine wichtigsten Erkenntnisse zusammenzufassen. Diese Erkenntnisse sind allerdings vermutlich nur für Foodblogger interessant, quasi das kleine A-L für einen perfekten Foodblog. M-Z müsst ihr euch dann aus den übrigen Beiträgen zum Foodbloggercamp zusammensuchen, die übersichtlich auf der Seite der Veranstaltung zusammengestellt werden.

Weinprobe

Der beste Wein der Welt

Spritztechniken

Beginnen wir mit dem Schreiben von Rezepten. Sabine schreibt nicht nur auf ihrem Blog Schmeckt nach mehr Rezepte, sondern befasst sich auch beruflich mit Rezepten. Für verschiedene Verlage formuliert sie Rezepte um, damit diese einheitlich und verständlich sind. Ihre wichtigsten Tipps gab sie in einer Session weiter. Ich habe mir nie so viele Gedanken gemacht, wie ich meine Rezepte formulieren soll und war immer der Meinung, dass das schon alles richtig sein wird, aber jetzt weiß ich, dass man jede Menge falsch machen kann und ich bin froh über die 10 Tipps von Sabine:

Wie formuliere ich Rezepte optimal für meinen Foodblog?
  1. Gebt an, wie viel Zeit die Zubereitung in Anspruch nimmt und gebt an für wie viel Personen das Rezept ist.
  2. Listet eure Zutaten in der Reihenfolge auf, wie sie wirklich gebraucht werden. Die Zutatenliste sollte zu der Reihenfolge der Arbeitsschritte passen, denn wenn sich die Leser die Menge noch einmal anschauen will, findet er die Zutat so einfacher, als wenn alles komplett durcheinander ist.
  3. Schreibt alles möglichst genau auf. Schreibt bei euren Zutaten nicht nur "3 EL Paprika" auf, sondern besser "3 EL feines Paprikapulver, rosenscharf", so wissen auch Kochanfänger sofort, was sie im Laden kaufen müssen. Auch bei Mengenangaben solltet ihr möglichst genau sein und selbst bei Gewürzen versuchen anzugeben, wie viel gebraucht wird.
  4. Ihr habt unendlich viel Platz auf eurem Blog - nutzt diesen Platz! Ungewöhnliche Zutaten könnt ihr näher erklären und eventuell Alternativen angeben oder erläutern, wo man diese Zutat kaufen kann.
  5. Erspart den Lesern das Kopfrechnen. Wir die gleiche Zutat mehrmals gebraucht, dann gebt bei eurer Zutatenliste nicht die gesamte Menge dieser Zutat an, sondern unterteilt die Mengen, so wie sie im Rezept gebraucht werden.
  6. Leute lesen ein Rezept Schritt für Schritt und selten alles auf einmal. Also schreibt niemals etwas wie "Nun die am Tag zuvor eingelegten Tomaten untermengen", ohne die Tomaten vorher zu erwähnen. Besser ist es in diesem Fall als ersten Schritt zu schreiben "Am Tag zuvor die Tomaten in Essig einlegen." Sprich Schritt A kommt immer vor B!
  7. Lasst nicht zu viele Arbeitsschritte parallel ablaufen. Also vermeidet ein "Während das Fleisch anbrät, die Möhren in Streifen schneiden und zum Fleisch geben", denn ihr wisst nicht, wie schnell eure Leser sind und eventuell ist das Fleisch längst verbrannt, während immer noch an den Möhren geschnippelt wird. Also schreibt lieber "Die Möhren in Streifen schneiden. Das Fleisch anbraten und die Möhren nach 2 Minuten hinzugeben." Fortgeschrittene werden automatisch die Möhren parallel zum Fleisch schneiden und den Kochanfängern verbrennt kein Fleisch. 
  8. Vermeidet bei den Arbeitsschritten ungenaue Angaben. Eine Backzeit von 20 bis 35 Minuten verwirrt Backanfänger, da sie nicht wissen, wie lange der Kuchen nun in den Ofen muss. Wenn ihr keine genaue Zeit bzw. Menge festlegen könnt, dann schreibt wenigstens, was erreicht werden soll: "Den Kuchen im Backofen 20 bis 35 Minuten backen, bis er goldbraun ist" bzw. "200 - 300 g Mehl zum Teig geben, bis er sich kneten lässt ohne zu verkleben."
  9. Schreibt übersichtlich, einheitlich und nicht zu ausführlich. Teilt eure Rezepte in Absätze bzw. Arbeitsschritte ein. Zu lange Rezepte wirken oft schwer und zeitaufwändig - das schreckt eventuell ab. Schreibt einheitliche Formulierungen - in Kochbüchern schreibt man beispielsweise immer im "Infinitivstil" also die "Kartoffeln schälen" und nicht "Schält die Kartoffeln". Aber der Schreibstil bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Übrigens sollte man Zahlen als Ziffern und nicht als Wörter schreiben also "1 EL" und nicht "Ein EL", das wirkt ebenfalls übersichtlicher und die Zahlen springen sofort ins Auge.
  10. Achtet auf die richtigen Bezüge! Liest der Leser "Den Apfel schälen, halbieren, das Kerngehäuse herausschneiden und vierteln.", könnte der Leser auf die Idee kommen das Kerngehäuse zu vierteln. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber eure ehemalige Deutschlehrerin wird sich trotzdem bedanken, wenn ihr diesen Fehler vermeidet. Auch Sabine lag dieser Schritt fast am meisten auf dem Herzen.
Leckeres Mittagessen

