Dienstag, 14. Februar 2017

Selbstgemachte Ravioli wie in Italien

Wer mehrere Tage bei einer italienischen Familie verbringt, die sich Hals über Kopf der Pastaherstellung verschrieben hat, der muss natürlich auch selbst einmal zum Nudelholz greifen. Da führt ja gar kein Weg daran vorbei. Ganz ohne Nudelmaschine stand Antonella Rana darum auch mit einem Lächeln auf ihrem Hof und zeigte uns während der Pressereise zum Unternehmen Rana wie sie seit eh und je perfekte Ravioli macht. Bereits ihr Schwiegervater, Giovanni Rana, stellte auf diese Weise seine ersten Ravioli her und veränderte das Rezept nie. Warum auch?

Selbstgemachte Ravioli mit Gorgonzola-Hackfleisch-Füllung

Es gibt bei der Ravioliherstellung im Grunde nur drei wichtige Regeln:

1. Selbstgemachte Ravioli sind keine Zauberei!

Als Faustregel gilt: Auf 100 g Weizenmehl Type 405 kommt 1 Ei der Größe M. Nicht mehr und nicht weniger. Ihr braucht kein besonderes Mehl, keine besonderen Eier und auch keine besondere Maschine. Nur ganz normales Mehl, Eier, Wasser, ein Nudelholz und eure Hände.
Damit der Teig etwas geschmeidiger wird, könnt ihr noch etwas Olivenöl hinzugeben. Geschmeidigkeit ist nämlich das A und O beim Ravioliteig. Er muss schön klebrig sein und darf unter keinen Umständen reißen. Es ist daher auch wichtig, dass ihr den Teig ungefähr 8 Minuten lang richtig gut durchknetet, erst dann entsteht die typisch zähe Konsistenz. Zusätzlich sollte ihr den Teig nach dem Kneten im Kühlschrank etwas ruhen lassen.

2. In jeden Nudelteig gehört eine große Portion Liebe! 

Mit einem Lächeln auf den Lippen geht es nun ans liebevolle Streicheln äh Ausrollen des Nudelteiges. Idealerweise natürlich direkt unter der italienischen Sonne für ganz viel dolce vita im Teig. Sonst tut es der Küchentisch und ein italienisches Lied auf den Lippen aber auch – unter Umständen hilft auch ein Glas italienischer Rotwein im Bauch.
So oder so: Verteilt reichlich Mehl auf der Arbeitsfläche und bestreut das Nudelholz ebenfalls mit Mehl. Portion für Portion etwas Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ausrollen. Hier sind Muckis gefragt. Der Teig sollte nämlich möglichst dünn ausgerollt werden – höchstens 3 mm dick. Das ist bei dem zähen Teig aber gar nicht so einfach und er ist bei mir auch etwas dicker geworden als beabsichtigt. Ist aber gar nicht so schlimm, schmecken tun die Ravioli nämlich trotzdem. Macht euch also nicht verrückt! 

3. Alles ist möglich!

Ob süß, herzhaft, bunt oder sogar frittiert: Das Großartige an Ravioli ist ja, dass sie so wandelbar sind und jeder seine für ihn perfekten Ravioli herstellen kann. Ganz klassisch mit einer Füllung aus Spinat und Ricotta oder ganz verrückt mit Kürbis und Amaretto. Gefärbt mit Tintenfischtinte oder doch lieber frittiert in Sonnenblumenöl. Alles ist möglich! Als süße Variante kann ich übrigens Äpfel mit einer Prise Zimt empfehlen. 
Wichtig ist bei allen Füllungen nur, dass ihr sie ordentlich würzt, damit der Geschmack auch trotz der dünnen Nudelwand herauskommt. Pro Ravioli reicht trotzdem 1 TL Füllung und es sollte möglichst keine Luft in der Nudel eingeschlossen sein, sonst könnte sich die Luft im heißen Wasser ausdehnen und die Ravioli platzen. 
Dann müsst ihr nur noch genügend Platz um die Füllung lassen, die Ränder befeuchten und mit einer zweiten Nudelschicht belegen. Herzen oder andere Formen ausstechen und ab ins kochende Wasser damit! 