Zum Thema "Foodstyling" gaben uns Foodstylistin Denise von foodlovin und Lena von Coconut and Vanilla in einer kleinen Session ein paar Tipps:

Wie schieße ich ein perfektes Foodfoto?
Es ist natürlich schwierig allgemeine Tipps zum Foodstyling zu geben, aber ein paar Tipps konnte ich doch mitnehmen. Generell sollte bei einem Foto die Hauptkomponente eures Gerichtes sofort ins Auge fallen. Bei einem Pilzrisotto wär es also ganz gut, wenn man sofort einen Pilz entdeckt. Etwas, dass vermutlich ebenfalls vielen Foodbloggern bereits bekannt ist: Saut ordentlich rum auf euren Fotos, das sieht immer lecker aus. Da dürfen auch gerne Zutaten kreuz und quer durch das Bild rollen und mit ein paar Krümeln wird sofort alles lebendiger. Farblich sollte Deko und Gericht natürlich harmonieren, aber es sollte auch nicht zu eintönig sein, schließlich sollte das Gericht immer noch der Hingucker sein. Ein rosa Törtchen auf einem rosa Tellerchen, auf einer rosa Decke geht da dann eher unter. Steht dann noch eine rote Kaffeekanne im Hintergrund, fällt der Blick eher auf die Kanne, als auf das Törtchen. Ähnliche Gedanken solltet ihr euch auch bei der Wahl der Perspektive machen. Ein Gericht von oben fotografiert, verliert schnell jegliche Dimension, alles wird flach und eventuell langweilig. Gerade hohe Gerichte verlieren so schnell ihre Wirkung, beispielsweise ein selbstgemachter Eistee. Im Gegensatz dazu ist eine flache Pizza von oben besonders spannend. Ihr müsst euch also immer überlegen, wie euer Gericht am besten betont wird. Für Hintergründe könnt ihr sehr gut bedruckte Tapeten nehmen oder ihr kauft euch dünne Holzplatten im Baumarkt und bepinselt diese in verschiedenen Farben. Übrigens war die Mehrheit der Session der Meinung, dass hochformatige Bilder im Foodbereich einfach besser aussehen als Querformate. Daher werde ich wie bei meinem letzten Beitrag ab sofort öfters im Hochformat fotografieren.

Unterschiedlichste Sessions

Jetzt wird es zum Schluß noch etwas spezieller. In zwei verschiedenen Sessions bei Kochbuchautorin Bianca von Zur geheimen Schnatterei und anschließend bei Jule vom Hädeke Verlag bekam ich einen Einblick in spannende Themen rund um Kochbücher und die Verlagswelt:

Darf ich ein Rezept aus einem Kochbuch auf meinem Blog posten?
Generell kann es nie schaden beim Verlag nachzufragen, aber im Grunde ist es erlaubt Rezepte auf dem Blog zu veröffentlichen. Man muss aber natürlich immer angeben, aus welchem Buch bzw. welcher Zeitschrift das Rezept ist und von welchem Autor es geschrieben wurde. 

Wie bringe ich als Blogger mein eigenes Kochbuch heraus?
Auf jeden Fall sollte man sich einen Verlag suchen, denn ein Kochbuch im Selbstverlag herauszubringen ist unheimlich aufwendig. Man muss die Gestaltung, Fotograf, Lektorat, Druck und den Vertrieb von sich aus finanzieren. Besonders der Vertrieb ist ohne Erfahrung unheimlich schwierig alleine zu stemmen. Man muss im Grunde zu jeder Buchhandlung fahren und den Buchhändler überzeugen, dass er gerade dieses Buch verkaufen sollte. Wenn hinter dem Autor kein Verlag steht, sind Buchhändler gleich doppelt so misstrauisch, denn wieso gibt es keinen Verlag? Gab es hierfür einen Grund? Lohnt sich das Thema finanziell nicht? Dazu kommt die Skepsis, ob der Autor die gesicherte Qualität und Professionalität des Verlages auch aufbringen kann. Ist der Buchhändler schließlich überzeugt, beginnen die knallharten Verhandlungen um den Preis des Buches. Das muss man dann wie gesagt immer wieder machen. 
Ist man bei einem Verlag unterzeichnet, übernimmt dieser alles für den Autor, dafür bekommt der Autor allerdings auch nur um die 10% Anteil pro verkauftem Buch. 
Sobald das Konzept steht und man sich auf die Suche nach einem Verlag begibt, ist es die beste Taktik bei einer Buchmesse Termine mit Verlagen zu vereinbaren und das Konzept dort persönlich vorzustellen. Jeder Verlag hat unterschiedliche Konditionen und unterschiedliche Schwerpunkte bei seinem Kochbuchprogramm, daher ist es hier schwierig für das weitere Vorgehen allgemein gültige Tipps zu geben. 
Ganz allgemein habe ich mitgenommen, dass es von so vielen Kleinigkeiten abhängt, ob ein Verlag ein Kochbuch herausbringt oder nicht, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Also sollte man es einfach einmal versuchen!

Goodiebag-Ausgabe

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an Jan und Melanie, die, die ganze Sause organisiert haben und natürlich auch an die Sponsoren, die den ganzen Spaß und eine pralle Goodiebag finanziert haben. Auf Wunsch von Jan und Melanie, gibt es an dieser Stelle auch noch die Banner der Sponsoren:

Villeroy & Boch Wüsthof REWE Kochatelier nu3 SonnentorSüdtirol Deli Jamie Küchenatlas Kikkoman Hädecke Plose XBuntwildX Schokolade trifft Kunst XGAZIX Pilzpaket walls.io Brandwatch

Bis zum nächsten Jahr liebes Foodbloggercamp und ich freue mich schon jetzt die vielen bekannten Gesichter wiederzusehen. Es war einfach wundervoll und die Zeit bis zum nächsten Jahr wird mit reichlich selbstgemachtem Birnenschnaps überbrückt! :)

Alle Bilder ohne Wasserzeichen stammen von (cc) Ramón Goeden - Danke dafür!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Reispfanne mit Zitronenhühnchen und Kokos

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr folgenden Fall kennt: Man kommt von der Arbeit, hat eigentlich überhaupt keine Lust mehr auch nur den kleinsten Finger zu bewegen. Kochen? Ach, geht mir weg. Aber irgendwann meldet sich dann der knurrende Magen zu Wort. Es hilft ja alles nichts, man muss etwas essen und lecker sollte es bitte auch sein. So einen kleinen Gaumenschmaus hat man sich schließlich nach einem langem Arbeitstag verdient, oder? Ich finde schon. Für alle, die keine Lust auf Lieferservice, TK-Pizza haben, für alle, die nicht vom Liebsten bekocht werden, für die habe ich jetzt daher ein leckeres Gericht. Es ist eine meiner typischen "Ich-knall-alles-was-ich-finden-kann-in-eine-Pfanne-und-dann-wird-das-schon-schmecken-Gerichte". Diese Reispfanne ist wirklich nur durch ein bisschen herumexperimentieren entstanden, aber sie gefiel mir so gut, dass ich das Rezept festhalten musste. Warum diese Reispfanne mir so gut gefällt? Sie hat eine wundervolle Säure durch das Zitronenhühnchen, eine leichte Süße durch die Kokosmilch, die Mandeln sowie die Rosinen und eine perfekte Schärfe durch die Zwiebeln und den Knoblauch. Der Naturjoghurt vereint jede dieser einzelnen gegensätzlichen Geschmacksrichtung und macht das Gericht himmlisch leicht und cremig. Einfach traumhaft lecker und mehr möchte ich dazu auch gar nicht mehr sagen.

Reispfanne mit Zitronenhühnchen und Kokos

Zutaten für 4 Personen
250 g Naturreis  
80 g + 50 g Kokosflocken
200 ml Milch
1 Bio-Zitrone
800 g Hühnchenfilet
200 g blanchierte Mandeln
3 rote Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
50 g Rosinen
150 g Naturjoghurt
1 TL Zimt
Salz
Pfeffer
Öl

Zubereitung
Den Naturreis ganz normal kochen. Dann die 80 g Kokosflocken mit 200 ml Milch aufkochen und mindestens 10 Minuten lang ziehen lassen. Den Abrieb einer Bio-Zitrone mit dem Saft der Zitrone mischen. Das Hühnchenfilet in Würfel schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und in der Zitronenmischung wenden. Ebenfalls ziehen lassen. Anschließend zuerst die Mandeln ohne Öl in einer Pfanne goldbraun anrösten und dann die restlichen 50 g Kokosflocken. Beides zur Seite stellen. Die roten Zwiebeln abziehen und grob zerkleinern. Die Knoblauchzehe abziehen und klein hacken. Die Milch vom Kokos mit Hilfe eines Siebes trennen. 
Soweit zu den Vorbereitungen, nun beginnen wir mit dem Kochen: Zwiebel und Knoblauch in etwas Öl anbraten. Das Hühnchen dazugeben. Die Kokosmilch, die Mandeln, die Rosinen und 1 TL Zimt untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss noch den Reis und den Naturjoghurt dazugeben und servieren.