Wie bereits gesagt: Ravioli sind keine Zauberei und mit einer großen Portion Liebe im Teig ist einfach alles möglich! Egal ob im warmen Italien oder im kalten Deutschland. Nudeln schmecken immer und überall. Findet ihr nicht auch? 

Selbstgemachte Ravioli mit Gorgonzola und Pilzsauce

Selbstgemachte Ravioli mit Gorgonzola-Hackfleisch-Füllung


Zutaten für 4 Personen

400 g Weizenmehl
2 Eier
ca. 1 EL Olivenöl
ca. 1 EL Wasser
Prise Salz

200 g Rinderhack
125 g Gorgonzola
1/2 Bund Oregano
1 EL flüssiger Honig
Salz
Pfeffer
Zucker

2 Knoblauchzehen
1 Schalotte
1/2 rote Chilischote
400 g braune Champignons
1 Birne
200 g Crème fraîche
1 EL Backkakao
1/2 Bund Oregano
Salz
Pfeffer
Zucker
Walnüsse zur Deko

Zubereitung

Für den Nudelteig das Mehl auf eine Arbeitsfläche geben, in die Mitte eine Vertiefung drücken und die aufgeschlagenen Eier hineingleiten lassen. Nach und nach die Eier mit dem Mehl vermischen und dann alles ungefähr 8 Minuten lang verkneten. Das Olivenöl und so viel Wasser hinzugeben, bis ein geschmeidiger, glatter Teig entstanden ist. Zum Schluss eine großzügige Prise Salz unterkneten und den Teig in Frischhaltefolie eingewickelt ca. 20 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Währenddessen die Füllung vorbereiten. Dazu Rinderhack mit Gorgonzola, einem halben Bund gehacktem Oregano, dem Honig und einer großzügigen Menge Salz, Pfeffer und Zucker vermengen. 
Für die Sauce die Knoblauchzehen sowie die Schalotte schälen und sehr fein hacken. Die Chilischote von den Kernen befreien und ebenfalls sehr klein schneiden. Alles zur Seite stellen und anschließend die Champignons putzen und vierteln. Die Birne schälen, den Strunk sowie die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden. Die vorbereiteten Zutaten ebenfalls zur Seite stellen.

Selbstgemachte Ravioli ohne Nudelmaschine

Für die Ravioli etwas Teig aus dem Kühlschrank holen und auf einer bemehlten Fläche 1-2 mm ausrollen - hier kann eine Nudelmaschine auch sehr hilfreich sein. In regelmäßigen Abständen mit einem Teelöffel Füllung auf den ausgerollten Teig setzen, die Ränder mit etwas Wasser oder Eigelb bepinseln und mit einer zweiten ausgerollten Teigplatte belegen. Den Teig um die Füllung herum andrücken und dabei darauf achten, dass keine Luft eingeschlossen in der Ravioli wird. Anschließend die einzelnen Nudeln ausstechen oder zurechtschneiden. Die Ravioli auf ein bemehltes Küchentuch setzen und mit einem zweiten Küchentuch zudecken.

Selbstgemachte Ravioli wie in Italien

Nun geht es an die finalen Schritt für die Sauce. Knoblauch-, Schalotten- und Chilistückchen in etwas Olivenöl leicht anbraten. Anschließend die Champignons und Birnenwürfel hinzugeben und ebenfalls anbraten. Nach ca. 5 Minuten Crème fraîche unterrühren und alles auf kleiner Stufe köcheln lassen. Mit Kakao, gehacktem Oregano, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Nun nur noch Salzwasser aufsetzen und die Ravioli darin ca. 2 Minuten al dente kochen. Alles zusammen servieren, mit gehackten Walnüssen sowie etwas Oregano dekorieren und dann genießen!

Selbstgemachte Ravioli mit Gorgonzola und Pilzsauce

Selbstgemachte Ravioli mit Gorgonzola-Hackfleisch-Füllung

So köstlich schmeckt Italien! 