Reispfanne mit Zitronenhühnchen und Kokos

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Apfelkuchen mit Zimtbaiser

Wenn ich meinen Blick zum Fenster wandern lasse, dann sieht das da draußen verdammt nach Herbst aus. Die Blätter färben sich bunt, der Himmel ist viel zu grau, die Kälte klopft ganz leise an die Fenster und die Herbstklamotten werden aus dem Schrank gekramt. Eigentlich bin ich sehr verliebt in den Herbst, ich liebe es Kastanien zu sammeln, durch diese bunte Herbstwelt zu stapfen und den Laub mit den Schuhen aufzuwirbeln. Allerdings liebe ich den Herbst nur, wenn die Sonne vom Himmel lacht und ich keinen Gedanken an einen Wintermantel verschwenden muss. 
Wie dem auch sei, der Herbst muss standesgemäß mit Apfelkuchen begrüßt werden. Zum Herbst bzw. dem Spätsommer gehört Apfelkuchen einfach dazu! Da dieses Woche nicht nur der Herbst, sondern auch die lieben Schwiegereltern an die Tür klopften und ich dazu noch jede Menge Äpfel vom Foodbloggercamp mit nach Hause schleppte, gab es gleich drei gute Gründe für einen leckeren Apfelkuchen. Aber Apfelkuchen ist nicht Apfelkuchen, hach es gibt so viele köstliche Apfelrezepte! Für welches Rezept soll man sich da nur entscheiden. Es stand nur fest: Eine Prise Zimt muss in den Kuchen, denn wenn etwas im Apfelkuchen schmeckt, dann Zimt. Aber nicht zu viel Zimt, denn sonst schmeckt der Kuchen viel zu sehr nach Winter. Und so ein Herbst ist von Haus aus schließlich kein Winter. Das wär ja noch schöner. 
Was passt denn noch zum Herbst? Wolken! Wolken gibt es gerade viel zu viele da draußen am Himmel. Also müssen wir die Wolken auf den Kuchen packen und einfach wegessen. Dann klappt das auch mit der Frau Sonne. So stand bald ein luftiger und warmer Wölkchenkuchen in der Küche, ein Apfelkuchen mit Zimtwölkchen. 
Wie es dann der Zufall noch will, rief Clara letzten Monat zum lustigen Apfelkuchenbacken mit ihrer Kategorie "Ich back's mir" auf. Das heißt, falls ihr bei mir noch keine Lust auf Äpfel bekommen habt, dann schaut euch die über 100 Apfelrezepte bei Clara an. Spätestens dann müsst ihr einfach einen Apfelkuchen backen und mit jedem Stückchen Apfelkuchen den Herbst zu begrüßen. 
Genießt die schöne Zeit, ihr Lieben!

Äpfel

Zutaten
250 g Butter
150 ml Milch
250 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
6 Eier (Gr. M)
400 g Mehl
1 Pck. Backpulver
1400 g Äpfel (z.B. Jonasgold)
150 g Walnüsse
1 Prise Salz
150 g Puderzucker
2 TL Zimt
1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung
Die Butter, die Milch und 250 g Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz cremig aufschlagen. Die Eier trennen und die Eiweiß zur Seite stellen. Die 6 Eigelb mindestens 1 Minute lang zusammen mit der Buttercreme aufschlagen. Die Creme mit dem Mehl und dem Backpulver vermengen. Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelviertel mehrmals einschneiden und auf den Kuchen legen. Walnüsse grob hacken und ebenfalls auf dem Kuchen verteilen. 

Apfelkuchen vom Blech

Den Kuchen im Backofen auf mittlerer Schiene 30 Minuten backen. Inzwischen das Eiweiß mit der Prise Salz kurz aufschlagen und anschließend mit dem Puderzucker, dem Zimt und einem Spritzer Zitronensaft steif schlagen. Das Eiweiß auf dem Kuchen zügig verstreichen und mit einem Löffel Wölbungen in die Eiweißschicht formen. Den Kuchen nochmals für 15 bis 25 Minuten im Backofen backen, bis an einem Holzstäbchen kein Teig mehr hängen bleibt. Sobald sich die Eiweißschicht goldbraun färbt, den Kuchen mit etwas Alufolie abdecken. Sobald der Teig fest ist, herausnehmen und auf dem Blech auskühlen lassen. 
Fröhliches Naschen!

Apfelkuchen aus dem Ofen

Apfelkuchen mit Zimtbaiser

ICH BACKS MIR - Tastesheriff

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Heiße Herzfutterliebe mit Knödelherzen

"Welches Knödelrezept repräsentiert deinen Blog?"
Diese Frage stellte mir der familiengeführte Knödelhersteller "Burgis", bei welchem ich Ende des Monats zusammen mit anderen Bloggern hinter die Kulissen schauen werde. Statt einer langweiligen Vorstellungsrunde wird es eine Knödelvorstellungsrunde geben. Jeder stellt ein Rezept vor, welches seinen Blog perfekt repräsentiert. Ich fand diese Idee großartig und es eine tolle Herausforderung. Aber was repräsentiert nun meinen Blog? Was macht meinen Blog eigentlich aus? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Habe ich eigentlich ein Alleinstellungsmerkmal? Kennt ihr eines? Schließlich blogge ich einfach das, was bei mir auf den Tisch kommt. Das sind dann eben hauptsächlich einfache und unkomplizierte Rezepte für den Alltag. Aber ich liebe auch außergewöhnliche und aufwendige Torten mit jeder Menge Speisefarbe für besondere Anlässe wie den Geburtstag meiner liebsten Kadi. Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, der meinen Blog ausmacht? 
Auf jeden Fall steckt in jedem Beitrag jede Menge Herzblut und Liebe, schließlich heißt mein Blog nicht ohne Grund "Herzfutter - Essen aus Liebe". Dekomäßig bin ich komplett dem Omakitsch verfallen - Spitzendeckchen und Blümchenteller lassen grüßen. Naja und optisch kommt mein Blog mit dem weißem Hintergrund relativ hell und klar daher, dazu kommt dann mein etwas verspieltes Logo in Schwarz und Rot. Ebenfalls wieder ein kleiner Kontrast.
So und wie vereint man das alles? Mir kam die Idee den Klassiker "Heiße Liebe" neu zu interpretieren. Es ist ein sehr unkomplizierter Klassiker, dem ich einen außergewöhnlichen und bunten Touch verpasst habe. Vanilleeis gelingt mir ohne Eismaschine allerdings nicht so gut, daher gibt es statt Vanilleeis Vanillesauce. Dazu heiße Himbeeren und ein mit dunkler Schokolade gefülltes Knödelherz. Gerade die dunkle Schokolade harmoniert perfekt mit dem Kartoffelteig. Dazu dann die leicht säuerlich-fruchtige Himbeersauce und die süße Vanillesauce. Ein buntes Knödelträumchen!

Knödelherz mit Vanillesauce und Himbeeren
Zutaten
1 Vanilleschote
125 ml Milch
125 ml Schlagsahne
20 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Ei
3 Eigelb

750 g Kartoffelknödelteig aus der Kühltheke
60 g Zucker
rote Speisefarbe

600 g TK-Himbeeren
60 g Zucker

100 g Zartbitterschokolade

Zubereitung
Für die Vanillesauce eine Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Die Milch und Sahne mit den 20 g Zucker und dem Päckchen Vanillezucker verquirlen. Die Vanille-Sahne zusammen mit dem Vanillemark und der Schote unter Rühren aufkochen lassen. Die Vanilleschote entfernen. Das Ei mit den Eigelb verquirlen. Nun die Vanille-Sahne hinzugießen und über dem Wasserbad unter ständigem Rühren auf ca. 80°C erwärmen. Wichtig ist, dass es nicht anfängt zu kochen. Sobald die Sauce bindet, die Sauce abkühlen lassen. 
Jetzt geht es an die Knödel - dazu den Knödelteig mit 30 g Zucker und etwas Speisefarbe gut vermischen und ca. 9 Knödelherzen formen. In jedes Herz ein Stückchen Schokolade stecken und das Herz wieder gut verschließen.

Süße Knödel

In einem großem Topf Wasser mit ca. 30 g Zucker zum Kochen bringen, vom Herd nehmen und sofort die Knödel ins Wasser lassen. 25 bis 30 Minuten ziehen lassen. Nach Ende der Garzeit die Knödel mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben. Während die Knödel garen, die Himbeeren mit dem Zucker aufkochen lassen. 
Zum Schluss die Knödelherzen mit Vanillesauce, heißen Himbeeren und Zartbitterraspeln servieren. 
An Guadn!