Sonntag, 15. Januar 2017

Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Es war nicht immer einfach. Es war nicht immer alles schön. Es war aber auch nicht alles schlecht. Ja, 2016 war ein ziemlich durchwachsenes Jahr. Auf Glück folgte Pech, auf Pech folgte Glück und das Rad der Fortuna drehte sich immer weiter.
Ich meine, in meinem kleinen, privaten Bloguniversum war eigentlich alles wunderbar, aber das Universum da draußen hat meine Welt immer wieder ins Wanken gebracht: 
Brexit, Trump und Terror, Prince, Carrie Fischer, George Michael, Bud Spencer, Hans-Dietrich Genscher, Peter Lustig, David Bowie und viele mehr sind von uns gegangen – auch in meinem Familien- und Bekanntenkreis musste ich mit schweren Verlusten und Krankheitsfällen kämpfen, die mir immer wieder den Boden unter den Füßen weggezogen haben. 
Ja, auch wenn im letzten Jahr nicht alles schön war, dreht sich die Welt einfach immer weiter. Naja, irgendwie ist das ja auch gut. Von Trauer, Hass und Angst möchte ich mein Leben schließlich nicht bestimmen lassen. Jeden Tag packe ich darum eine große Portion Optimismus in meinen Rucksack, schnappe mir ein Stück Snickerstorte und erfreue mich an den vielen schönen Dingen im Leben. Selbst im so verteufelten Jahr 2016 haben nämlich sehr viele Momente mein Bloggerherz höher schlagen lassen und ich bin mir sicher, im Jahr 2017 wird dies auch so sein!

Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick



Januar | Februar


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Voller Erwartungen und Hoffnungen startete ich mit Schnee und Sushi in das Jahr 2016. Bevor es aber so richtig los ging, machte ich mich auf der Internationalen Grünen Woche erst einmal auf die Suche nach den neusten Food-Trends, naschte zusammen mit Lea Linster ein paar Erdbeeren und verarbeitete während eines kleinen Events Blaubeeren. So viel Obst im Januar – verrückte Welt!
Am 01. Februar ging es dann spannend weiter – ein neuer Lebensabschnitt sollte beginnen. Mit einer Snickerstorte bewaffnet, betrat ich meinen neuen Arbeitsplatz: Eine kleine PR-Agentur in Berlin. Es war für mich eine völlig neue Welt, in der ich mich aber nach wie vor pudelwohl fühle! 
Für das absolute Glück sorgte dann noch ein gewonnener Foto-Contest während des Foodiemeetups in Berlin: Das Bild meiner selbst eingekochten Marmelade für den guten Zweck begeisterte die Jury. Ich würde sagen, ein perfekter Start in das Jahr!

März | April


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Im März, April und Mai entstanden meine Top 3 Blogbeiträge des letzten Jahres: Kaum ein Beitrag hat mir (und scheinbar euch) so viel Freude bereitet wie der Blogpost rund um meine geliebte Stulle, das Rezept zu meinem Rhabarber-Erdbeer-Cheesecake hat euch offensichtlich ebenfalls in Ekstase versetzt und meine neue Serie "Restaurantquickie" fand im Beitrag zum Schloss Britz in Neukölln seinen Klickzahlen-Höhepunkt! Horray!
Natürlich wurde in dieser Zeit aber auch das Osterfest in meiner hessischen Heimat zelebriert und bei einer Biskuitrolle die Erwähnung im jamie Magazin sowie 3.000 Instagram-Follower bestaunt! Noch einmal: Horray!
Die ersten warmen Frühlingstage genoss ich bei langen Spaziergängen und jeder Menge leckerem Eis oder im Phantasialand mit köstlich frittierten Churros. Aber auch der kleine Ausflug nach Mallorca oder zur Taste Academy von AEG sorgten dafür, dass ich auch in diesen Monaten rundum glücklich war! Der Frühlingsbeginn ist sowieso meine liebste Zeit im Jahr – nicht ohne Grund habe ich mir den April als Geburtstagsmonat ausgesucht! 

Mai | Juni


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Während im Mai die gesamte Online-Welt zur re:publica reiste, freute ich mich einfach nur wahnsinnig auf das alljährliche BLOGST-Treffen! Alte und neue Gesichter treffen, spannende Gespräche führen und dabei den ein oder anderen Drink zu mir nehmen. Das Leben könnte schlimmer sein, oder? Im Mai konnte ich dann auch das erste Mal Kuchen auf dem Balkon essen, den ersten Spargel in den Kochtopf und die ersten Erdbeeren in den Mund werfen. Natürlich durften auch leckere Kekse zum Muttertag nicht fehlen!
So richtig in Sommerstimmung kam ich dann beim Ramazotti-Netzwerkevent über den Dächern von Berlin. Dank eines großartigen Menüs der italienischen Köchin Luisa Giannitti, phänomenal leckeren Cocktails und vielen spannenden Gesprächspartnern war es ein perfekter Abend. Es gibt aber noch etwas, das mich 2016 besonders glücklich gemacht hat: Viele, viele Kinoabende im Zoo Palast Berlin mit meiner besseren Hälfte. Handy aus, Popcorn rein und abschalten.
Nicht zu vergessen sind aber auch diese beiden Highlights: Ein Besuch im Hard Rock Cafe Berlin, um die Ergebnisse der World Burger Tour zu testen und die unvergessliche Bloggerreise zum L'Etivaz in die Schweiz. Jedes Jahr überlege ich, was meine absoluten Blog-Highlights waren und jedes Jahr muss ich an die verschiedenen Reisen denken. Es sind einfach so viele phantastische Erfahrungen, auf die ich ohne meinen Blog hätte verzichten müssen.

Juli | August


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Im Juli und August gab es gleich zwei großartige Events in Düsseldorf an die ich noch oft denken muss: Zuerst war da das Event von Nikon. Das Nikon-Team stellte einigen Bloggern eine neue Kamera vor und zeigt uns in einem Fotokurs, wie wir damit tolle Fotos schießen können. Unglaublich spannend und hilfreich – ich hoffe, dass sich dadurch meine Fotos wenigstens ein bisschen verbessert haben. Ich arbeite auf jeden Fall daran!
Zum anderen fand der erste Foodblogday mit Zwilling und Otto-Gourmet statt. Geniale Messer und das beste Fleisch der Welt – Wagyu for president! Einen kleinen Eindruck vom Event bekommt ihr übrigens über folgendes Video. Hach, wenn ich dieses Fleisch wieder sehe...
Naja, in Düsseldorf lernte ich dann auch eine Nutellapizza bei "What's Pizza" kennen und verliebte mich auf den ersten Bissen. Eines Tages wird es dafür auch ein Rezept im Blog geben! Ganz bestimmt!
Neben genialen Ochsenbäckchen im Lubitsch wanderten im Sommer 2016 übrigens außergewöhnlich viele Donuts in meinen Magen. Oh, ich liebe diese runden Glücklichmacher einfach und kann nie genug davon bekommen!
Dann war da im Sommer natürlich noch Edinburgh. Hach! Eine Stadt, in der einem Kultur an jeder Ecke begegnet und frittierte Marsriegel auf Marshmallowshakes und frisch gebackene Scones treffen. Ein Paradies auf Erden und ein weiteres Highlight des Jahres!

September | Oktober


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

Mein September startete wie so oft mit der IFA in Berlin. Rund um ihren selbst gedrehten Film "Tasteology" zeigte uns AEG, wie unterschiedlich das perfekte Geschmackserlebnis aussehen kann. Ein Film, der mich dazu inspirierte wieder mehr zu experimentieren, zu kochen und zu probieren. Vielen Dank für diese Horizonterweiterung!
September stand auch für drei weitere Superlative: Das größte Geschmackserlebnis im Panama, der beste Cheesecake im Cheesecake Princess und das beste Eis des Jahres im Caffé e Gelato. Vielen Dank für diese Geschmacksexplosionen!
Zusammen mit Felicitas Then ging es dann im Oktober über das Messegelände der Berlin Food Week, um die Food-Trends 2017 zu entdecken. Demnach wird es wohl noch mehr Brühe und noch mehr Fermentierte 2017 geben! Mmh, lassen wir uns überraschen!
Im Oktober folgte nach einem weiteren Abend im Hard Rock Cafe Berlin mit viel Oreo Cheesecake noch ein weiteres gigantisches Highlight: Eine Reise zu Giovanni Rana nach Italien zu ganz viel Pasta und Amore! Dolce vita pur und einfach nur unvergesslich!
Auf dem Foodbloggercamp Berlin tauschte ich mich zum Monatsende noch bei etwas Snickerstorte und selbst gebackenem Brot zu den neuen Blogtrends aus und fasste den Beschluss mich endlich mit Pinterest zu beschäftigen - was ich dann auch im Dezember tat!