Süße Knödel mit Vanillesauce und heißen Himbeeren

Süße Knödel mit Vanillesauce und heißen Himbeeren

Süße Knödel mit Vanillesauce und heißen Himbeeren

Samstag, 27. September 2014

Die IFA 2014: Foodpairing, Genuss, Promiköche und zittrige Hände

Ich hätte wirklich überall einen Ort des Genusses vermutet, aber doch niemals auf der IFA - der Internationalen Funkausstellung. Es hat mich sehr überrascht, dass auf einer Messe, die ich mit Mobiltelefonen, Radio- und Fernsehgeräte verbinde, so viele leckere Gerüche durch die Luft schweben. Aber auf dieser Messe tummeln sich nicht nur Handyhersteller, sondern auch alle Haushaltsgerätehersteller von A-Z. Wie auf einer Messe üblich müssen die Produkte perfekt präsentiert werden, also muss zwangsweise bei einem Küchengerätehersteller richtig lecker gekocht werden.

Enie van de Meiklokjes und Ralf Zacherl bei Bosch

Bei Bosch backte beispielsweise Enie van de Meiklokjes köstlichen Kuchen und Ralf Zacherl kochte leckere Gerichte. Bei Samsung Home kochten wiederum verschiedene Sterneköche im "Club des Chefs". Samsung ist noch nicht lange in den Küchen dieser Welt tätig, aber nun startet Samsung voll durch und präsentierte zum Beispiel riesige und ausgetüftelte Kühlschränke. Generell waren meiner Meinung nach die großen Themen geräumige Kühlschränke, wie man sie aus Amerika kennt; Mixer und Entsafter für leckere Smoothies und Säfte; sowie innovative Themen wie beispielsweise sprachgesteuerte Küchengeräte oder das Foodpairing. 

Club des Chefs bei Samsung

Denn ums Foodpairing und um Sensory Architecture ging es unter anderem auf dem riesigem Messestand von AEG. Mit dem Thema Sensory Architecture hatte ich mich zuvor noch gar nicht beschäftigt und war gespannt wie ein Flitzebogen, was dies sein sollte. Es geht wie der Name schon sagt um unsere Sinne und wie wir unseren Geschmack durch andere Sinne beeinflussen können. Das schön angerichtetes Essen besser schmeckt als ein Klatsch aus der Kantinenkelle oder wie bei einem ordentlichem Schnupfen quasi nichts mehr schmecken, ist ja nichts Neues, aber beeinflusst unser Hör- und Tastsinn ebenfalls unseren Geschmack? Dieser Frage konnte man bei AEG auf den Grund gehen. Wie ist das also, wird der Geschmackssinn von Musik beeinflusst? Dazu musste man ein Getränk trinken und dazu unterschiedliche Musik hören. Wie steht es um die Kombination zwischen Fühlen und Schmecken? Ein Häppchen in den Mund geschoben und dazu mit verbundenen Augen verschiedene Dinge wie spitze Schrauben oder weiches Fell erfühlt. Erstaunlicherweise verändert sich der Geschmack tatsächlich: Bei "harter" Musik bzw. spitzen Schrauben schmeckt Essen schärfer oder weniger süß als bei "softer" Musik bzw. weichem Fell. Mensch, du verrückte Welt und du verrückter Körper!

Sensory Architecture

Das Thema Foodpairing interessierte mich allerdings noch mehr als Sensory Architecture, schließlich überlege ich mir bei meinen Rezeptentwicklungen immer, welche Lebensmittel perfekt harmonieren. Denn genau dies wird beim Foodpairing untersucht - welche Lebensmittel besitzen die gleichen Geschmacks- und Aromakomponenten? Feststellen kann man dies durch verschiedene chemische Analyseverfahren wie durch Gaschromatographie. Durch diese Methode finden Lebensmittel zueinander, die man vielleicht normalerweise niemals kombinieren würde. AEG stellte die Ergebnisse als zahlreiche Foodpairing-Trees dar, welche man auch auf dem Pinterest-Board von AEG findet. 

Foodpairing

Aber wenn Chemiker feststellen, dass Lebensmittel offenbar zusammen passen, schmecken diese Kombinationen dann auch wirklich?! Dies durfte bei einem Blogger-Workshop auf dem AEG-Messestand getestet werden. Organisiert wurde dieser Workshop von Sternekoch Christian Mittermeier und Bloggerin Zorra von Kochtopf. Wir teilten uns in Teams auf und jedes Team suchte sich einen fertigen Warenkorb - entweder mit oder ohne Rezept. Jedes Team entwickelte wirklich spannende und leckere Gerichte mit aufregenden Zutaten wie Schokolade, schwarzem Tee oder Rosenmarmelade.