November | Dezember


Von 2016 zu 2017: Der Herzfutter Jahresrückblick

In keiner anderen Jahreszeit wird so viel geschlemmt wie im Winter! Schokoladentörtchen im Rausch Schokoladenhaus, sündhaft süße Wonder Waffeln in der Mall of Berlin, in Kerrygold ausgebackene Kartoffelplätzchen, selbst gebackene Weihnachtsplätzchen, klebrig-süße Karamelltorte oder Langos, Churros, Speckkuchen, geräucherter Lachs und Elchbratwurst auf den Weihnachtsmärkten dieser Welt. Hach, ich liebe diese schmackhafte Weihnachtszeit! Warum kann nicht jeden Tag Weihnachten sein?
Besonders gefreut habe ich mich im Dezember aber über eine Anfrage vom Hans im Glück: Für die aktuelle Winter-Aktionskarte durfte ich die verschiedenen Gerichte und Getränke in München fotografieren sowie verköstigen. Aufregend, köstlich und unvergesslich!
Mit einer gewonnenen Torte von Cakes Berlin auf dem Schoß, köstlichem Raclette-Käse im Magen und dem Lieblingsmenschen an meiner Seite fand dann das Jahr am 31.12. schließlich seinen krönenden Abschluss! 


Rückblick und Ausblick

Dies war nun also mein ganz persönliches Herzfutter-Jahr 2016. Obwohl ich nicht mehr so viel Zeit zum Bloggen hatte, sich geplante Blogbeiträge immer weiter nach hinten verschoben oder gar nicht geschrieben wurden, bin ich trotzdem glücklich, dass es so viele schönen Herzfutter-Momente abseits meines alltäglichen Berufslebens überhaupt gab. Schließlich wusste ich vor rund einem Jahr nicht einmal, ob sich diese beiden Welten überhaupt miteinander vereinen lassen.
Seit ich aber nicht mehr versuche auf Teufel komm raus fünf Blogbeiträge im Monat zu schreiben, ist alles viel entspannter geworden. Ich bin mittlerweile einfach nur froh, dass ich ab und zu bloggen kann und trotzdem genug Zeit für mein Leben 1.0 bleibt. Es ist zwar auch schade, dass das Bloggen manchmal zu kurz kommt, tut mir auch oft sehr Leid, ist aber eigentlich kein Weltuntergang, oder? Aus zu viel Druck wird nämlich ganz schnell jede Menge Frust und darauf habe ich nun wirklich keine Lust!
Dies sind im Grunde auch wieder meine Vorsätze für das kommende Jahr 2017: Noch mehr Gelassenheit, noch weniger Frust, noch mehr Zeit für meine Liebsten und noch mehr bewusstes Genießen der kleinen, schönen Momente im Leben!
Hach, ich bin jetzt schon sehr gespannt, was 2017 für uns bereit halten wird – voller Optimismus glaube ich aber daran, dass es ein grandioses Jahr wird und freue mich bereits auf neue Foodtrends, neue Herausforderungen und neue Geschmackserlebnisse! Und ihr?

Dienstag, 27. Dezember 2016

Die Liebe zur Pasta hat einen Namen

Mit einem ansteckenden Lächeln auf den Lippen und einem temperamentvollen Leuchten in den Augen trat sie in den Raum – Antonella Rana ist eine Italienerin wie sie im Buche steht. Sie begrüßte uns fröhlich lachend mit den folgenden Worten: "Benvenuto a Verona!"

Antonella Rana begrüßte uns bei Giovanni Rana in Verona

Verona - die Stadt der Liebe

Verona – die Stadt der Liebe. Die Stadt, in der Romeo und Julia zueinander gefunden haben. Die Stadt, in der Antonellas Schwiegervater im Alter von gerade einmal 25 Jahren eine eigene Tortellini-Produktion eröffnete. 1962 knetete Giovanni Rana den Pastateig allerdings noch mit den bloßen Händen, um ihn hinterher mit einem einfachen Nudelholz auszurollen und jeden einzelnen Tortellino mühsam zu formen.

Die Liebe zur Pasta hat einen Namen: Giovanni Rana

Auch die Füllung wurde selbstverständlich per Hand angerührt. Sobald die frische Pasta fertig war, schwang Giovanni sich auf sein Moped "Guzzi" und fuhr die Pasta von Haus zu Haus. Dabei trug er immer sein verschmitztes Lächeln im Gesicht und steckte alle mit seiner Liebe zur Pasta an: "Zuerst eroberte ich ihren Magen und dann ihr Herz!" Wer wollte da schon noch selbst Pasta zu Hause machen? Schnell wurden die Nudeln aus dem Hause Rana immer beliebter und Herr Rana musste eine Maschine zur Unterstützung der Tortellini-Herstellung entwickeln. Dabei hatte er den Anspruch, dass die Qualität der Pasta weiterhin so hoch blieb wie die der handgemachten Pasta – ganz ohne chemische Konservierungsstoffe oder Zusätze.

Giovanni Rana fuhr seine selbst gemachte Pasta früher noch von Haus zu Haus

Es kostete ihn viel Zeit und viele Nerven, aber am Ende konnte Giovanni auf eine Produktionsstätte blicken, in der seine selbst entwickelten Maschinen mehrere Tonnen Pasta in höchster Qualität am Tag produzierten. Ab diesem Zeitpunkt weitete sich die Reise der Rana Pasta immer weiter aus – von Italien nach Europa und bis in die USA! Heute ist das Unternehmen im Bereich der frischen Pasta Marktführer in vielen Ländern Europas und verbessert die Qualität stetig. Seine Kunden wollten bspw. mehr Füllung in der Pasta, also machte Giovanni Rana den Teig immer dünner, damit das Geschmackserlebnis noch intensiver wurde. Der Teig ist mittlerweile sogar so dünn, dass es bisher kein Konkurrent geschafft hat, diesen nachzumachen. Die Liebe zur Pasta trägt übrigens auch sein Sohn Gian Luca Rana im Herzen, der das Familienunternehmen seit den 1990er Jahren mit gleicher Leidenschaft fortführt.

Gian Luca Rana öffnet einen Laib Parmensan

Eben diese ansteckende Leidenschaft war es auch, die den Raum sofort erfüllte, als er uns zusammen mit seinem Vater Giovanni Rana und seiner Frau Antonella Rana inmitten ihres kleinen Nudelreiches begrüßte. Ja, diese Familie liebt ihren Job, das konnten wir auf den ersten Blick sehen.
Gian Luca nahm uns dann auch direkt an die Hand, um uns voller Stolz durch seine heiligen Werkshallen zu führen. Während er das Tor öffnete, rief er noch, dass dies nicht einfach nur eine Produktionsstätte sei, sondern ein Lebenswerk. Das Lebenswerk seiner Familie! Kein Wunder also, dass sein Vater Giovanni Rana bis heute inmitten des Werksgeländes lebt. Quasi wie die Füllung in der Raviolo! Jeden Tag dreht er von dort aus seine Runde über das Werksgelände, schaut nach dem Rechten und begrüßt jeden Mitarbeiter. Teilweise arbeiten diese bereits in vierter Generation hier und sind mit der gleichen Leidenschaft am Werk wie die Ranas selbst. Die Liebe zur Pasta ist in diesem Unternehmen eben in wirklich jeder Ecke zu spüren.

Pastaproduktion bei Giovanni Rana in Verona

Während Gian Luca uns dies erzählte, trat er zum Warenlager und tauchte seine Hände in einen mit Basilikumblättern gefüllten Karton. Sofort war die Luft erfüllt von einem intensiven Basilikumgeruch. Er meinte, dass ausschließlich italienischer Basilikum in die Pasta komme. Jeder Versuch die Kräuter für die amerikanische Produktion in den USA anzubauen wäre gescheitert – der Geschmack war nie so gut wie der von italienischem Basilikum. Ja, bereits bei seinen Zutaten achtet Gian Luca auf die beste Qualität: "Jeder einzelne Schritt im Herstellungsprozess ist von Bedeutung: Die Auswahl der Rohstoffe, der Umgang mit ihnen und die Erhaltung ihrer ursprünglichen Eigenschaften." Aus diesem Grund kommt eben auch nur der Basilikum aus Italien oder der echte Parmigiano Reggiano in seine Pasta.