AEG Messestand
 
Ich wählte einen Warenkorb ohne Rezept aus: Gin, Popcorn, Wassermelone, Tomaten und Honig. Tja, aber da waren dann die Augen doch wieder größer - was zur Hölle, sollten wir nun daraus machen. Nun nach einigem Hin- und Her und mit etwas professioneller Hilfe entstand ein lauwarmer Tomaten-Melonensalat mit einem Gin-Honig-Dressing und Thymian Popcorn. Fragt mich bitte nicht nach dem Rezept, wir haben wild Zutaten zusammengemischt, bis es geschmeckt hat. 
Aber ganz grob bekomme ich es vielleicht noch auf die Reihe: Die Tomaten und die Melone klein schneiden, scharf mit etwas Honig, Salz und Pfeffer anbraten. Den Popcorn in einem Topf mit etwas Öl und Zucker zum Poppen bringen und anschließend das Popcorn in etwas Öl mit klein geschnittenem Thymian schwenken. Aus Gin, Essig, Öl, Salz, Zucker und Pfeffer ein Dressing anrühren und über den Salat träufeln.

Zubereitung des Tomaten-Melonensalates

Tomaten-Melonensalat

Aber mein spannendster Tag auf der IFA stand mir noch bevor. Der Tag an dem ich mit zwei anderen Bloggern gegen Promikoch Stefan Marquard antreten musste. Die beiden anderen Blogger waren Petra von "Der Mut anderer" und Tina von "Lunch for one". Wir drei gewannen die Chance auf der IFA live in der Showküche von AEG gegen einen Promikoch anzutreten und eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert unter Zeitdruck zu zaubern. Nicht nur, dass dies schon schwierig genug wäre, war zudem der Warenkorb für jeden Gang komplett unbekannt. 

Fassen wir einmal die Bedingungen zusammen:
  • Kochen mit fremden Mitstreitern, dessen Stärken man erst einmal beim Kochen herausfinden musst,
  • gegen einen professioneller Koch
  • in einer uns komplett fremden Küche mit fremden Herd und Backofen - in der man zudem nicht wusste, wo Schneebesen und Co. liegen
  • in einer kleinen Küche mit stark begrenztem Platz mit nur einem Herd für 4 Leute
  • Kochen mit vorher unbekannten Waren und ohne Rezept 
  • unter sehr hohem Zeitdruck (Für die Vor- und Nachspeise hatten wir 20 Minuten Zeit, für den Hauptgang 30 Minuten)
  • live auf der IFA vor Publikum

AEG Kochduell auf der IFA

Sagen wir einmal leicht ist anders. Da verwundert es auch nicht, dass ich so unendlich aufgeregt war. Ich habe mir so viele Gedanken gemacht, wie das nun ablaufen wird und ob das wirklich alles so klappt - schließlich ist das Backen eher meine Leidenschaft als das Kochen. Zu Hause geht schon öfters einmal etwas schief, wie ich euch ja auch ab und zu auf meinem Blog zeige, schließlich stehe ich dazu, dass ich alles andere als ein Meister in der Küche bin. Ich bin schließlich auch erst 24 Jahre alt und habe noch ein paar Jahre Übung vor mir. Aber vor Publikum wär es trotzdem nicht so wunderbar, wenn etwas komplett schief läuft. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich dann bei einem Gewinnspiel mitmache, bei dem man einen Platz in einer Showküche gewinnen kann. Ehrlich gesagt, das habe ich mich kurz vor dem Event auch sehr oft gefragt, ich glaube mich hat die Herausforderung gelockt. Denn wenn ich etwas liebe, dann ist es die Herausforderung. Ich fand es spannend in gewisser Weise an meine persönlichen Grenzen zu stoßen und mich selbst zu überwinden. 

AEG Kochduell auf der IFA

So stand ich nun also mit etwas wackligen Beinen zusammen mit Tina und Petra in der AEG-Showküche neben Stefan Marquard und einem Moderator. Nach einer kurzen Vorstellung ging es dann auch direkt los. Der erste Warenkorb: Bio-Hähnchen, Seitan, Nektarinen, Pflaumen, Reis und Ziegenkäse. Daraus sollte also irgendwie eine Vorspeise werden. Mein Gott war ich froh, dass Petra sehr geübt darin ist ein Hähnchen fachmännisch zu zerlegen. Also waren die Aufgaben schnell aufgeteilt - Petra macht das Fleisch, Tina das Obst und ich Reis und Käse. Auf einem Reisbett wurden Hühnchen und das Obst gebettet und dazu gab es eine Ziegenkäsesauce. Den Seitan vernachlässigten wir einfach. Stefan dagegen verwendete aus gutem Grund jede Zutat, denn für jede verwendete Zutat gab es zusätzlich zum Urteil der Jury Extrapunkte. Er kredenzte einen Nektarinensalat mit zweierlei Hähnchen. 
Knapp verloren wir diese Runde. 