Die Qualität der Zutaten ist für die Pasta entscheidend, so Gian Luca Rana

Gian Luca möchte seine Nudeln so herstellen, dass er sie ohne Bedenken sofort seinen Kindern und seiner Familie servieren würde. Lieber etwas teurere Pasta als schlechte Pasta! Ein Vorsatz, den man von der Zutat bis zum Endergebnis schmecken kann. Damit dies auch so bleibt, werden alle 15 Minuten Nudeln aus der laufenden Produktion entnommen, um sie in etwas Wasser zuzubereiten und zu verköstigen. Hach, so lecker kann Qualitätssicherung also sein!

Antonella Rana zeigt uns wie gute Pasta gemacht wird

Keine Pressereise ohne das Smartphone in der Hand

Natürlich sollten auch wir die Pastawelt mit eigenen Händen und dem Magen erleben: Auf dem Anwesen von Gian Luca und seiner Frau machten wir aus 200 g Mehl und 2 Eiern unseren eigenen Pastateig. Über uns die strahlende Sonne und unter uns der geschmeidige Pastateig. So lässt es sich leben! Immer wieder kam Antonella lachend zu uns und gab kleine Tipps, damit der Teig noch besser wird. Dünn ausgerollt und mit einer Ricotta-Spinat-Füllung versehen, wurden daraus im Handumdrehen kleine hübsche Ravioli. Natürlich werde ich euch demnächst noch einmal ausführlich in einem Rezept zeigen, wie einfach ihr köstliche Ravioli selbst machen könnt!

Ein Menü rund um die Pasta von Giovanni Rana – einfach nur köstlich!

Bis dahin träume ich aber noch etwas vom 9-Gang-Menü, welches uns nach der Pastaschule erwartete. Natürlich mit den verschiedenen Produkten der Giovanni Rana Welt. Einfach nur köstlich! Hach bella Italia, von der frittierten Raviolo bis hin zur Girasolo mit Kakao – so gut können wirklich nur deine italienischen Nudeln schmecken. Darauf ein Glas italienischen Rotwein. Cheers!

Parmesanverkostung mit Aceto Balsamico

Die Teilnehmer der Giovanni Rana Pressereise

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Zuckersüßer Salted Caramel Cake

Goldgelbe Versuchung, klebriges Glück, zuckersüßer Zauber – es ist kein Geheimnis, dass ich Hals über Kopf verliebt in Karamell bin. Neben meiner geliebten Erdnussbutter gehört Karamell eindeutig zu meinen Lieblingszutaten. Nicht ohne Grund titelte das ZEIT MAGAZIN neulich einen Beitrag über meinen Blog und meine Rezepte mit "Ein Liebeslied für Karamell". Wird über das Karamell noch ein Hauch Fleur de Sel gestreut, bin ich im siebten Karamellhimmel und schwebe auf einer Zuckerwolke.
Gleich und gleich gesellt sich gerne – da mein Lieblingsmensch die selben Gefühle für gesalzenes Karamell hegt, gab es dieses Jahr einen Salted Caramel Cake zum Geburtstag. Zugegeben, die Erwartungen waren sehr hoch. Vielleicht sogar zu hoch. Wie sollte ich nur die Snickerstorte oder den Candy Cake toppen? Tja, indem ich Karamell mit Schokolade, Minibrezeln, Buttercreme, Bacon und noch mehr Karamell kombiniere? Klingt nach der süßesten Versuchung seit es flüssigen Zucker gibt und somit perfekt für uns!

Zuckersüßer Salted Caramel Cake als Dripping Cake

Für noch mehr Umdrehungen auf dem Kalorientacho, sollte sich zum Karamell ein kräftiger Brownie-Teig gesellen. Die Wahl fiel auf einen klassischen Guinness-Kuchen – saftig, schwer und schokoladig. Am Ende stellte sich allerdings heraus, dass diese Kombination einfach zu mächtig ist. Ein Stück und das Torten-Koma sitzt direkt mit am Tisch. Da geht nichts mehr! Ein Stück und schon ist Schicht im Schacht. Klappe zu, Affe tot.
Bei der nächsten Karamellschlacht würde ich also statt dem Guinness-Kuchen luftig-lockere Biskuitböden backen. Dann klappt es auch mit dem zweiten Tortenstück! Die Salted Caramel Creme macht nämlich zusammen mit der dunklen Schokolade und den salzigen Minibrezeln richtig süchtig. Der pure Wahnsinn! Die Augen schließen und verzückt stöhnen. Absolutes Tortenglück trifft auf unendliche Karamellliebe! Perfekter Start in den Winteranfang, findet ihr nicht auch?