AEG Kochduell auf der IFA

Beim Hauptgang nahmen wir uns daher vor wirklich jede Zutat zu verwenden: Pilze, Speck, Räuchertofu, Couscous, Büffelmozzarella und Mangold. So gut es auch war, dass wir zu dritt waren und so Aufgaben verteilen konnten, so hinderlich war dies auch. Denn so hatten wir drei verschiedene Geschmäcker und Ideen und zu dritt mussten wir uns das bisschen Arbeitsplatte teilen, wodurch es richtig schön kuschelig wurde. Aber leicht wäre ja langweilig.
Mit zittrigen Händen schnitt ich vom Speck dünne Scheiben ab, um diese auf dem Teppan Yaki zu grillen. Himmel, ich hatte zwar das Publikum fast komplett vergessen und konzentrierte mich nur auf das Kochen, aber dieser Zeitdruck ließ das Herz bis in den Hals pochen und die Hände zitterten ohne Unterlass. Aber irgendwie schafften wir auch diesen Gang und auf dem Teller lag ein Treffen zwischen Europa und Asien. Räuchertofu mit Pilzen und Mangold traf auf Couscous mit Curry, Büffelmozzarella und Speck. Stefan gewann allerdings auch diesen Gang wieder haushoch mit Zweierlei vom Mangold.

AEG Kochduell auf der IFA
 
Der letzte Gang stand an und alle steckten ihre Hoffnung in mich. Schließlich sei ich doch der Dessertgott. Bitte was soll ich sein? Ich kann zwar gut backen, aber in 20 Minuten kann man doch keinen Kuchen backen! Als dann auch noch die Zutaten vor uns standen verlor ich jeglichen Mut: Kürbis, Urkarotten, Beeren und Pfirsich. Das sieht ja fast mehr nach einem Hauptgang als nach einem Dessert aus. Zum Glück war es uns erlaubt Grundzutaten wie zum Beispiel Mehl, Zucker, Milch oder Eiern zu verwenden. Daher mischte ich kurzerhand einen Crêpe-Teig mit etwas geraspelte Karotte an. Dünne Spalten des Kürbis bestrichen wir mit Honig und ab in den Ofen damit. 

AEG Kochduell auf der IFA

Eigentlich habe ich immer ein Rezept für einen Crêpe-Teig im Kopf, aber dann kam mir der Teig doch zu flüssig vor, also schüttete ich immer mehr Mehl hinzu. Am Ende war es dann wohl doch zu viel Mehl. Der Teig wollte sich nicht so in der Pfanne verteilen, wie ich das gern wollte. Dann hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Herd, erst war er zu kalt, dann zu heiß. Naja und der erste Crêpe wird ja nie etwas. Aber mit Ach und Krach wurden dann kurz vorm Ende der Zeit alle drei Crêpes fertig, mit Pfirsichen gefüllt und dazu Beeren, Kürbisspalten und Sahne serviert. Ich hätte es nach den ganzen Schwierigkeiten niemals gedacht, aber diesen Gang gewannen wir tatsächlich. Stefan servierte der Jury ein süßes Omelett mit einer Füllung aus Kürbis, Karotte, dazu Beeren und eine Pfirsichsauce.

AEG Kochduell auf der IFA

Insgesamt verloren wir zwar, aber trotzdem durften wir den Gewinn in Anspruch nehmen: Kochen zusammen mit Stefan, dieses Mal eben nicht gegen sondern mit dem Profi. So lernten wir allerhand Tipps und Kniffe. Hühnchen wurde ausgenommen und im Ofen gegart. 

Stefan Marquard und Björn Valentin

Dazu wird das Hühnchenfilet mit sehr viel Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt und vom dicksten Filetstück ausgehend pro 100 g 30 Minuten bei 180°C im Backofen gegart. Anschließend noch kurz anbraten und ihr habt wunderbar saftiges Fleisch. Dies habe ich auch direkt zu Hause ausprobiert und es hat direkt wieder geklappt. Generell salzt, zuckert und pfeffert Stefan wirklich alles bevor er es weiterverarbeitet. So bekommt selbst die Zwiebel oder der Reis diese Behandlung. Auch bei frischem Gemüse klappt das wunderbar. So kann man beispielsweise Zucchini super im eigenen Saft andünsten. Durch das Salz wird die Zucchini feucht, der Eigengeschmack wird durch den Zucker optimal herausgeholt und für die perfekte Würze sorgt der Pfeffer. Dies sind natürlich nur einige der Kniffe, die ich an diesem Tag gelernt habe. Dafür noch einmal ein ganz großes Dankeschön an Stefan Marquard und AEG, die diesen Tag ermöglicht haben. 
Ich bin sehr froh, dass ich mich getraut habe an diesem Event teilzunehmen und dankbar für den großen Sack an Erfahrungen, die ich mitnehmen durfte. Schauen wir einmal, wann ich mich der nächsten Herausforderung widme... ihr werdet es auf jeden Fall hier lesen!

Stefan Marquard und Björn Valentin

Alle Fotos ohne Wasserzeichen stammen vom Pinterest-Board von AEG.