Zuckersüßer Salted Caramel Cake mit Bacon und Brezeln

Zuckersüßer Salted Caramel Cake mit saftigem Guinnesskuchen


Zuckersüßer Salted Caramel Cake



Zutaten


Guinness-Kuchen
(alternativ doppelte Menge Schoko-Biskuitboden)
250 ml Guinness-Bier
250 g Butter 
75 g Kakao
250 g Zucker
2 Eier
150 g saure Sahne
300 g Mehl
3 TL Backpulver

Salted Caramel
250 g Zucker
65 g Butter
250 ml Sahne
ca. 1 TL Fleur de Sel

Salted Caramel Creme
500 g Butter
75 g Puderzucker
175 g Frischkäse
ca. 350 g des Salted Caramels
eventuell noch etwas Fleur de Sel

Zartbitter-Ganache
50 ml Sahne
1 TL Butter
100 g Zartbitter Schokolade

Dekoration
ca. 20 Mini-Salzbrezeln
ca. 50 g gebratener Bacon
etwas Fleur de Sel

Zubereitung

Zuerst den Teig vorbereiten: Für den Guinness-Kuchen den Backofen auf 170 °C Ober-/ Unterhitze vorheizen und 250 ml Guinness mit der Butter in einem Topf langsam erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Den Kakao, den Zucker, die Eier und die saure Sahne unterrühren. Mehl und Backpulver miteinander vermischen und unter die restlichen Zutaten rühren, bis ein glatter und relativ flüssiger Teig entstanden ist. In eine ausgebutterte und mit Mehl bestäubte Springform (26 cm Durchmesser) füllen und bei 170 °C für ca. 50 Minuten im Backofen backen, bis an einem Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt. 
Damit aus einer Buttercreme eine Salted Caramel Creme wird, benötigt es viel Salated Caramel. Dazu 250 g Zucker in einem kleinen Edelstahltopf auf mittlerer Stufe vorsichtig schmelzen. Sobald der Zucker vollständig hellgelb geschmolzen ist, Butter, Sahne und Fleur de Sel unterrühren bis sich alles miteinander verbunden hat. Unbedingt das Karamell probieren – ist es zu bitter geworden bzw. verbrannt, müsst ihr leider noch einmal ran. Dies erfordert etwas Übung und Geduld, die Mühe lohnt sich aber. Das fertige Karamell etwas abkühlen lassen und währenddessen die Buttercreme zubereiten. 
Die Butter zusammen mit dem Puderzucker einige Minuten lang weiß aufschlagen. Frischkäse und Salted Caramel unterrühren und abschmecken. Eventuell noch etwas Fleur de Sel oder Karamell hinzufügen – ganz nach Geschmack. 
Nun die Torte schichten. Den Guiness-Kuchen längs in drei gleich hohe Böden schneiden. Den ersten Boden auf eine Tortenplatte legen und darauf 1/3 der Creme verstreichen. Darauf wieder einen Boden legen und wieder 1/3 Creme darauf verstreichen und darauf erneut ein Boden und 1/3 Creme. 
Im Kühlschrank ca. 1 Stunde kalt stellen und anschließend die Zartbitter-Ganache vorbereiten, indem Sahne und Butter in einem Topf vorsichtig erwärmt und darin die Schokolade geschmolzen wird. Die zähflüssige Masse vorsichtig mit einem Esslöffel am Rand verteilen, um den Tropfen-Effekt zu erzielen und einen Dripping Cake zu bekommen. Zum Schluss die restliche Ganache auf der Torte verteilen und glattstreichen. 
Mit Salzbrezeln, Bacon, Fleur de Sel und restlichem Salted Caramel dekorieren. Servieren und ins pure Karamellglück eintauchen!

Zuckersüßer Salted Caramel Cake mit Schokolade und Bacon

Karamelltorte mit Brezeln und Schokolade

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